Frischer Wind nach Verzögerungen

Mehrgenerationenwohnen: Fabian Wörner holt sich Unterstützung für Projektkoordination

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So sollen mehrere Generationen Tür an Tür wohnen: Je elf Wohnungen wird es in den drei Gebäuden geben, die Ende 2020 fertig sein sollen.

Bürgermeister Jürgen Rogg hatte das Projekt bereits im April des vergangenen Jahres als „Langläufer“ bezeichnet, als am Bertha-von-Suttner-Weg im Baugebiet 70 der erste Bagger vorfuhr.

Dietzenbach – Inzwischen hat es noch einige Kilometer mehr auf dem Tacho, sollte es doch fürs Erste bei der Baugrube bleiben. Zuvor hatte etwa das Stiftungsrecht die Wörner Mehrgenerationenhaus GmbH & Co. KG ausgebremst. Verantwortlich, das Mehrgenerationenwohnen auch im Sinne seines Vaters Helmut Wörner voranzutreiben, war dessen Sohn Fabian Wörner. Letzterer hat sich inzwischen mit Philipp König einen Projektmanager dazu geholt.

Er habe das Team neu geformt und die verschiedenen Werke koordiniert, nun stehe der zeitliche Rahmen endgültig, berichtet König. Und so wird seit März auf dem Gelände weitergebaut. Ende August soll die Tiefgarage fertig sein, zum Jahresabschluss der Hochbau und wenn sich schließlich das Jahr 2020 dem Ende entgegen neigt, sollen, ganz gemäß dem Konzept, Jung und Alt einziehen können. 33 Wohnungen mit zwei bis vier Zimmern und verteilt auf drei Häuser wird es geben, 22 zur Miete, die restlichen elf werden verkauft.

Die erneute Verzögerung, sagt König, habe auch mit baulichen Feinheiten zu tun gehabt. Konkret gemeint ist damit etwa die Parksituation. So sind nun sogenannte Doppelparker angedacht, mit denen die Fahrzeuge übereinander abgestellt werden können. „Da müssen wir tiefer in die Erde“, erläutert er. In die Bodenplatte der Tiefgarage müssen dann noch Bohrpfähle gesetzt werden. Das sei wegen der Bodenbeschaffenheit nichts Ungewöhnliches, meint König. Das Ganze müsse sich dann ein Statiker anschauen, der wiederum einen Prüfstatiker brauche. „Die erste Prämisse ist jetzt das Bauen, danach kommt die Vermarktung.“ Gerade zu Beginn müsse man eben sehr viele Gewerke aufeinander abstimmen. Am Konzept habe man nichts geändert: „Wir wollen es aber optimiert wissen.“ Höhepunkte sollen in jedem Fall die verschiedenen Räume sein, in denen sich die Bewohner begegnen können.

Wörner und König kennen sich schon länger. Und so kam der Anruf bei König, dem gelernten Betriebswirt, nicht von ungefähr. Neben Immobilien hat er ein zweites Fachgebiet, die Digitalisierung für mittelständische Unternehmen. Inhaltliche Schnittmengen gebe es da nicht viele. „Als Projektleiter geht es aber darum, die Leute zusammenzubringen, damit sie miteinander reden. Ich schaue immer erst, was erreicht werden soll, dann rechne ich quasi rückwärts, vom Groben ins Feine.“ Aktuell sei man bei der Baustelle auch für die Kooperation mit der Stadt dankbar, von der die Mehrgenerationenhaus GmbH & Co. KG das Nachbargrundstück gepachtet hat. „Das macht es einfacher, weil der Kran von dort alle drei Gebäude erreichen kann.“ Andernfalls hätte sich das Vorhaben wohl um weitere Wochen verzögert.

Konkretes kann König schon in Sachen Energie vermelden. Es wird eine Luftwärmepumpe geben, außerdem Solarzellen. Die Spitzenlast wird über Fernwärme abgedeckt. Auch über Car-Sharing-Modelle denke man nach. „Wir wollen zeigen, warum wir innovativ sind.“

Wer mehr über das Mehrgenerationenwohnen erfahren möchte, ist für Freitag, 21. Juni, 19 Uhr, zu einer Infoveranstaltung bei der Firma Controlware (Waldstraße 92) eingeladen. Preise für einen Kauf oder die Mieten werden noch nicht genannt. Interessierte sollten sich vorab per Mail an info@dmgw.eu anmelden.

VON CHRISTIAN WACHTER

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