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Polizeioberkommissar Felix Sandner ist der neue Schutzmann vor Ort

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Von: Anna Scholze

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Die Probleme ernstnehmen: Schutzmann Sandner will die Jugendlichen bei ihren Anliegen nach Möglichkeit von Anfang bis Ende begleiten.
Die Probleme ernstnehmen: Schutzmann Sandner will die Jugendlichen bei ihren Anliegen nach Möglichkeit von Anfang bis Ende begleiten. © ans

Dietzenbach hat einen neuen Schutzmann vor Ort (SvO). Nach Steffen Schiller und Hans Grießmann übernimmt nun Felix Sandner die Aufgabe des Kontaktpolizisten.

Dietzenbach – Der Polizeioberkommissar war zuletzt zwei Jahre in der Ermittlungsgruppe Ost des Polizeipräsidiums Südosthessens als Leiter der Sachrate Dietzenbach tätig. „Hier lag der Schwerpunkt für mich auf der Bekämpfung der Kriminalität von Jugendlichen und Heranwachsenden“, erklärt Sandner, der als SvO ebenso für Rödermark zuständig ist. Er kenne die Gegebenheit vor Ort also bereits schon.

Allerdings: „Bisher hatte ich eher die repressive Sicht auf die jungen Menschen“, macht Sandner deutlich. Schließlich habe er als Sachratenleiter nur im Zusammenhang mit Vernehmungen Kontakt mit ihnen gehabt. Er mache sich jedoch bereits länger über das Thema Prävention Gedanken und freue sich nun, die Aufgaben des Kontaktbeamten übernehmen zu können.

Offiziell im Amt ist Sandner bereits seit Anfang Februar. Und sagt lachend: „Über Langeweile konnte ich mich bisher nicht beklagen.“ Er habe die vergangenen Wochen insbesondere dazu genutzt, sich bei den Städten sowie Institutionen und Vereinen vorzustellen. Zu den Jugendlichen hatte er bisher hauptsächlich während der Präsenzstreifen Kontakt. Bis er durch seine Arbeit erste Erfolge erzielt, dauere es noch ein wenig.

„Zunächst muss ich mir das Vertrauen der jungen Menschen erarbeiten“, sagt er. Die teilweise bestehenden Vorbehalte gegen die Polizei ließen sich nicht über Nacht auflösen. Die Jugendlichen müssten zunächst einmal verstehen, dass er sich als Schutzmann vor Ort der Prävention verschrieben habe, bevor er erwarten könne, dass sie sich ihm gegenüber öffnen.

Deshalb will sich Sandner in einem ersten Schritt über die Sozialen Medien bekannt machen. „Auf diese Weise erreiche ich meine Zielgruppe am leichtesten“, verdeutlicht er. Zudem wolle er an Veranstaltungen teilnehmen, um mit den Teenagern ins Gespräch zu kommen. So habe er bereits eine Einladung zum Jugendcafé im Bildungshaus und zum Mitternachtssport erhalten.

Sobald er für die jungen Menschen kein Unbekannter mehr sei, sei es an ihm zu zeigen, dass er sich auch tatsächlich um ihre Probleme kümmere. Dabei wolle er eng mit einem Netzwerk der unterschiedlichen Institutionen zusammenarbeiten.

„Ich will jedoch vermeiden, den oder die Hilfesuchenden einfach nur an die nächste Stelle zu verweisen“, betont Sandner. Das sei unbefriedigend und einer Lösung nicht zuträglich. Ihm sei es wichtig, den Prozess von Anfang bis Ende zu begleiten. „Sobald ich erst mal den ein oder anderen Erfolg verbuchen kann, denke und hoffe ich, dass sich das herumspricht und weitere Jugendliche den Weg zu mir finden“, so der Schutzmann.

Neben den Schritten zur Vertrauensbildung steht auch die Etablierung einer Senioren- und Jugendsprechstunde auf Sandners Agenda. „In Dietzenbach suchen wir hierfür derzeit noch nach einer geeigneten Örtlichkeit“, berichtet der Polizist. Weiterhin nehme er auch Kontakt zu den Kitas auf. „Wenn die Mädchen und Jungen bereits in jungen Jahren positive Erfahrungen mit einem Polizisten machen, haben sie später vielleicht mehr Vertrauen zu uns“, so seine Hoffnung.

Zu den Vorgängern von Felix Sandner heißt es aus dem Polizeipräsidium Südosthessen indessen: „Aufgrund dienstlicher Umstände, die verständlicherweise nicht dargelegt werden können, jedoch vonseiten der Behörde zur besagten Zeit nicht beeinflussbar waren, wurden Herr Schiller und Herr Grießmann in anderen Betätigungsfeldern eingesetzt.“ Umso mehr sei es nun das Bestreben der Polizei, dass Sandner dauerhaft in seiner Tätigkeit als Schutzmann vor Ort in Dietzenbach und Rödermark erhalten bleibe. „Insbesondere dieses Amt kann nur durch Kontinuität in erfolgreiche Bahnen gelenkt werden“, betont das Präsidium. (Von Anna Scholze)

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