Generationswechsel: Thorsten Heberer ist Jungbauer aus Leidenschaft

Den Widrigkeiten zum Trotz

Ein ewiger Kampf: Auch Thorsten Heberer wünscht sich, dass seine Arbeit mehr wertgeschätzt und seine Produkte besser bezahlt werden.
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Ein ewiger Kampf: Auch Thorsten Heberer wünscht sich, dass seine Arbeit mehr wertgeschätzt und seine Produkte besser bezahlt werden.

Wenn in familiengeführten Unternehmen die nächste Generation das Steuer übernimmt, stehen nicht selten Veränderungen an. Aber auch alte Werte werden weitergegeben. In unserer Serie „Generationswechsel“ stellen wir in loser Reihenfolge Dietzenbacher Unternehmen vor, die solch einen Prozess durchlaufen. Heute: Jungbauer Thorsten Heberer.

Dietzenbach – Bereits im Alter von acht Jahren versuchte Thorsten Heberer das erste Mal, die Pedale des Traktors zu erreichen. Schon als kleines Kind, später als Jugendlicher und schließlich im Erwachsenenalter hilft er in dem Betrieb seiner Eltern in Dietzenbach mit. „Landwirtschaft liegt in der Familie“, erzählt der 29-jährige Landwirt.

Ursprünglich gehörte der Betrieb seinem Großvater, daraufhin folgte sein Vater Ludwig Heberer als Betriebsinhaber. Der Hof siedelte innerhalb von Dietzenbach um, wurde erweitert und vergrößert und ist nun das Zuhause von 22 Pensionspferden. Zudem wird tatkräftig Ackerbau betrieben und beispielsweise Gerste, Roggen und Rapps für die Lebensmittelproduktion angebaut.

Heberer macht deutlich: „Ich habe schon immer mit meinen Eltern zusammengearbeitet.“ Da diese Zusammenarbeit so gut wie jeden Tag im Jahr stattfindet, können natürlich auch mal Differenzen aufkommen. Diese entstehen öfters generationsbedingt, allerdings kommt man immer wieder auf einen gemeinsamen Nenner. Heberer kann moderne Ideen, neue Ansätze und Vorstellungen vorschlagen und mit einfließen lassen. „Wir versuchen mit der Zeit zu gehen“, betont der Jungbauer. Kaum eine andere Branche habe sich in letzter Zeit so sehr modernisiert, wie die der Landwirtschaft. Das betrifft zum einen die Maschinen, aber zum Beispiel auch die Anbautechnik und die damit verbundene Errechnung des benötigten Saatgutes, um möglichst effizient zu arbeiten.

Vater und Sohn sind bereits an der Übergabe des Betriebes dran. Thorsten Heberer selbst ist gelernter Landwirt, zudem hat er eine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker absolviert. Allerdings stellt er klar: „Dies ist lediglich ein Nebenerwerb.“ So arbeitet er zusätzlich im Öffentlichen Dienst bei der Stadt Rödermark, da die Arbeit als Landwirt nicht ausreicht.

Und das macht die wirtschaftliche Lage der Bauern deutlich. Endlos lange Arbeitstage, kaum ein wirkliches Wochenende und dennoch müssen sie tatkräftig anpacken. Gleichzeitig jedoch bleiben die Preise für ihre Produkte niedrig. Heberer wünscht sich deshalb „faire Preise für qualitativ hochwertig produzierte Lebensmittel“. Denn auch die Kosten für die Agrarproduktion steigen, zudem wird versucht, natur- und umweltgerecht zu wirtschaften.

Hinzukommt: Klimawandel und Wetterbedingungen geben weiteren Anlass zur Sorge. Besonders die Trockenheit stellt ein schwer lösbares Problem dar. Thorsten Heberer versucht dennoch positiv zu bleiben: „Wir probieren, im Rahmen unserer Möglichkeiten dagegen vorzugehen.“ Sie arbeiten mit natürlichen Mitteln zugunsten der Umwelt und bereiten den Boden bestmöglich vor, sodass dieser mehr Wasser speichern kann. Die Tatsache, dass man in höchster Qualität Lebensmittel produzieren könne, sei doch am wertvollsten. Den Prozess der Entstehung, das Zusehen beim Wachsen und die Ernte als krönenden Abschluss findet Heberer nach wie vor faszinierend. Und so ist sich der Nachwuchsbauer trotz aller Widrigkeiten sicher: „Landwirt zu sein ist meine Berufung.“ Dahinter stehe er zu 100 Prozent. (Katharina Kleint)

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