Seit vier Jahren leitet Anneke Hammer die Firma

Generationenwechsel bei Firma Fahnen-Fuchs geglückt

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Nachhaltige Werbung: Anneke Hammer übernahm die Firma vor vier Jahren von ihrer Mutter Marianne Fuchs und hat auch Fahnen aus PET-Flaschen im Angebot.

Dietzenbach – Ob hinter kleinen Ladentheken in der Altstadt oder in großen Hallen im Gewerbegebiet: Die Dietzenbacher Unternehmenswelt hat einiges zu bieten. In loser Reihenfolge werfen wir einen Blick hinter die Kulissen. Diesmal haben wir die Firma Fahnen-Fuchs besucht. Von Christian Wachter

Wie in vielen anderen Branchen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch in jener der Werbung einiges geändert. Hätte man in den 80er Jahren von Ad-Blockern erzählt, das Gegenüber hätte wohl am ehesten noch eine Innovation bei der Bodenpflege vermutet. An der Offenbacher Straße hat man sein Fähnchen auch in knapp 40 Jahren Firmengeschichte nicht in den Wind gehangen, nur bildlich gesprochen, versteht sich. Ist man doch auf den Verkauf von Fahnen jeglicher Art spezialisiert, inklusive der Masten und dem Aufbau selbiger.

Vor vier Jahren stand der Generationenwechsel an, Marianne Fuchs übergab die Geschäftsführung an die damals gerade einmal 25-jährige Tochter Anneke, die inzwischen geheiratet hat und den Nachnamen Hammer trägt.

Bis heute hat Hammer es nicht bedauert, sich dafür entschieden zu haben, das Familienunternehmen in zweiter Generation fortzuführen. „Die Nachfolge hat wunderbar geklappt“, sagt sie und fügt an, dass ihr die Berufswahl natürlich freigestellt wurde. Dass sie früh Verantwortung übernahm, blieb auch im Freundeskreis nicht unbemerkt. Sätze wie „du bist schon viel erwachsener“ jedenfalls hörte sie häufiger. „Aber ich bin ja hier groß geworden und kenne das nicht anders.“

Etwas Bedenken, wie es um Autorität und Anerkennung bestimmt ist, hatte sie dann aber doch, als sie für ein Jahr einen lokalen Ableger des Unternehmensnetzwerks BNI (Business Network International) leitete. „So schlimm war’s dann aber doch nicht“, sagt Hammer.

Das Thema Nachhaltigkeit gibt’s auch in dieser Branche. Seit vergangenem Jahr hat Hammer etwa Fahnen im Sortiment, die zu 100 Prozent aus recyceltem Material aus PET-Flaschen bestehen. „Viel teurer sind die gar nicht.“ Auch ansonsten habe sich so manches getan, war es früher für Kunden relativ kostspielig, weniger als zehn Exemplare zu bestellen, seien heute auch Einzelanfertigungen dank des Digitaldrucks erschwinglich und machbar. Auch bei den Masten, erzählt die Geschäftsführerin, gibt es verschiedene Modelle. Ein sogenannter Ausleger, eine Querstange unter der Spitze, etwa verhindert, dass die Werbebotschaft leblos und unerkennbar in der Luft hängt, wenn es windstill ist.

Wer sich gut anstellt, der hat quasi automatisch Stammkunden, erfährt man von Hammer. „Die untere äußere Ecke einer Fahne ist ja quasi immer in Bewegung, die Haltbarkeit ist also begrenzt – vielleicht gibt’s uns ja deshalb schon so lange“, sagt sie verschmitzt. Nach ungefähr einem Jahr sehen die Werbeträger nicht mehr tadellos aus.

Bilder: Varieté "Glitzersterne - ein Wintertraum" in Dietzenbach

Es sei aber ihre wichtigste Aufgabe, dass die Kunden langfristig zufrieden sind, deshalb rate sie schon auch mal von etwas ab, auch wenn damit mehr Geld zu verdienen sei. So hakt sie nach, wenn jemand auf die spiegelbildliche Darstellung auf der Rückseite der Fahne verzichten will. „Man bräuchte extra eine Sperrschicht, damit die Schrift nicht durchscheint, außerdem ist der Verschleiß höher.“ Die Firma liefert deutschlandweit, manchmal auch nach Österreich oder in die Schweiz. „Man merkt aber, dass wie hier ansässig sind.“ So rücken die Monteure meist in einem Umkreis von rund 100 Kilometern aus, um Masten aufzustellen oder zu reparieren. Je nach Auslastung dauert es rund zwei Wochen, bis die Bodenaushübe gemacht sind, das Fundament ausgehoben ist und die Fahne im Wind weht. Für Beratungsgespräche schaut Hammer oft persönlich vorbei, etwa um zu erläutern, dass der Montageaufwand auf einer Grünfläche niedriger ist oder man auf Bäume achten sollte, die Richtung Mast wachsen.

Ihre Ausbildung nach dem Abitur hat Hammer als Bürokauffrau gemacht, nicht im Betrieb der Familie allerdings. „Man muss ja auch mal woanders Erfahrungen sammeln“, sagt sie lächelnd. In ihrem Dualen BWL-Studium ging’s dann doch schon für drei Tage in der Woche in ein Büro, in dem man draußen die Fahnen-Fuchs-Flagge wehen sieht.

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