Ganz gut – aber da geht noch was

Frauenförder- und Gleichstellungsplan liegt auf Tisch der Politik

Dietzenbach - „Die aktuelle Situation in der Stadtverwaltung ist überwiegend positiv“. Mit einem grundsätzlich guten Ergebnis kommt der neue Frauenförder- und Gleichstellungsplan daher. Er soll in der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 26. Juni, beschlossen werden. Von Barbara Scholze 

Auch im Dietzenbacher Rathaus ist noch ein bisschen was zu tun, sollen Männer und Frauen gleiche Chancen haben und Familie und Beruf gut vereinbaren können. So heißt es im beschlussreifen Frauenförder- und Gleichstellungsplan für die nächsten sechs Jahre etwa: „Verbesserungswürdig ist die Entgeltgleichheit im Beamtenbereich und eine Erhöhung des Frauenanteils in den Gremien.“ Sprich: Verbeamtete Frauen sollten gleich viel verdienen wie verbeamtete Männer. Und Ausschüsse, Räte und Kommissionen könnten noch ein bisschen weiblichen Verstand gebrauchen.

Laut der aktuellen Situationsanalyse beschäftigt die Stadtverwaltung inklusive Eigenbetrieb derzeit 472 Angestellte, dabei etwas mehr Frauen als Männer, was sich auch bei den Mitarbeitern im Beamtenverhältnis widerspiegelt. Bei den Städtischen Betrieben dreht sich das Bild, dort wirken bei insgesamt 48 Mitarbeitern zwölf Frauen und 36 Männer.

Völlig unterrepräsentiert sind die Herren dagegen im sozialen Bereich. Bei 180 Frauen sind dort lediglich 15 Männer beschäftigt, dabei arbeiten 3,8 Prozent Erzieher in den Kitas, bundesweit liegt der Schnitt bei fünf Prozent. Dazu kommen 16 Auszubildende, sieben Frauen und neun Männer, sowie die Anerkennungspraktikanten in den Kitas.

Der Förderplan vermeldet: „Wir können stolz auf unsere vorzeigbare Frauenquote im Führungsbereich und unsere konzeptionelle Frauenförderung sein.“ Vorgesehen ist aber ebenso, den Frauenanteil unter den Beschäftigten in den nächsten Jahren um zehn Prozent zu erhöhen, bei den Städtischen Betrieben um 15 Prozent. Außerdem soll die Verwaltung ein Auge auf die Besetzung von Ausschüssen, Kommissionen und Gremien haben.

Dazu sei auch wichtig, dass der Aspekt der Frauenförderung gleichrangig neben Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung stehe. Ebenso sollen die Auswahlverfahren einem standardisierten Muster folgen. „Allen Bewerberinnen und Bewerbern sind die gleichen Fragen zu stellen“, heißt es. Fragen nach Schwangerschaft, Familienplanung, Kinderbetreuung, persönlichen Verhältnissen und Gesundheitszustand sind nicht zulässig.

Bilder: Dietzenbach feiert Fest ohne Grenzen

Weiter zu entwickeln sei die grundsätzliche Gestaltung der Arbeitsstelle mit Faktoren wie flexibler Arbeitszeit, Entgeltgleichheit, Telearbeit und Gesundheitsmanagement. Wichtig sei in der heutigen Zeit auch ein Blick auf die Pflegetage für Angehörige. Seien doch nicht mehr nur Kinder zu versorgen, sondern oft auch ältere Angehörige. Eine Aufgabe, der sich letztlich meist die Frauen der Familien widmeten.

Nicht zuletzt geht es um das Thema „geschlechtergerechte Sprache“. „Gleichberechtigung in der Gesellschaft schlägt sich auch in der Sprache nieder“ heißt es im Planpapier. Angedacht ist eine „moderne Verwaltungssprache, die beide Geschlechter gleichermaßen benennt“ oder zumindest geschlechtsneutrale Formulierungen verwendet.

Rubriklistenbild: © dpa

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