Große Feier für nächstes Jahr geplant

Der Modellflieger-Verein FMC Dietzenbach wird 50

Lange Zeit standen Helikopter beim FMC im Fokus. Aktuell lassen viele Mitglieder des Vereins auch Wasserflugzeuge in die Luft und zu Wasser.
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Lange Zeit standen Helikopter beim FMC im Fokus. Aktuell lassen viele Mitglieder des Vereins auch Wasserflugzeuge in die Luft und zu Wasser.

Wenn Helikopter Loopings drehen und Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg in der Kreisstadt zum Sturzflug ansetzen, dann ist das kein Grund zur Panik. Es handelt sich nämlich um die kleinen Nachbauten der Mitglieder und Gäste vom Flug- und Modellbauclub (FMC) Dietzenbach. Dieser feiert dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Ralf Kaiser, Vorsitzende des Vereins seit 30 Jahren, blickt zurück auf Historie, Nachwuchssorgen und mittlerweile das zweite Jahr in der Corona-Pandemie.

Dietzenbach - „Das Vereinsleben steht fast still“, berichtet Kaiser, „wir dürfen zwar in Zweiergruppen auf den Platz, aber unser eigentliches Vereinsleben im Clubhaus ist während Corona nicht möglich.“ Das entlaste den Verein zwar finanziell, so der Vorsitzende, aufgrund niedriger Heizkosten, verschärfe aber auch ein weiteres Problem, das den FMC wie viele andere Vereine trifft: Zu wenige Kinder und Jugendliche können für das Engagement im Verein gewonnen werden. „Ein Teil des Problems für uns Modellflieger ist sicherlich die zunehmende Bürokratie, die erforderlich ist, um unserem Hobby nachzugehen.“ Gerade durch die Popularität von Drohnen kamen in den vergangenen Jahren auch mehr Hürden für die Modellflieger hinzu. So müssen alle, die diesem Hobby nachgehen wollen, nun seit gut drei Jahren neben einer Versicherung auch einen Kenntnisnachweis ablegen. Neben einer Gebühr von 25 Euro, ist vor allem ein zeitlicher Aufwand von zwei bis drei Tagen mit Schulungen erforderlich. „Und das erschwert den Einstieg für Jugendliche“, sagt der 63-jährige Vorsitzende. Dennoch gibt es bei den Modellfliegern auch positive Entwicklungen. „Wir konnten mit der Stadt Dietzenbach und der Unteren Naturschutzbehörde einen guten Kompromiss machen.“ Kaiser meint damit das angrenzende Waldstück, das den Hobbyfliegern seit einigen Jahren Probleme – aufgrund der Höhe der Bäume – beim Anflug bereitet. Die Bäume werden in einem bestimmten Areal nun gestutzt. Dafür überlässt der Verein einige weniger genutzte Flächen seines Geländes der Natur.

Trotz des herausragenden Ereignisses seines 50-jährigen Bestehens plant der Verein keine entsprechende Feier: „Wir haben im Vorstand lange überlegt und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nichts Halbherziges machen wollen und deshalb das Fest inklusive Flugschau lieber auf nächstes Jahr schieben, wenn hoffentlich die Pandemie vorüber ist“, sagt Ralf Kaiser.

Begonnen hat die Modellfliegerei in der Kreisstadt allerdings bereits in den 1960er Jahren. Damals fanden sich einige Dietzenbacher zum Modellbauen und Basteln zusammen. Zum Teil noch in einem umfunktionierten Pferdestall in der Frankfurter Straße. 1971 kam es dann zur Gründung des Flug- und Modellbauclub Dietzenbach. Es folgte die Pacht des Geländes am Sandhorst. Der Verein hatte in diesen Jahren enormen Zulauf, sodass bereits 1974 ein Aufnahmestopp für neue Mitglieder verhängt werden musste. Es gab so viele Modellflieger, dass die wenigen Funkkanäle auf 27 Megahertz bereits mehrfach belegt wurden.

Einer der Highlights der Clubgeschichte war der erste Flugtag in Dietzenbach. Insgesamt 4500 Zuschauer kamen damals. Aber auch harte Zeiten folgten. 1990 musste der Verein sein Clubhaus abreißen, da dem Regierungspräsidium keine Baugenehmigung vorlag. Es folgte der Bau eines kleineren, aber genehmigten Hauses. Da das angrenzende Wäldchen Anflüge mit regulären Flugzeugen immer schwieriger machte, konzentrierte sich der Verein auch eine Zeit lang auf den Helikopter in Miniformat. Der Internationale Modellhubschrauber-Wettbewerb „Schlüter Cup“ wurde fester Bestandteil der jährlichen Veranstaltungen. Im neuen Jahrtausend folgte schließlich der Kauf des gepachteten Geländes, finanziert durch Spenden der Mitglieder.

Neben Oldtimer-Flugzeugen wie Doppeldecker fokussiert man sich beim FMCD nun auch auf Wasserflugzeuge. „Dafür haben wir eine Einigung mit der Stadt Rodgau, die uns den Baggersee an einigen Abenden und zwei Mal im Jahr für Veranstaltungen zur Verfügung stellt“, so der Vorsitzende. Doch bis Zuschauer wieder diesem Summen und Treiben am Himmel beiwohnen können, werden wohl noch einige Monate ins Land ziehen müssen. (Lukas Reus)

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