Freude für den besten Freund des Menschen

Anlauf mit vier Pfoten: Hundeplanschen beendet Dietzenbacher Freibadsaison im Waldschwimmbad

Mit dem Hund durchs Wasser toben: Michael (links) und Soumil Singh haben sichtlich Spaß, genauso wie Hündin Gracie.
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Mit dem Hund durchs Wasser toben: Michael (links) und Soumil Singh haben sichtlich Spaß, genauso wie Hündin Gracie.

So richtig geheuer sind die tosenden Fluten der kleinen Kim nicht. Betrachtet man den ängstlichen Blick der Hundedame, gewinnt man zumindest diesen Eindruck. Gracie hingegen nimmt Anlauf mit vier Pfoten und hüpft in das seichte Wasser des Nichtschwimmerbeckens, um dem Ball von Herrchen Michael Singh nachzujagen. Als die Wogen sich glätten, taucht die Schnauze des Labrador-Weimeraners wieder im schimmernden Blau auf. Mit erfolgreicher Beute. Rasch paddelt die Hündin zurück an den Beckenrand, um nach einer weiteren Runde zu verlangen.

Dietzenbach – Die beiden Hundedamen gehören zu den vierbeinigen Besuchern des diesjährigen Hundeschwimmens im Waldschwimmbad. Zum Saisonende gab in der Kreisstadt eine Besonderheit: Sowohl Mensch als auch Hund durften sich bei schönster Septembersonne ins kühle Nass begeben. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, findet Kims Herrchen Ömer Sabry, denn in umliegenden Kommunen müssen Hundehalter am Beckenrand bleiben. Dass diese Möglichkeit auch außerhalb des Landkreises Anklang findet, bestätigt Badleitung Susanne Hohmann: „Wir haben Gäste aus Gießen, Friedberg oder Frankfurt.“

Der Filmemacher Ömer Sabry hat seiner Hündin Kim sogar ein Geschirr mit einer Kamera umgeschnallt. „Ich würde daraus gerne einen Film machen, der den Besuch aus der Sicht eines Hundes zeigt.“ Doch Kim sieht das wohl anders. Skeptisch schaut der Jack-Russell-Mix auf die unruhige Wasseroberfläche und traut sich keinen Millimeter zu nah heran. Auch die Spieleinladung anderer Fellnasen lehnt Kim ab und jagt lieber über die weitläufige Wiese auf dem Freibadareal. „Da muss ich wohl mal schauen, was dabei für Aufnahmen rauskommen“, meint Sabry.

Genug Zeit zum Spielen und Planschen

Familie Singh hingegen hat Mühe, ihre Gracie überhaupt wieder an Land zu kriegen. Mit ihrer dreijährigen Hündin besuchen die Dietzenbacher zum ersten Mal das Hundeschwimmen, das das Waldschwimmbad seit 2016 anbietet. „Wir nutzen den Tag als Familienausflug“, erzählt die 18-Jährige Ria, während ihr jüngerer Bruder mit Gracie und Vater Michael im Wasser spielt. Neben dem Spaß sieht Mutter Anamika Singh noch einen weiteren Vorteil. „Ich glaube, so sauber war Gracie noch nie“, sagt sie und lacht.

Zum Spielen und Planschen bleibt genug Zeit. Das Prinzip der Zeitslots, das diese Saison eingeführt worden ist, wurde auch für das Hundeschwimmen aufgegriffen, allerdings nicht stundenweise. „Wir haben diesmal Tagestickets pro Hund verkauft“, erläutert Hohmann. An zwei Tagen standen somit je 200 Eintrittskarten zur Verfügung. „Meistens kommen auf einen Hund zwei Halter, somit bleiben wir in dem Bereich der Besucheranzahl, die wegen Corona zulässig ist“, führt die Badleiterin aus.

Der Frankfurter Thomas Pohl ist indessen eher zufällig in der Kreisstadt gestrandet. „Wir haben uns einfach nur einen Termin rausgesucht und dabei nicht gesehen, dass wir auch ins Wasser dürfen“, bedauert er. „Aber schön ist es hier, wir kommen nächstes Jahr wieder“, sagt er anerkennend. Seine Hundedame ist allerdings auch mit dem Herrchen am Beckenrand zufrieden. Dessen Hilfe benötigt sie schließlich, um wieder aus dem Springerbecken zu kommen. Die Pfoten finden keinen Halt am glatten Rand. Damit das Herrchen aber nicht gänzlich auf den feuchten Spaß verzichten muss, weiß Ida eine Lösung: Das lange, rotbraune Fell schüttelt sie ausgiebig vor ihrem Herrchen aus. (Von Lisa Schmedemann)

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