Stadtpolitik

Untreue-Vorwurf gegen Bürgermeister: „Das ist Wahlkampfgetöse“

Bürgermeister Jürgen Rogg weist die Vorwürfe  zurück. 
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Bürgermeister Jürgen Rogg weist die Vorwürfe zurück. 

Dem Dietzenbacher Bürgermeister Jürgen Rogg (parteilos) wird Untreue vorgeworfen. Der Rathauschef hält das für „Wahlkampfgetöse“.

Dietzenbach – Nach der von den Sozialdemokraten Rainer Engelhardt und Jerome Alex eingereichten Fachaufsichtsbeschwerde gegen ihn beim Regierungspräsidium Darmstadt und beim Kreis Offenbach gibt sich Rathauschef Jürgen Rogg „relativ relaxed“. Er habe erwartet, dass da noch etwas nachkommt. Man prüfe jedenfalls parallel rechtliche Schritte gegen Engelhardt wegen Ruf- und Geschäftsschädigung. Als Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke – den Posten hatte Engelhardt in der vergangenen Woche niedergelegt – sei er auch im Nachgang zur Verschwiegenheit verpflichtet, sagt Rogg, der dem Aufsichtsrat vorsitzt, und der den im Raum stehenden Vorwurf von Untreue „starken Tobak“ nennt. Es gehe immerhin um Geld, was von der Stadt zur 100-prozentigen Tochter geflossen sei.

Vorwürfe gegen Dietzenbacher Bürgermeister: Die Amtspflicht verletzt

Engelhardt und Alex behaupten, es bestehe der berechtigte Verdacht, dass der Bürgermeister seine Amtspflichten verletzt habe, indem „von ihm im Jahr 2019 nachweislich ein Betrag von 4,5 Millionen Euro aus dem Anlagenfonds der Kreisstadt entnommen wurde und als Darlehen der Stadtwerke Dietzenbach GmbH gewährt wurde“. Sowohl diese Entnahme als auch die anschließende Darlehensgewährung seien ohne eine Beschlussfassung durchs Parlament erfolgt, schreiben die Sozialdemokraten in ihrem Brief an Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid und an Landrat Oliver Quilling.

Dietzenbacher Bürgermeister bezeichnet Vorwürfe als „Wahlkampfgetöse“

„Das ist Wahlkampfgetöse, da wird viel aufgewirbelt“, meint Rogg „oder vielleicht sogar eine alte Wunde“ und spielt damit auf den Bürgermeisterwahlkampf 2009 an, als SPD-Mann Engelhardt gegen den parteilosen Kandidaten unterlegen war. Er erwarte in den kommenden Wochen noch mehr „Schmuddelkram“. Ob er zum dritten Mal antritt, wollte Rogg noch nicht sagen und auch keine Gerüchte kommentieren. Er werde den Zeitpunkt selbst bestimmen, wann er seine Entscheidung bekannt gebe. Das werde in den kommenden zwei Wochen sein. (ron)

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