Kriminalität

Diebstähle in Dietzenbach nehmen zu: Polizei stellt Kriminalstatistik vor

Die Zahl der Diebstähle unter erschwerten Umständen in Dietzenbach hat im vergangenen Jahr zugenommen.
+
Die Zahl der Diebstähle unter erschwerten Umständen in Dietzenbach hat im vergangenen Jahr zugenommen.

In Dietzenbach sind die Zahlen der Kriminalstatistik erneut gesunken. Einen Ausreißer gibt es allerdings.

Dietzenbach – Andreas Bamberg, Leiter der Polizeistation Dietzenbach, hat überwiegend gute Nachrichten zu verkünden. Denn die Zahlen der Kriminalstatistik sind im vergangenen Jahr erneut gesunken. Wenn auch nicht so signifikant wie 2019, wie Bamberg einräumt. Dennoch ist die Zahl der erfassten Fälle innerhalb von zwölf Monaten von 1789 auf 1641 gefallen.

Einzige Ausreißer sind die verübten „Diebstähle unter erschwerenden Umständen“ und Wohnungseinbrüche. Bei ersterem, also den Diebstählen in Dietzenbach, bei denen es etwa Hindernisse zu überwinden galt, kam es zu einem Anstieg von 318 auf 346 Fälle. Im Hinblick auf Einbrüche in Wohnungen und Häuser waren es 112 anstelle von 84 Taten. „Wir haben hier eine Steigerung, die wir uns nicht erklären können“, sagt Bamberg.

Der Sprung nach oben hänge entweder mit einer reisenden Tätergruppe oder mit einer Gelegenheit zusammen, die den Beamten nicht bekannt sei, mutmaßt der Erste Polizeihauptkommissar. Allerdings: „Die Zahl ist für die Größe Dietzenbachs immer noch moderat“, betont er. Auch zeigten die Präventionsmaßnahmen, etwa die Aufklärung der Hausbesitzer in Sachen Sicherheitseinrichtung, insgesamt betrachtet ihre Wirkung.

Kriminalstatistik: Weniger Fahrraddiebstähle im Jahr 2020 in Dietzenbach

Erfreulich sei die Entwicklung, dass es bei den Körperverletzungen einen deutlichen Rückgang von 158 auf 138 Fälle gegeben habe. Die Aufklärungsquote liege bei 92,8 Prozent. Auch könne man bei den Rohheitsdelikten ein Minus von 41 Straftaten verzeichnen. „Die Abnahme dieser Fälle hat jedoch sicherlich auch etwas mit den Ausgangssperren im Rahmen der Pandemie zu tun“, erläutert Bamberg. Denn dadurch habe es weniger Gelegenheiten gegeben, um handgreiflich zu werden.

Ähnlich sieht es bei den Fahrraddiebstählen aus. Da gab es nur 69 Delikte (2019 noch 120). Doch das sei ebenfalls auf die coronabedingte Ausnahmesituation zurückzuführen. Denn: „Die Schulen waren teilweise geschlossen und viele Arbeitnehmer waren im Homeoffice“, so der Dietzenbacher Polizeichef.

Drogendealer hätten sich hingegen aufgrund des Ausgangsverbotes stärker in privaten Bereichen und nicht auf der Straße für ihr kriminelles Geschäft getroffen. „Das bedeutet für uns, dass wir erst einmal herausfinden müssen, wo sie sich aufhalten“, sagt Bamberg. Das habe dazu geführt, dass die Polizei im Jahr 2020 über 43 Taten weniger aktenkundig machen musste als zuvor. Normalisiere sich jetzt alles, könne die Zahl wieder steigen.

Polizei Dietzenbach sucht verstärkt Kontakt zu Jugendlichen und Senioren

Auch wenn dies eher eine negative Prognose sei, so hoffe er dennoch, dass nach dem Lockdown wieder mehr möglich ist. „Denn wir haben einige Ideen für Präventionsmaßnahmen“, sagt Andreas Bamberg. So wolle man etwa gemeinsam mit der Stadt die Maßnahmen innerhalb der hessischen Sicherheitsinitiative „Kompass“ intensivieren. Darüber hinaus seien er und sein Team bestrebt, insbesondere nach den Attacken gegen die Polizei und die Feuerwehr im Mai 2020, verstärkt Kontakt zu Jugendlichen zu suchen und eine Sprechstunde zu etablieren. „Zudem waren wir bereits beim städtischen Boxprojekt zu Besuch“, so Bamberg weiter.

Doch nicht allein zu den jungen Dietzenbachern soll der Kontakt enger werden. Denn die Polizei will, insofern es die Pandemie zulässt, ebenso ein Ohr für die Sorgen und Nöte der älteren Kreisstädter haben. Auch für sie soll es eine regelmäßige Sprechstunde geben. Weniger Aufklärungsbedarf gebe es mittlerweile im Hinblick auf den sogenannten Enkeltrick. „Wir haben zwar immer noch viele Versuche für solche Delikte, doch diese führen nur noch selten zum Erfolg“, so der Dienststellenleiter. So seien im vergangenen Jahr lediglich drei Senioren auf die Betrüger hereingefallen. (Anna Scholze)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare