Stadt kündigt Maßnahmen an

Spessartviertel in Dietzenbach: Ärger über fehlende Corona-Vorschriften

Corona-Hotspot Spessartviertel? In den Hochhäusern leben viele Menschen, nicht alle halten sich an Maskenpflicht und Abstand.
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Corona-Hotspot Spessartviertel? In den Hochhäusern leben viele Menschen, nicht alle halten sich an Maskenpflicht und Abstand.

Als Corona-Hotspot ist das Spessartviertel in Dietzenbach noch nicht in Erscheinung getreten. Doch weil einige Bewohner sich nicht an die Corona-Regeln halten, wächst die Angst.

  • Auch im Kreis Offenbach steigen die Corona-Fallzahlen täglich.
  • Im Spessartviertel in Dietzenbach wächst die Angst vor Corona-Ausbrüchen.
  • Laut einer Eigentümerin werden Abstands-und Hygienevorschriften nicht eingehalten.

Dietzenbach – Zuletzt stand das Spessartviertel im Sommer dieses Jahres in den Schlagzeilen. Rund 3000 Menschen, eher mehr, leben hier in fünf Hochhäusern. Das sind auf engem Raum verhältnismäßig viele Menschen, zumindest in den Aufzügen, Eingangsbereichen und Treppenhäusern kann es dort zu Gedränge kommen. In Zeiten rasant steigender Corona-Zahlen geht deswegen dort nun die Angst um, dass sich die Wohnanlagen zu einem Infektions-Hotspot entwickeln könnte.

„Die bestehenden Abstands- und Hygienevorschriften werden im öffentlichen Bereich nahezu komplett nicht eingehalten“, beschwert sich Wohnungseigentümerin Silvia Ohde bereits Mitte Oktober in einem Schreiben an die Stadt. „In den Aufzügen trägt nahezu niemand einen Mund-und-Nasenschutz, auf Abstand wird nicht geachtet, stattdessen quetschen sich jeweils möglichst viele Personen in einen Aufzug“, beschreibt sie die Situation. Wenn man die Bewohner darauf aufmerksam mache, reagierten diese mit Unverständnis, die Hausverwaltung bleibe untätig, es gebe keine Hinweise auf eine Maskenpflicht. „Hiermit bitte ich Sie, als die zuständigen und verantwortlichen Vertreter der Stadt, endlich tätig zu werden, statt sehenden Auges untätig den nächsten Hotspot zu riskieren“, endet das Schreiben.

Corona in Dietzenbach: „Bedrohliche Situation“ im Spessartviertel

Zwei Wochen später und nach einem gehörigen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz meldet sich Silvia Ohde erneut mit einem Schreiben an die Stadt und unsere Redaktion: Ihre Mail sei den Verantwortlichen bei der Stadt nicht einmal eine Antwort wert gewesen, ärgert sie sich. Die Stadt habe in „dieser bedrohlichen Situation“ nichts unternommen. „Ich weise Sie nochmals darauf hin, dass bei einem Corona-Ausbruch die Situation ganz schnell kritisch werden kann“, schreibt die empörte Wohnungseigentümerin in einer weiteren Mail. „Denn bei der Notwendigkeit, eventuell ein ganzes Haus oder gar die gesamte Großwohnanlage unter Quarantäne stellen zu müssen, dürfte die Überwachung der Einhaltung der Quarantäne und auch die Versorgung der Bewohner fast unmöglich sein. Außerdem würden die vernünftigen Bewohner abgestraft.“

Die für die fünf Hochhäuser zuständige Immobilienverwaltung Rosenpark GmbH teilt auf Anfrage der Redaktion mit: „Wir haben alle Maßnahmen ergriffen, die möglich sind.“ Es seien Schilder in den Häusern und Aufzügen aufgehängt worden. „Alle Hausmeister tragen Masken und weisen die Bewohner auf das Tragen von Masken hin“, heißt es. In den Häusern handele es sich um private Bereiche, betont die Verwaltung.

Corona im Kreis Offenbach: Angst vor Ausbrüchen im Spessartviertel - Aufklärungskampagne

Auch beim Kreis Offenbach verweist man darauf, dass der private Raum besonders geschützt sei und dem Hausrecht unterliege, weswegen Verordnungen des Gesundheitsamtes nur als Empfehlung gelten könnten. „Für Kontrollen ist die Stadt oder die Landespolizei zuständig“, wofür es jedoch im privaten Bereich eines Anlasses bedürfe. Als besonderer Corona-Hotspot seien die Hochhäuser bislang nicht in Erscheinung getreten, „größere Ausbrüche sind dort nicht bekannt“. Wegen des diffusen Infektionsgeschehens sei es allerdings momentan auch schwierig, Hotspots als solche zu identifizieren.

Auf Nachfrage antwortet ebenso die Stadt, dass es sich um private Bereiche handele. Just gestern hat die Stadt allerdings eine größere Aufklärungskampagne zu Corona angekündigt (ausführliche Berichterstattung folgt). Mit der Hausverwaltung der Wohnanlagen sei man in Kontakt. Man stelle mehrsprachige Hinweisplakate und -schilder, die bereits vielerorts im Stadtgebiet sichtbar seien, zur Verfügung, informiert Stadtsprecher Tim Kath. Die Hausverwaltung habe zugesagt, diese aufzuhängen. (Von Niels Britsch)

Spessartviertel in Dietzenbach: Vom Prestigeobjekt zum Problemviertel

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