Zusammenarbeit über Wolken

Controlware GmbH bietet Unternehmen Software-Lösungen für das Homeoffice an

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In der Waldstraße liegt die Firmenzentrale der Controlware GmbH. Dort arbeiten rund 500 Menschen.

Alle Zeilen dieses Artikels entstehen im Homeoffice. Dass die Umstellung von der Arbeit vor Ort in Zeiten der Corona-Krise einfach nach Hause verlegt werden kann, ist moderner Software-Lösungen zu verdanken.

Dietzenbach – Durch diese können Unternehmen weiter wirtschaftlich tätig sein, während ihre Angestellten zu Hause arbeiten und damit die Ausbreitung des Virus verhindern. Die Firma Contralware in Dietzenbach bietet diese Lösungen an und erlebt gerade einen Ansturm, der auch manchen Server an seine Grenzen bringt.

Mittelpunkt der Software-Lösungen ist die sogenannte „Cloud-Collaboration“. Als Cloud (deutsch: Wolke) wird in der IT-Fachsprache das Bereitstellen von verschiedenen Services über das Internet bezeichnet. Dabei betreibt ein Anbieter irgendwo auf der Welt ein Rechenzentrum und stellt Daten von dort aus seinem Kunden per Internet zur Verfügung. „Populäre Beispiele hierfür sind WhatsApp oder Facebook“, berichtet Rouven Ashauer, der Business Development Manager bei der Controlware GmbH ist.

Unter den Begriff Collaboration (deutsch: Zusammenarbeit) fallen alle Dienste, die für die Unternehmens-Zusammenarbeit relevant sind. „Hierzu gehören Dienste wie Telefonie, Chat, Mail, aber auch Videokonferenzen, virtuelle Whiteboards sowie Nachrichten- und Dateiaustausch in virtuellen Teams. Letzteres ist vergleichbar mit dem Kurznachrichtendienst WhatsApp“, verrät Ashauer.

In Summe sind Cloud Collaboration-Lösungen Werkzeuge für Unternehmen, um die Mitarbeiter orts- und zeitunabhängig zu verbinden. Diese Technologie gewinnt immer mehr an Relevanz und ist während der Corona-Pandemie die einzige Möglichkeit für Firmen, produktiv zu bleiben.

Nicht nur durch das Coronavirus, sondern auch durch die Digitalisierung erlangten die „wolkenbasierte“ Zusammenarbeit immer mehr an Bedeutung. „Derzeit sind durch den Corona-Virus Web- und Videokonferenzen sowie Team-Collaboration-Tools besonders gefragt, um den persönlichen Austausch weiterhin virtuell zu gewährleisten“, erzählt Ashauer, „die Nachfrage nach Heimarbeitsplätzen explodiert verständlicherweise gerade, da – wenn möglich – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten.“

Doch viele Unternehmen waren auf den Wechsel zum Homeoffice nicht eingestellt und die firmeneigene IT und Infrastruktur ist mit der plötzlichen Umstellung an ihrer Grenze, wie Stefanie Zender, Sprecherin der Controlware GmbH, weiß.

Durch den aktuellen Ansturm sind auch die Server und die Infrastruktur insgesamt an ihren Grenzen, weshalb es auch mal zu Störungen kommt. In China verzeichnete der Anbieter Cisco, mit dem Controlware zusammenarbeitet, einen Anstieg dieser Cloud Collaboration-Lösungen um das 22-fache. In anderen Ländern liegt dieser beim Siebenfachen. Für Deutschland könnten noch keine Angaben gemacht werden. Die professionellen Videokonferenzsysteme ermöglichen es bis zu 1000 Mitarbeiter zusammenzuschalten, in den meisten Fällen werden allerdings nur Systeme für vier bis fünf Teilnehmer benötigt.

Da es mit der Umrüstung nun schnell gehen muss, bietet das Unternehmen seinen Kunden nun Testversionen an, die schnell einzurichten sind. „Erweiterungen um fest verbaute Videokonferenzsysteme sind natürlich möglich, aber durch Probleme bei der Herstellung und vor allem Anlieferung, da viele Grenzen aktuell geschlossen sind, langfristiger zu planen“, berichtet Ashauer, der seine Arbeit ebenfalls von zu Hause erledigt.

Auch bei der Controlware GmbH befinden sich derzeit viele weitere Mitarbeiter im Homeoffice. „Außer die Kundenbetreuer und IT-Spezialisten, die müssen jetzt vor Ort sein“, sagt Zender

VON LUKAS REUS

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