Ein Hauch Weinfestatmosphäre

Winzer und Besucher sind dankbar für Alternativ-Veranstaltung im Capitol

Eine Gruppe hält ihre Weingläser zum Anstoßen hoch
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Für treue Fans des traditionellen Weinfests ist die Veranstaltung im Capitol gewöhnungsbedürftig, dennoch freuen sich alle, dass es gelungen ist, eine Alternative unter Corona-Bedingungen zu organisieren.

Die Corona-Pandemie schränkt das kulturelle Leben weiterhin ein. Viele Veranstaltungen sind aufgrund der strengen Auflagen derzeit nicht umsetzbar, erst recht nicht ein großes Fest wie das beliebte Dietzenbacher Weinfest.

Dietzenbach – Doch ganz auf den Rebensaft müssen die Dietzenbacher nicht verzichten, denn die Stadt hat die 1. Dietzenbacher Weintage ins Leben gerufen, bei denen ausgewählte Winzer ihre Erzeugnisse im Capitol am Europaplatz anbieten. Am Wochenende ging das Format in die erste Runde.

Für die Weinbauern ist dieses Ereignis eine Chance, Kundenkontakte zu pflegen und auszubauen. Denn diese sind durch die Corona-Krise nahezu eingeschlafen. „Wir haben die Anfrage, ob wir hier mitmachen wollen, dankbar angenommen“, sagt Ottmar Lang vom gleichnamigen Weingut. Der Winzer kommt aus dem 140 Kilometer entfernten pfälzischen Ingenheim. Auch Leander Hilgert aus Horrweiler in Rheinhessen, das Badische Weinhaus Werner aus Liederbach am Taunus und der Weinhandel und Weinverkauf Karl Kulick aus Groß-Umstadt sind mit ihren Weinen dabei.

Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, denn die Ratsstube bietet an ihrem Stand Leckereien wie gegrilltes Gemüse, Tapasplatten und Spundekäs an. Um die musikalische Unterhaltung kümmern sich „Big T“ und das Duo „Don’t Stop Music“.

Natürlich ist alles coronakonform vorbereitet: Die 20 Biertischgarnituren sind in entsprechendem Abstand aufgestellt und desinfiziert, Handdesinfektion steht bereit und es besteht die Pflicht, abseits vom eigenen Platz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Den Tisch wählt man nicht selbst, Gruppen die zusammengehören, werden an einer Tafel platziert. An den Ständen gibt es kein Gedränge, außerdem stehen die Türen offen, sodass Wind den Saal lüftet.

Die Auswahl an Weinen ist groß, jeder Winzer hat seine eigenen Kreationen dabei. Ob Grau- oder Weissburgunder, Riesling oder einen roten Tropfen, jeder findet etwas für seinen Geschmack. So erleben die Gäste im Capitol einen Hauch von Weinfestatmosphäre. „Man kann das nicht mit dem Weinfest vergleichen“, meint Besucher Uwe Farenkopf, „aber vielleicht hätte man den Saal doch etwas mehr schmücken können.“

Auch Sebastian Wiegand, Petra Siebenmorgen sowie Daniela und Oliver Strupp finden die Atmosphäre „etwas gewöhnungsbedürftig“. Aber unter den Bedingungen sei eben nichts anderes möglich. Eine weitere Besucherin, die nicht namentlich genannt werden möchte, meint hingegen: „Die Dietzenbacher haben wenigstens etwas auf die Beine gestellt, während die Heusenstammer nichts hingekriegt haben.“

Die Winzer Ottmar Lang und Karl Kulick sind mit der Stimmung im Saal jedenfalls zufrieden. „Der Freitag war am frühen Nachmittag nicht gut besucht, aber dafür ist der Samstag gut angenommen worden“, meint Lang.

Auch am kommenden Wochenende, Freitag, 31. Juli, und Samstag, 1. August, haben Weinliebhaber noch die Möglichkeit, im Capitol den einen oder anderen Tropfen zu verkosten. Karten gibt es online auf tickets-dietzenbach.de. Bereits beim Ticketkauf müssen sich die Besucher für eines der beiden Zeitfenster, von 16 bis 19.30 Uhr und von 20 bis 23.30 Uhr entscheiden. In der halbstündigen Pause werden jeweils die Tische und Bänke desinfiziert. (Burghard Wittekopf)

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