Erweiterung auf dem Dach

Heinrich-Mann-Schule: Acht Klassen obendrauf

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Lehrerin Katharina Piepenbrink nutzt die digitalen Tafeln in den neuen Klassenräumen der Heinrich-Mann-Schule.

Dietzenbach - Kein An-, kein Neubau, sondern einfach ein Stockwerk obendrauf hat die Heinrich-Mann-Schule bekommen. Dies war nötig, um die beengte Raumsituation zu entzerren. Von Ronny Paul

Mit Nebeneffekten: Die Schule ist nun durch einen Aufzug barrierefrei und mit neuen digitalen Tafeln ausgestattet.
Die Heinrich-Mann-Schule (HMS) hat doppelt Grund zur Freude: Nicht nur, dass die acht neuen Klassenräume seit gestern offiziell fertig und durch einen Aufzug auch barrierefrei zu erreichen sind, sondern dass diese die Kooperative Gesamtschule nun auch für digitalen Unterricht gerüstet ist. Denn in dem neuen, auf den Westflügel der Schule aufgesetzten Geschoss gibt’s nun digitale Tafeln, sogenannte Public Displays mit Touch-Funktion, die Lehrern und Schülern ganz neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung eröffnen. Und das haben acht Klassen eindrucksvoll den Gästen demonstriert.

Begrüßt wurde die Delegation des Kreises Offenbach um Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und Landrat Oliver Quilling (beide CDU) von 23 Siebtklässlern, die auf Perkussions-Instrumenten Carlos Santanas „Oye Como Va“ vorspielten und anschließend viel Beifall und ein Lob vom Landrat ernteten: „Ihr habt Carlos Santana alle Ehre gemacht.“

Schulleiter Hans-Peter Löw zeigte sich erleichtert, dass die rund 1200 Kinder und Jugendliche starke Schule nun räumlich wieder aufatmen kann und der Baulärm, der den Unterricht neun Monate begleitet hat, vorbei ist: „Das ist eine riesen Erleichterung für uns“, sagt er. Anfang Mai ist dann Umziehen angesagt, die Oberstufenschüler kehren ins Oberstufengebäude der HMS zurück, und die fünften Klassen wiederum ziehen in das neue, 2,12 Millionen Euro teure Geschoss, das mit Eigenmitteln des Kreises und Geld aus dem Kommunalen Sonderinvestitionsprogramm (KIP) finanziert wurde. Die verbliebenen Zimmer dienen dann als Fachräume, berichtet Löw.

Was die neue Technik für Vorteile für den Unterricht bietet, zeigten die Siebtklässler Henri, Leo und Lenni. Sie haben während einer Balladenwoche Friedrich Hebbels „Der Heideknabe“ vertont und verfilmt. Den selbst gedrehten und produzierten Streifen, der den Balladeninhalt widerspiegelt, zeigten sie auf der digitalen Tafel. „Es war noch nie so einfach, Schülern zu zeigen, wie es funktioniert“, betonte Mathe- und Physik-Lehrer Peter Auth, während er auf der digitalen Tafel mit einem speziellen Matheprogramm, das die Schüler auch zuhause kostenlos nutzen können, Sinus- und Kosinusfunktionen einzeichnete. „Das fördert das selbstständige Lernen.“

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Anschaulich war auch der MINT-Unterricht bei Lehrerin Petra Carbon. Sie hatte zwei Petrischalen mit gefärbtem Wasser auf dem Tisch liegen, darüber eine Kamera, die alles auf die 85 Zoll große Tafel übertrug. „Was passiert, wenn ich Zucker ins Wasser gebe?“, fragte die Lehrerin und demonstrierte es gleich. Durch den Zoom sahen die Schüler, was mit bloßem Auge nicht zu erkennen wäre: tanzende Zuckerkristalle. In den weiteren neuen und 60 Quadratmeter großen Klassenräumen zeigten Schüler ihre selbst gemachten Fotos für den Kunstunterricht, eine andere Klasse hielt „normalen“ Unterricht. Und eine weitere führte ein selbst geschriebenes und bereits in der Alten Oper in Frankfurt aufgeführtes Stück „Neuer Musik“ vor. Die Partitur des experimentellen Werkes über eine Fluchtgeschichte prangte natürlich auf der digitalen Tafel.

Derzeit hat die HMS 43 Klassen. Durch den Bevölkerungszuwachs in der Kreisstadt seien weitere Steigerungen der Schülerzahlen zu erwarten. „Mit den acht neuen Klassenräumen schaffen wir die räumlichen Voraussetzungen für diese Entwicklung“, betont Landrat Quilling.

Übrigens: Die Fotovoltaik-Anlage, die ursprünglich auf dem Dach anstelle des neuen Geschosses stand, ist inzwischen wieder installiert.

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