Den Einsparungen ein Ende setzen

Bürgermeisterkandidat René Bacher will den Kulturbereich wieder mehr beleben

René Bacher
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René Bacher

Mit den Einsparungen im Bereich Kultur soll Schluss sein. Dafür will sich Grünen-Bürgermeisterkandidat René Bacher einsetzen. Denn auch wenn neben dem Trinkbornfest keine weiteren Veranstaltungen gestrichen wurden, sieht er die gemachten Abstriche deutlich. „Von Einsparungen kann geredet werden, wenn nie oder wenig Investitionen gemacht und die Standgebühren bei Festen erhöht werden“, macht er deutlich.

Dietzenbach – Bacher hat darüber hinaus auch eigene Ideen, wie er den Kulturbereich wieder mehr beleben will. So plant er etwa, das Waldschwimmbad für Kulturschaffende zu öffnen. Allerdings hatte die Stadt ähnliche Pläne in der Vergangenheit beiseitegelegt. Der Grund: Der Aufwand, zu verhindern dass jemand in die Becken fällt, sei zu groß. Für Bacher ist diese Begründung jedoch vorgeschoben. Denn er ist überzeugt, dass sich die Gefahr durch eine Umstrukturierung des Freizeitgeländes verhindern ließe. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, den Bereich des Open-Air-Kinos, der vom Waldschwimmbad abgetrennt ist, zu vergrößern. Die Kostenfrage für den entstehenden Aufwand zur Organisation einer Veranstaltung ließe sich über den Eintrittspreis regeln.

Während Bacher in Sachen Kultur genaue Vorstellung hat, hält auch er, ähnlich wie Bürgermeister Jürgen Rogg, eine Post-Corona-Strategie für nicht sinnvoll. Zudem ist auch der gebürtige Dieburger davon überzeugt, dass es dauern wird, bis die städtischen Finanzen gesunden.

Der vor Corona bekannt gegebenen Tilgung der Dietzenbacher Schulden steht er indes skeptisch gegenüber. „Wir haben unsere vermeintliche Null unter anderem auf Kosten der Stadtwerke erkauft“, so Bacher. Man habe aus ihrer Kasse Geld entnommen, um damit den Stadtsäckel zu sanieren. Die Grünen seien damit nicht einverstanden gewesen und haben damals den Haushalt abgelehnt. Denn wie man jetzt feststellen müsse, sei nicht langfristig gedacht gewesen. „Zudem zeigt das Vorgehen, dass es uns bereits während einer florierenden Wirtschaftslage nicht gelungen ist, unsere Stadtkasse zu entlasten“, so das Magistratsmitglied weiter.

Deshalb stehe nun eine Erhöhung der Grundsteuer B an. „Auch wenn das schmerzhaft ist, ist es mir wichtig, das bereits zu diesem Zeitpunkt zu sagen.“ Denn Bürgermeister zu sein, heiße auch, Verantwortung zu übernehmen für Aufgaben, die man nicht gerne mache.

Die Gefahr, dass er aufgrund dieser Aussage nicht gewählt werde, nimmt der Grünen-Kandidat in Kauf. „Denn wenn ich es den Bürgern jetzt nicht sage und ehrlich bin, wird es nach den Wahlen ein anderer machen müssen“, ist er überzeugt.

Erhält er jedoch die Mehrheit der Stimmen, will er sich etwa den Kindertagesstätten widmen. „Wir müssen hier eine wertschätzende Kultur gegenüber den Erziehern entwickeln“, betont Bacher. Seien diese zufrieden mit ihrem Arbeitsumfeld, könnten sie als Multiplikatoren fungieren und Werbung für die Stadt machen. „Aktuell haben wir aufgrund des Dietzenbacher Rufes Schwierigkeiten, Personal zu finden“, so das Magistratsmitglied. Deshalb bringe es derzeit wenig, über einen weiteren Kita-Bau nachzudenken. Es gebe niemanden der die Betreuung übernehmen könnte.

Dennoch will der Familienvater während seiner möglichen Amtszeit das Problem der fehlenden Kitaplätze nicht außer acht lassen. Seine favorisierte Lösung hierbei ist die Entstehung von weiteren Wiesen- und Waldkindergarten. „Dazu möchte ich die Zusammenarbeit mit den privaten Trägern intensivieren“, sagt er. Denn ein Teil von ihnen hätte genügend Fläche, um seine Idee umzusetzen. „Allerdings kann das nur eine Ergänzung zum städtischen Angebot sein“, so Bacher. Die Stadt müsse hier Initiative ergreifen und nicht allein auf die Landesregierung zeigen und mehr Geld fordern.

Ähnlich betrachtet er die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt. Zwar ist auch er überzeugt, dass Dietzenbach das Problem des fehlenden Wohnraums nicht alleine lösen wird. Dennoch müsse die Stadt ihren Teil dazu beitragen. „Wir haben es versäumt, sozialen Ausgleich zu schaffen“, sagt Bacher. Die Strategie der Stadt sei es gewesen, teuer zu bauen, und das habe die Schwierigkeiten verschärft. Er wolle jedoch die vorhandenen Mittel ausschöpfen. „Wenn es eine gute und verträgliche Möglichkeit zur Nachverdichtung gibt, werde ich diese anstreben“, führt er weiter aus. (Von Anna Scholze)

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