Tradition und Natur

Freundeskreis Kostjukovitschi berichtet von Bürgerreise nach Weißrussland

Fest im Kalender des Freundeskreises Kostjukovitschi verankert ist die Bürgerreise in die weißrussische Schwesterstadt. „15 Interessierte waren diesmal mit dabei“, sagt der Vorsitzende Dietmar Kolmer. Und das Programm war bunt gemischt.

Dietzenbach – Neben Besichtigungen des Kreiskrankenhauses oder einer Kindertagesstätte war auch eine Standrundfahrt angesetzt. Der Besuch stand unter besonderen Vorzeichen. Seit 2009 gibt es die Städtepartnerschaft, aber schon seit 1991 bestehen Beziehungen mit der vom radioaktiven Fallout der Tschernobyl-Reaktor-Katastrophe von 1986 stark betroffenen Region. Also war das so etwas wie das Zehnjährige“, sagt Kolmer. Vor Ort versuche man immer, genau die richtige Mischung zu finden. „Die Kapazitätsgrenze ist mit 15 Leuten auch erreicht“, erläutert Kolmer. „Wir besuchen Einrichtungen, die wir unterstützt haben, und in Kindergärten oder Schulen müssen wir auch schauen, dass wir nicht mit zu vielen Leuten kommen. Das ist auch eine Platzfrage. “.

Das erste Mal mit von der Partie war Waltraud Wolff samt Ehemann Karl-Heinz. Sie hatten bereits in den vergangenen Jahren eine Lehrerin aufgenommen, als der Besuch aus Weißrussland in der Kreisstadt weilte. „Sie war so freundlich, und wir haben uns dann gedacht, dass wir sie vor Ort auch mal besuchen wollen“, erläutert sie. „Das haben wir an einem der freien Abende dann auch gemacht.“ Eins ist ihr schnell klar geworden: „Die Menschen sind unfassbar gastfreundlich und hilfsbereit.“ Das habe sie auch überrascht. „Sie sind Fremden gegenüber sehr offen, das hätte ich nicht zwingend so erwartet.“ Und sie ist sich sicher, dass die Gastfreundschaft nicht nur wegen des Besuchs so war. „Sie machen das auch untereinander und unterstützen sich, das haben wir mitbekommen.“

Besonders beim Thema Erziehung spielen sich Kolmer und Wolff im Gespräch gegenseitig die Bälle zu. „Die Lehrer und Erzieher sind mit unglaublicher Energie dabei und versuchen, mit wenig Material viel zu vermitteln“, sagt Wolff. Kolmer bestätigt: „Es ist einfach eine ganz andere Art der pädagogischen Arbeit.“ Alles sei viel getakteter. „Dafür gibt es in der Schule im Garten frischen Biologieunterricht“, sagt Wolff. „Tradition und Natur spielen in Weißrussland eine ganz entscheidende Rolle“, bestätigt Kolmer.

Ein Detail ist der Erst-Reisenden allerdings sofort ins Auge gesprungen. „Es gibt sehr viele Papierkörbe und es liegt so gut wie kein Müll auf den Straßen“, sagt sie. Auch das werde früh in den Köpfen verankert, bestätigt Kolmer. Alles in allem sei man sehr zufrieden mit der Reise, denn es standen auch Besuche in Einrichtungen an, die vom Freundeskreis unterstützt wurden oder in Zukunft werden. So besuchten die Dietzenbacher ein Zentrum für behinderte Kinder oder eine Tagespflegeeinrichtung für Erwachsene. „Dort wollen wir mit Spendenmitteln helfen, damit sie demnächst einen weiteren PC zur Verfügung haben“, sagt der Vorsitzende.

Im kommenden Jahr steht der Besuch der weißrussischen Delegation an. „Es passt natürlich perfekt zu den 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt, dass wir dieses und kommendes Jahr zehn Jahre Städtepartnerschaft gleich mitfeiern können“, sagt Kolmer. „Jetzt steht am 16. Juni erst einmal das Fest ohne Grenzen an.“

Wer mehr über den Freundeskreis Kostjukovitschi und seine Aktivitäten erfahren möchte, geht auf freundevonkostju.de.

VON PATRICK EICKHOFF

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