CDU Forderung ist vom Tisch

Fraktionen stimmen für gemeinsamen Antrag: Keller-Schule soll zurückkehren

Keine Zukunft mehr: Das Gebäude der Helen-Keller-Schule wird abgerissen. An gleicher Stelle soll ein Neubau entstehen. Zwischenzeitlich ziehen die Schüler in die Voltastraße 6.
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Die Diskussion um die Hellen-Keller-Schule geht weiter

Nachdem die CDU mit einem ersten Antrag zur Rückführung oder Nicht-Rückführung der Helen-Keller-Schule (HKS) an ihren ursprünglichen Platz ein bisschen Staub aufgewirbelt hat, ist es in der letzten Stadtverordnetenversammlung (SVV) nach Aussprache zu einem Antrag aller Fraktionen gekommen, der einstimmig angenommen wurde. Danach soll der Magistrat sich dafür einsetzen, dass die Förderschule schnellstens wieder an der Arminiusstraße aufgebaut wird.

Dietzenbach – Außerdem soll angeregt werden, eine inklusive Grundschule am Standort zu entwickeln. In einem dritten Punkt soll der Magistrat prüfen, ob es Freiflächen in der Stadt gibt, die für eine weitere Grundschule geeignet sind. Vom Tisch ist damit die Forderung nach einer neuen Grundschule auf dem Gelände, sofern die Kreisbehörde entscheidet, dass die HKS-Gemeinschaft nicht mehr zurückkehren darf. Im Jahr 2018 hatte die Schule aufgrund eines Bauschadens unerwartet das Gebäude verlassen müssen.

„Niemand wollte und will den Kindern und den Eltern das Grundstück wegnehmen“, betonte Tomek Goniwiecha (CDU). Der Antrag der Christdemokraten sei von Anfang an präventiv gewesen, nur für den Fall einer Umsiedlung. „Es ist wichtig, dass der Magistrat sich frühzeitig mit dem Kreis in Verbindung setzt“, sagte er. „Wenn die Helen-Keller-Schule zurückkehren kann, freuen wir uns“, stellte ebenso Manuel Salomon, CDU-Fraktionschef fest. Gleichzeitig mahnte auch er: „Wir sollten aber frühzeitig reagieren, denn es könnte auch passieren, dass das Grundstück verkauft wird.“

„Die Voltastraße mit ihrem Bordell ist wahrlich kein pädagogischer Ort“

Dennoch musste die CDU einiges an Kritik für ihren ersten Vorstoß einstecken. „Die Oma ist noch nicht tot, da planen sie auf ihrem Grundstück schon ein Traumhaus“, rügte etwa Edeltraud Chawla von den Grünen. Ihr Vorschlag: „Wir könnten etwa die HKS mit der Dezentralen Förderschule des Kreises auf dem Grundstück vereinen und dann schauen, ob immer noch Platz ist für eine weitere Grundschule.“ Dass auch die provisorische Lösung, die Schule in der Voltastraße unterzubringen, bald ein Ende haben sollte, hob Karina Glaum (SPD) hervor. „Die Voltastraße mit ihrem Bordell ist wahrlich kein pädagogischer Ort“, sagte sie.

Den Schwenk zu dem gemeinsamen Antrag machte schließlich Bengü Karakus (SPD). „Wenn wir uns für etwas einsetzen, dann dafür, dass die Schule so schnell wie möglich zurückkehren kann“, bekräftigte sie und regte damit die geschilderte Formulierung an.

Indes äußert sich inzwischen auch das Kollegium der Keller-Schule. Die Perspektive für die Schulgemeinschaft sei immer gewesen, dass die Bildungseinrichtung am alten Standort wieder aufgebaut werde. Entsprechend habe der erste Antrag der CDU die Gemeinschaft „überrascht und erschreckt“. Gleichzeitig machen die Pädagogen darauf aufmerksam, was der Umzug im Herbst des Jahres 2018 bedeutete: „Da das Betreten des alten Gebäudes strengstens untersagt war, konnten keine Lern- und Arbeitsmaterialien, Bücher oder persönliche Gegenstände aus dem Gebäude geholt werden.“ In der Not wurde die Schule auf zwei Standorte aufgeteilt, was für alle Beteiligen eine große Belastung sei. Daher sei man froh gewesen, interimsweise zum Schuljahresbeginn im letzten Jahr ein Bürogebäude in der Voltastraße beziehen zu können.

Indes: „Das Gebäude ist für den normalen Schulbetrieb nicht geeignet“, schreibt das Kollegium. „Dünne Wände, kleine Räume und geringe Schallschutzvorkehrungen lassen den Arbeits- und Schulalltag häufig zu einer Belastung werden.“ Dazu komme Lärm, vorbeirasende Autos, LKW-Verkehr und eine Müllproblematik, auch mit Fäkalien. Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung sei der Schulweg keinesfalls sicher.

HKS-Team wünscht sich eine enge Zusammenarbeit

Das Kollegium stellt fest, die Schule sei zwar klein, halte aber seit Jahren konstant die Schülerzahlen, dazu steige die Zahl der Eltern, die sich im Rahmen der Wahlfreiheit für die HKS entscheiden würden. Zwar habe man manchmal das Gefühl, „übersehen oder vergessen“ zu werden. Jedoch wünscht sich das HKS-Team nun eine enge Zusammenarbeit von Stadt, Kreis und Schulvertretern, um eine angemessene Lösung zu finden.

Wie bereits berichtet, wurde in der SVV auch über einen Antrag zum Thema „Rassismus und Antisemitismus entschieden. Verabschiedet wurde dabei nicht die ursprüngliche Fassung von CDU und FDP, sondern eine Formulierung, auf die sich die Mitglieder des Ältestenrates geeinigt hatten. Neben einem Bekenntnis des Parlaments gegen jegliche Form von Antisemitismus und Rassismus werden darin Bürgermeister Jürgen Rogg und Erster Stadtrat Dieter Lang gebeten, ein entsprechendes öffentliches Statement abzugeben und dabei jeder Erscheinung nachdrücklich entgegenzutreten. Der Magistrat soll sicher stellen, dass den staatlichen Verfolgungsbehörden eventuelle Delikte zur Kenntnis gebracht werden. (Von Barbara Scholze)

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