Die Lehre vom eigenen Wohlbefinden

Dietrich-Bonhoeffer-Schule von Programm „Klasse2000“ zertifiziert worden

Was passiert mit der Brezel im Körper? Die verschiedenen Stationen lernen die Zweitklässler spielerisch kennen. Foto: Schmedemann
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Was passiert mit der Brezel im Körper? Die verschiedenen Stationen lernen die Zweitklässler spielerisch kennen.

Es knuspert reihum in der 2c der Dietrich-Bonhoeffer-Schule (DBS). Mit konzentriertem Blick zerkauen die Schüler eine kleine Laugenbrezel und benennen im Anschluss an dieses „Experiment“, was sie beobachtet haben.

Dietzenbach –  Gemeinsam mit Gesundheitsförderin Katrin Lehmann tragen die Zweitklässler ihre Forschungsergebnisse zusammen. „Erst zerkrümeln wir die Brezel, dann zermatschen wir sie“, fasst Nilay zusammen. „Richtig, und ab da beginnt der Körper mit der Verdauung“, erläutert Lehmann den jungen Forschern. An ihrer Seite ist das Maskottchen „Klaro“, das sie über die vier Grundschuljahre hinweg durch die Klassenzimmer begleitet. Seit etwa zehn Jahren nimmt die DBS an dem Gesundheitsprogramm „Klasse2000“ und ist nun von der Organisation zertifiziert worden.

Um sich den Weg der Brezel besser vorstellen zu können, schauen sich die Kinder gemeinsam ein Plakat an. Darauf zu sehen ist ein Mädchen, das zwar nicht in eine Brezel, dafür aber in einen Apfel beißt. In hellblauer Farbe ist bereits die Lunge eingezeichnet. „Das hatten wir nämlich schon in der ersten Klasse“, weiß Felix. Anschließend verteilt Lehmann einen Stickerbogen, auf dem Magen, Speiseröhre und Darm abgebildet sind. „Versucht doch mal, die Organe an ihren Platz zu kleben“, sagt Lehmann.

Es dauert nicht lange, bis die Zweitklässler den Verdauungstrakt zusammengepuzzlet haben. Die Gesundheitsförderin erläutert: „Die Kinder sollen die Chance haben, sich die Dinge selbst zu erarbeiten und die Themen zu begreifen.“ Lehmann genießt ihre Arbeit: „Es sind zwar immer dieselben Inhalte, doch jede Klasse ist anders – das macht es abwechslungsreich.“ „Stark und gesund“ lautet das Ziel des Unterrichtsprogramms. Das beginne mit grundlegenden Informationen zur eigenen Anatomie und behandele in den höheren Klassen auch Themen wie soziales Miteinander, die eigene Gefühlswelt und Mediennutzung. Nach der Theorie mit Aufklebern wird das Gelernte in einem Spiel vertieft, bevor es in die Bewegungspause geht.

Lehmann besucht die einzelnen Klassen jeweils etwa dreimal im Halbjahr. Für die 2c ist es schon der letzte Besuch. „Wir lernen dann mit unserer Klassenlehrerin weiter“, erzählt die Zweitklässlerin Piti. Dies geschieht in Einheiten, die in den Sachkundeunterricht eingebunden werden.

Als Lehmann ihre Materialien wieder packt und über den Schulhof läuft, kommen ihr viele freudestrahlende Gesichter entgegen. Ihren Namen kennen viele Schüler. „Das ist für beide Seiten schön: Die Kinder wissen, dass sie nicht benotet werden.“ Und weil sie so selten in derselben Klasse sei, bleibe ihr Besuch immer ewas Besonderes. „Trotzdem bin ich jedes Mal erstaunt, wie viel vom letzten Mal hängen geblieben ist.“ Auch Schulleiterin Carolin Titze findet: „Wir haben ja generell das Ziel, den Kindern ein gesundes Lernumfeld zu schaffen – und Katrin Lehmann nimmt uns da viel ab.“

Für das Unterrichtsprogramm, darunter verschiedenes Material, mit dem die Kinder arbeiten können, erhält die Schule Fördergelder in Form von Patenschaften, so etwa vom Lions Club Dietzenbach und der AOK Hessen. 800 von 4000 Schulen, die an dem Programm teilnehmen, erhalten ein Zertifikat. „Wir gehören jetzt dazu“, sagt Titze zufrieden.

VON LISA SCHMEDEMANN

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