Aller guten Berge sind drei

Dietzenbachs Bürgermeister Jürgen Rogg führt Wanderer auf die höchsten Gipfel der Kreisstadt

Hügel auf dem Gipfel: Bürgermeister Jürgen Rogg (rechts) erzählt den Teilnehmern der Wanderung die Geschichte der Steine auf dem Ebertsberg.
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Hügel auf dem Gipfel: Bürgermeister Jürgen Rogg (rechts) erzählt den Teilnehmern der Wanderung die Geschichte der Steine auf dem Ebertsberg.

Eine Bergtour rund um Dietzenbach. Das könnte vom ein oder anderen erstmal mit einem fragenden Stirnrunzeln quittiert werden. Doch es ist Tatsache, dass Wingerts-, Hexen- und Ebertsberg die drei höchsten Erhebungen im Kreis Offenbach sind. Grund genug für Bürgermeister Jürgen Rogg zu einer Gipfel-Tour einzuladen.

Dietzenbach – Zusammen mit Freund und Wanderexperte Ewald Gaubatz hatte der Rathauschef vor zwei Jahren die Idee zu dieser Bergtour. Rogg – selbst leidenschaftlicher Bergwanderer – ist seit 30 Jahren Mitglied im Deutschen Alpenverein. Eigentlich sollte die Wanderung bereits im vergangenen Jahr stattfinden, aber starke Hitze hatte damals einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Teilnehmer bewältigen insgesamt mehr als 1 000 Höhenmeter

Diesmal klappt’s. Gut zu Fuß sollten die Teilnehmer sein, denn allein die Länge der Strecke von mehr als zehn Kilometern hat es in sich: Vom Startpunkt Wingertsberg geht’s zum Hexenberg, von dort zum Ebertsberg und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Teilnehmer bewältigen auf der Strecke insgesamt mehr als 1 000 Höhenmeter.

Rogg begrüßt coronabedingt nur elf Mitwanderer auf der Gipfel-Tour. Die Führung sei doppelt überbucht gewesen, sagt der Rathauschef vor dem Anstieg zum Wingertsberg. Desen höchster Punkt ist leicht zu finden, ein deutlich sichtbares, gelbes Schild markiert den mit 198 Metern höchsten Punkt des Berges, der seinen Namen dem Weinanbau, den schon die Römer dort praktizierten, verdankt. Neben Historischem erfahren die Teilnehmer von einem „Dauerbrenner“: „Ein Reizthema hier oben sind die vielen Gärten mit ihren Zäunen und die nicht genehmigten wilden Bauten.“ Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die Stadt nichts dagegen unternehme, antwortet Rogg: „Es ist ein Kampf gegen Windmühlen.“ Die Stadt könne Verstöße lediglich an die zuständige Kreisbauaufsicht melden.

Hexenberg höchste Erhebung im Kreis Offenbach

Dass der Wingertsberg seinem Namen auch heute noch berechtigterweise trägt, zeigt Rogg beim nächsten Stopp, dem Weinanbau der Gemeinschaft „Kionka-Gieseler“.

Anschließend geht’s weiter auf den Hexenberg. Der steile Weg auf den Hexenberg stellt sich als eine kleine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Mit 218 Metern ist er die höchste Erhebung im Kreis Offenbach. Das Hinweisschild ist einfach zu finden, es steht direkt am Eingang zum Wasserturm. Auf dem Weg dorthin bemerkt Rogg in einem der Gärten eine eventuell nicht angemeldete Hundeschule. Der Betreiber hat wohl Pech gehabt.

Nach einer kurzen Pause wandert die Gruppe abwärts Richtung Ebertsberg. Der liegt mitten im Wald, unweit des Friedwalds und ist relativ schwer zugänglich. Einen Fußweg gibt es nicht. Die Wanderer entdecken am „Gipfelkreuz“ einen Steinhaufen. Dabei handele es sich nicht um ein Hügelgrab, sondern um eine Tradition, erläutert Rogg. „Wenn man sich umschaut, bemerkt man nur wenige richtig dicke Bäume.“ Frauen aus dem Westend hätten den Wald erst in der Nachkriegszeit aufgeforstet, Steine aufgesammelt und auf dem Gipfel aufgeschichtet, berichtet der Rathauschef, bevor die Route vom Ebertsberg wieder zurück zum Ausgangspunkt führt.

„Eine ganz tolle Idee“, findet Winno Sahm aus Rodgau die Idee der Bergtour. Auch Marlen und Carsten Uwira aus Bremen, die Dietzenbacher Freunde besuchen, sind begeistert und überrascht, „dass die Stadt ein so tolles Naherholungsgebiet hat“. (Burghard Wittekopf)

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