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Der Wertstoffhof in Dietzenbach wird nicht erweitert

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Von: Anna Scholze

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An der Kapazitätsgrenze: Auf dem Gelände des Wertstoffhofs können keine weiteren Container aufgestellt werden. Archiv: Wittekopf
An der Kapazitätsgrenze: Auf dem Gelände des Wertstoffhofs können keine weiteren Container aufgestellt werden. Archiv: Wittekopf © -

Die Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Mittwoch hielt insbesondere für SPD und CDU eine ernüchternde Neuigkeit bereit. Die Fraktionen hatten gefordert, dass überprüft wird, inwiefern sich der Wertstoffhof erweitern lässt. Brauche es doch aus ihrer Sicht in der Kreisstadt eine Alternative zur mittlerweile für Privatpersonen geschlossenen EVO-Müllverbrennungsanlage (MHKW) und ebenso eine Annahmestelle für Altreifen.

Dietzenbach - Das einzurichten, so teilte die Stadt nun mit, sei jedoch nicht möglich. „Wir sind begrenzt in dem, was wir annehmen können“, machte Bürgermeister Dieter Lang deutlich. Das heißt: Mischabfälle oder Verbundstoffe sowie brennbarer Sperrmüll, die zuvor in der Verbrennung abgegeben werden konnten, dürfen in Dietzenbach nicht angenommen werden. Um dies zu ändern, braucht es eine Genehmigung durch das Regierungspräsidium Darmstadt. Doch ob diese am derzeitigen Standort erteilt würde, sei fraglich, heißt es im Bericht der Verwaltung. Hinzu kommt: „Unser Wertstoffhof befindet sich bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze“, so der Bürgermeister. Zusätzliche Container können somit nicht aufgestellt werden. Weiterhin fehle es an Verkehrsfläche, damit Wertstoffhof und Baubetriebshof problemlos bedient werden können.

Damit sich an der aktuellen Situation etwas ändere, müsse das bestehende Konzept überdacht werden, so Lang. „Doch dafür müssen wir viel Geld in die Hand nehmen“, erläuterte er weiter. Es handele sich dabei um ein Investment von rund sieben Millionen Euro.

Den Bürgern riet er nun, den Müll, den sie zuvor ins MHKW gebracht haben, beim Container-Dienst Totzek in Dreieich abzugeben. Altreifen würden indessen für einen geringen Betrag bei der jeweiligen Werkstatt entgegengenommen. Zusätzlich verweist die Stadt in ihrem Bericht darauf, dass es meist Gewerbetreibende sind, die Reifen illegal entsorgen. Dagegen seien Ablagerungen aus Privathaushalten sehr selten.

Christdemokrat Christoph Mikuschek reagierte indessen mit Unverständnis auf die Rückmeldung aus dem Rathaus. Schließlich sei es in anderen Kommunen auch möglich, dass die Bürger etwa ihre Autoreifen bei der Stadt abgeben. In Dietzenbach entstehe allerdings der Eindruck, dass man es vorziehe, nichts zu machen, bevor man etwas falsch mache. Er ist überzeugt: „Entweder stellen wir entsprechende Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung oder wir gewöhnen uns daran, dass wir in unserer Stadt regelmäßig an Müll vorbei spazieren.“ Und verwies damit auf den Berg aus Sperrmüll in der Talstraße. Dieser, so verkündete allerdings der Rathauschef, sei inzwischen weggeräumt.

Ein kurzer Rückblick: Leser Joachim Kehl kritisierte Ende Dezember die Zustände in seiner Straße. Kurze Zeit darauf erhielt die Redaktion ein Foto, das zeigt, wie der Berg aus Unrat stetig größer wird. Thomas Vollmuth, Geschäftsführer der Stadtwerke und kaufmännischer Leiter der Städtischen Betriebe teilte indessen mit, dass seinem Team die Hände gebunden seien, da der Müll nicht ordnungsgemäß bereitgestellt wurde und für den Müllwagen nicht erreichbar sei.

Dennoch setzten die Stadt und die Stadtwerke nach der Veröffentlichung in unserer Zeitung nun wohl alles daran, um das Problem zu lösen. Mitarbeiter der Hausverwaltung seien etwa darüber aufgeklärt worden, wie Müllentsorgung in Dietzenbach funktioniere, teilte Lang in der Bauausschuss-Sitzung mit. Er gehe davon aus, dass die Zusammenarbeit mit der Hausverwaltung, die kürzlich gewechselt habe, nun besser funktioniere.

Insgesamt sieht der Bürgermeister aber auch künftig im Hinblick auf die Müllproblematik nicht alleine die Stadtverwaltung in der Verantwortung. Hier müsse jeder Dietzenbacher mit anpacken. (Von Anna Scholze)

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