Elternbeiratsvorsitzender kritisiert mögliche Erhöhung der Kita-Gebühren

„Jenseits von Gut und Böse“

Dietzenbach - Mehrfach hat Bürgermeister Jürgen Rogg in der Diskussion um den Kommunalen Schutzschirm betont, die Erhöhung der Kita-Gebühren um jährlich zwölf Prozent bis zum Jahr 2020 sei lediglich ein Platzhalter und könnte auch durch andere Sparmaßnahmen ersetzt werden. Von Nina Beck

Mit Sorge allerdings schaute nicht nur Harald Nalbach (WIR-BfD) in der jüngsten Sondersitzung auf diesen Punkt. Er sehe keine Chance, dass eine derart starke Erhöhung umgesetzt werden könne. Statt einen Gesamtbetrag von 1,3 Millionen Euro bis 2020 festzulegen, schlug er daher vor, die Summe auf 500 000 Euro zu deckeln.

Ob „nur“ als Platzhalter tituliert oder nicht: Sorge bereitet die vom Bürgermeister erstmals ins Spiel gebrachte Gebührenerhöhung auch Elternbeiratsvorsitzendem Daniel Kerem-Weinberger. „Vielleicht ist das Wort vom Platzhalter schneller vergessen, als man denkt, und dann heißt es: Das hatten wir doch genau so eingeplant.“

Schon jetzt Kita-Gebühren auf "ziemlich hohen Niveau"

Schon jetzt seien die Kita-Gebühren in der Kreisstadt „auf einem ziemlich hohen Niveau“ – für einen Ganztagsplatz etwa zahlen im gesamten Kreis Offenbach derzeit nur noch die Langener Eltern etwas mehr. Doch eine Erhöhung, wie sie Rogg genannt hatte, wäre „jenseits von Gut und Böse“, so Kerem-Weinberger. „Damit wären die Eltern sicher nicht einverstanden, und ich glaube auch nicht, dass sich ein solcher Betrag in irgendeiner Weise rechtfertigen ließe.“ Schließlich sei bislang noch nicht mal alles Erzieherpersonal, das im Budget eingeplant sei, gefunden und eingestellt. Hin und wieder blieben Kitas wegen städtischer Fortbildungsmaßnahmen geschlossen, bei Krankheitsfällen gebe es Engpässe.

Leistungsverhältnis stimmt nicht

In einer der Kitas, sagt Kerem-Weinberger, hätten, um das Niveau halten zu können, kürzlich die Essensgebühren leicht erhöht werden müssen. Dafür hätten die Eltern auch Verständnis gezeigt, denn viele seien bereit, etwas mehr zu zahlen – „wenn das den Leistungen entspricht“. Was das Preis-Leistungs-Verhältnis an den Kitas allgemein betreffe, sähen Eltern dies indes nicht immer gegeben. Kerem-Weinbergers Verdacht: Um den Haushalt zu konsolidieren, suche die Stadt nach Stellen, an denen sich „einfach“ sparen lasse: „Da landet man immer wieder bei den Kindern, den Schwächsten, die sich nicht wehren können.“ Bei allem „Diktat“ des Schutzschirms: „Es sollte dadurch keine soziale Kälte aufkommen.“

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