Kultur

Ausnahmetalente an vier Saiten: Ayumi-Sophie und Miyoko-Claire Jung triumphieren auf Wettbewerben

Das Wort Talent wird heutzutage vor allem im Sport schon nahezu inflationär verwendet. Auf zwei Dietzenbacherinnen trifft dieses Wort aber ohne Übertreibung zu: Ayumi-Sophie und Miyoko-Claire Jung, zehn und acht Jahre alt, triumphieren in ihren Altersklassen an der Violine und dem Cello. Auch bundesweite Wettbewerbe wurden schon gewonnen.

Dietzenbach – Hinter dem Erfolg steckt nicht nur Talent und eine Menge Disziplin, sondern auch die Eltern Marcel Jung und Nami Ejiri, die ihre Töchter unterrichten und fördern.

Angefangen haben Ayumi und Miyoko mit ihrer musikalischen Karriere bereits mit gut vier Jahren. Die Empfehlung für ihre Instrumente bekamen die beiden von ihrer Mutter Nami Ejiri, die selbst eine international bekannte Pianistin und Musiklehrerin ist. Die aus Tokio stammende Ejiri durfte als beste Absolventin in Japan bereits der Kaiserfamilie vorspielen. „Sie weiß einfach mit ihrer jahrelangen Erfahrung genau, welches Instrument am besten zur jeweiligen Person passt – das ist eine Typen-Frage“, sagt Vater Marcel Jung, der auch eine eigene Musikagentur betreibt. Ayumi, mehr der zierliche Typ, ist mit ihren filigranen Händen flink auf den Saiten der Violine unterwegs. Miyoko bringe mit ihren stärkeren Händen ein gutes Potenzial mit, die dicken Saiten des Cellos zu bespielen.

2016 feierte Ayumi ihr Orchesterdebüt als Solistin in Jerewan

Steil geht die Entwicklung der beiden Mädchen voran, sodass sie sich schon früh auf Wettbewerben messen. „Ich hab schon früh gelernt, dass man da eigentlich nicht nervös sein muss, denn Publikum gibt es bei den Wettbewerben sowieso kaum bis auf die Jury“, sagt die zehnjährige Ayumi. Im Jahr 2016 feierte Ayumi als Solistin ihr Orchesterdebüt mit dem staatlichen armenischen Kammerorchester in Jerewan. Doch Talent allein hilft nicht, es gehört auch einiges an Disziplin dazu: Ayumi übt täglich drei Stunden, Miyoko eine Stunde. Corona-bedingt fielen einige Wettbewerbe und Konzerte aus. Der Wettbewerb „Jugend musiziert“ wurde allerdings trotzdem veranstaltet – und zwar online. Die beiden Mädchen reichten dazu Videos ein. Die Musikstücke können sich die Künstler bei dem Wettbewerb selbst aussuchen. „Da kommt es dann darauf an, dass es einerseits nicht zu schwer ist, andererseits aber anspruchsvoll genug, dass man auch gut Punkten kann“, sagt Vater Jung.

Probe im Wohnzimmer: Mit ihren jungen Jahren räumen Ayumi (links) und Miyoko bereits viele Preise ab.

Miyoko erreichte in ihrer Altersgruppe, die nur bis zu einem regionalen Wettbewerb reicht, den ersten Platz.

Nachbarn kamen zu Corona-Zeiten in den Genuss der Talente

Die große Schwester durfte sich auch schon mit älteren messen. Durch ihre Begleitung am Klavier, die 14-jährige Noukie Sophie Nguyen, konnte sie in der sogenannten Altersgruppe drei antreten, in der auch Jugendliche, die vier bis fünf Jahre älter als Ayumi sind, antreten. Sowohl auf regionaler, als auch auf Landesebene überzeugte das Duo die Jury und erreichte jeweils den ersten Platz. Für den Wettbewerb auf Bundesebene studierten die beiden noch mal ein neues Stück ein und landeten mit 24 von maximal 25 Punkten auf dem Siegertreppchen. Durch einen weiteren Sieg bei dem renommierten Mendelssohn-Wettbewerb können Ayumi und Miyoko im September für ein Konzert in das Mendelssohn-Haus nach Leipzig reisen.

In der Corona-Zeit kamen aber auch die Nachbarn der beiden in den Genuss, die jungen Talente selbst zu hören, denn sie spielten ein kleines Konzert auf der Straße während des ersten Lockdowns. „Das ist meine schönste Erinnerung an Corona“, sagt Ayumi.

Eine Kostprobe der beiden finden sich im Internet auf der Videoplattform Youtube unter Eingabe der jeweiligen Namen. (Von Lukas Reus)

Rubriklistenbild: © Reus

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