Überraschung für Jürgen Heyer

Diamant-Bar für Ehrenbürgermeister

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Neuer Tresen: Ehrenbürgermeister Jürgen Heyer (MItte) freut sich zusammen mit dem Erbauer, Gottfried Kuzelka, (links) sowie dem Seniorenhilfevorsitzenden Friedrich Jüde über die „Diamant-Bar“ im Göpfert-Haus.

Dietzenbach - Freunde überaschen Jürgen Heyer mit einem selbst gebauten Tresen im Reinhard-Göpfert-Haus. Obendrauf gibt’s Kunst mit persönlicher Widmung für den ehemaligen Rathauschef. Von Ronny Paul

„Keine Feier ohne Heyer“ – wer Jürgen Heyer kennt, kennt auch diesen Spruch. Und da Dietzenbachs Ehrenbürgermeister nun mal gerne in Gesellschaft ist, haben Irmgard und Jürgen Heyer ihre Diamantene Hochzeit im Kreise ihrer Freunde und Weggefährten zelebriert. Und das nicht an irgendeinem Ort, sondern dort, wo das Ehepaar 1983 bereits zur Silbernen Hochzeit geladen hatte: „Mir war es wichtig, im Göpfert-Haus zu feiern“, sagt der 83-Jährige und zitiert Wilhelm Freiherr von Humboldt: „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“ Und in der 1976 erbauten Begegnungsstätte im Westend hat Heyer etliche Stunden seines Lebens verbracht. Etwa seinerzeit als Vorsitzender der Seniorenhilfe Dietzenbach. „Jedes Mal nach dem Basar der Seniorenhilfe, erinnert er sich, haben wir uns nach dem Aufräumen an die Bar gesetzt und sinniert.“ Doch diese Bar wurde in jüngster Zeit von den im Göpfert-Haus beheimateten Vereinen und Initiativen vermisst, seitdem sie im November 2015 zur zwischenzeitlichen Unterbringung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge weichen musste.

Gottfried Kuzelka vom Freundeskreis Göpfert-Haus hatte die Idee, dem Ehepaar zur Diamantenen Hochzeit ein besonderes Geschenk zu machen und eine neue Bar in die Begegnungsstätte einzubauen. „Ich wollte Jürgen überraschen“, sagt Kuzelka. „Aber was könnte man ihm schenken, er hat ja schon alles“, sagt der Sozialdemokrat, der mit seinem Parteigenossen Heyer seit rund 50 Jahren befreundet ist. Und da habe er sich gedacht: „Wenn schon in Frankreich eine Allee (Anm. d. Red: in Dietzenbachs Partnerstadt Vélizy-Villacoublay) nach ihm benannt ist und er den Heyer Tower (Aussichtsturm auf dem Wingertsberg) hat, dann braucht er auch eine eigene Bar.“ Gesagt, getan.

Zusammen mit dem 87-jährigen Schreinermeister Erwin Haller hat sich Kuzelka ans Werk gemacht, die Dimensionen im Haus ausgemessen. Haller hat dann Baupläne gezeichnet und in seiner kleinen Werkstatt in der Altstadt hat das Duo dann die Materialien angefertigt. „Erwin Haller hat die Feinarbeiten erledigt, ich war fürs Grobe zuständig“, berichtet der ehemalige Stadtverordnetenvorsteher. An drei Tagen haben sie die vorgefertigten Teile im Göpfert-Haus zusammengezimmert. Dann galt es noch, ein Schild für die Bar zu besorgen. Kuzelka dachte ursprünglich an den Künstler Karl-Heinz Wagner, der 93-Jährige winkte aus Altergründen ab, spendete aber ein „Heyer Tower“-Gemälde. Seniorenhilfevorsitzender Friedrich Jüde brachte Kuzelka auf die Idee, die Ratte-Ludwig-Mama Uschi Heusel zu fragen. Die habe sofort Papier und Stift gezückt und gezeichnet, schildert Kuzelka.

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Die Überraschung am Tag der Diamantenen Hochzeit war für den Ehrenbürgermeister groß: Er sei dankbar, fühle sich geehrt und habe sich riesig gefreut, sagt Heyer. Den Sitztest an der Bar hat er auch schon hinter sich: „Es ist ein wunderbares Gefühl, da zu sitzen – und wenn ich hochschaue den Ludwig und den Heyer Tower zu sehen.“

Statt Geschenke zur Diamantenen Hochzeit hatte das Ehepaar Heyer die Gäste um Spenden für „Erhalt und Verschönerung“ des Göpfert-Hauses gebeten. Rund 2 000 Euro sind dafür zusammengekommen, die der Freundeskreis Göpfert-Haus in den Erhalt der Begegnungsstätte im Westend stecken kann, berichtet Heyer. „Und die Kosten für die Bar sind damit auch abgedeckt.“

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