Zukunftsplanung

„Dietzenbach hat viel zu bieten“: Stadt präsentiert den Sportentwicklungsplan für die kommenden Jahre

Wolfgang Schabert, Geschäftsführer von IKPS und Bürgermeister Rogg wissen, dass die Stadt in sportlicher Hinsicht neben Herausforderung auch einiges an Potenzial bietet.
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Wolfgang Schabert, Geschäftsführer von IKPS und Bürgermeister Rogg wissen, dass die Stadt in sportlicher Hinsicht neben Herausforderung auch einiges an Potenzial bietet.

Worin liegt das Potenzial der Kreisstadt, wenn es um das Thema Sport geht? Was ist ausbaufähig, wobei dürfen sich die Dietzenbacher glücklich schätzen? Antworten auf diese und weitere Fragen finden sich in einem 100-seitigen Leitfaden, den das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (IKPS) im Auftrag der Stadt erstellt hat.

Dietzenbach –Die Ergebnisse haben Geschäftsführer Wolfgang Schabert und Bürgermeister Jürgen Rogg nun gemeinsam vorgestellt. „Die Ergebnisse lassen sich gut mit der geplanten Fusion der Sportvereine verknüpfen“, sagt der Bürgermeister einleitend.

Als Grundlage für die Erstellung des Sportentwicklungsplanes dienten vor allem die Interviews mit Bürgern, Schulen und Vereinen der Stadt. In seiner Präsentation geht Schabert insbesondere auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Mädchen mit Migrationshintergrund ein. Der gemeinsame Tenor: Es gibt zu wenig Angebote speziell für alte und junge Frauen in einem geschützten Raum. „Wir schauen dabei aber nicht nur auf das Angebot von Vereinen, wir ziehen auch die Infrastruktur und die Hallensituation mit ein“, erläutert der Sportwissenschaftler. Neben der Bedarfsanalyse erfolgte somit auch eine Bestandsaufnahme; auf diese Weise zeigt Schabert auf, wie umfassend die Informationen gesammelt worden sind. „Die Mädchen vom Boxprojekt bemängeln etwa die Hygiene der Boxhalle.“ Beleuchtete Zuwege, genügend Parkplätze oder die Erreichbarkeit generell habe ebenso eine Rolle gespielt. Daneben flossen Dinge wie die Bevölkerungs- und Schulentwicklung mit ein. Das Institut hat die Daten der Kreisstadt mit 43 weiteren Kommunen aus seiner Datenbank vergleichen können. Daraus geht etwa hervor, dass die Dietzenbacher Vereine die Ganztagsschulen als größte Konkurrenz sehen. Der Durchschnittswert zeige, dass in anderen Kommunen dahingehend weniger Befürchtungen herrschen. Relativ gleichauf ist aber die Sorge darum, Trainer und Übungsleiter zu finden und zu binden. „Aber im Gegensatz zum Durchschnitt sind Sie doch gut mit ehrenamtlichen Helfern aufgestellt“, sagt Schabert. Eine große Zufriedenheit herrscht außerdem bei der Erreichbarkeit der Sportstätten und das Engagement der Stadt, was die Ehrung von Sportlern betrifft. Wolfgang Schabert fasst zusammen: „Sie sehen: Es geht nicht immer nur ums Schlechte – Dietzenbach hat schon viel zu bieten.“

Aus diesen Ergebnissen hat das IKPS zusammen mit einem Team aus Vertretern aus den Vereinen, der Politik und weiteren Personengruppen 33 Handlungsempfehlungen formuliert. Die sich in die Kategorien Angebotserweiterung, Organisation und Kooperation sowie Infrastruktur unterteilen. Neben der Dringlichkeit gibt das Institut jeweils eine Zeitangabe an, die es für die Umsetzung einschätzt. Die „Aufwertung vorhandener Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche“ wäre kurzfristig umsetzbar, die „Schaffung einer multifunktionalen Bewegungsanlage am Waldstadion“ bedarf hingegen längerer Planung. Die einzelnen Posten sorgen im Publikum schließlich für Gesprächsstoff. „Wer ist denn dann für die Umsetzung verantwortlich?“, fragt Werner Pellmann vom SC Steinberg. Bürgermeister Jürgen Rogg betont: „Den Anstoß muss die Stadt liefern, dennoch kann es nur mit einem ‚Miteinander‘ gehen.“ Er wünsche sich, dass dieses Thema regelmäßig zur Sprache kommen wird. „Wir haben hier zwar nun kein Auftragspaket erhalten, aber eine sehr gute Orientierungshilfe“, sagt er.

Bei der Umsetzung des Sportentwicklungsplanes wird neben Stadt und Vereinen auch der Kreis zum Handlungspartner. Die Empfehlungen beziehen sich auf einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren. (Von Lisa Schmedemann)

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