„Wirklich stolz auf Dietzenbach“

Geschäfte in der Altstadt trotzen der Corona-Krise

Ob Buchhandlung, Spielzeugladen oder Perfümerie: In Dietzenbach trotzen die Geschäfte in der Altstadt mit Lieferdiensten der Corona-Krise.

Dietzenbach – Trotz der Corona-Krise der Lage etwas Positives abgewinnen, das kann Jutta Schmitt. „Natürlich ist das alles auch für uns nicht leicht, aber ich habe eigentlich fast nur Positives zu berichten“, sagt die Inhaberin der Buchhandlung „Bücher bei Frau Schmitt“. Wie sie bieten viele Geschäfte in Dietzenbach nun einen Lieferdienst an und trotzen damit der Corona-Krise und geschlossenen Läden.

Die positive Stimmung kommt von der solidarischen Atmosphäre in der Kreisstadt, wie Schmitt berichtet. Gerade jetzt, da viele kleine unabhängige Geschäfte mit den Schließungen und existenziellen Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, rücken viele Menschen wieder zusammen und solidarisieren sich mit den Gewerbetreibenden der Altstadt. Viele würden jetzt wieder extra bei ihr Bücher bestellen, erzählt Jutta Schmitt. „Ich bin wirklich stolz auf Dietzenbach, der Zusammenhalt ist unbeschreiblich.“

Um den Lesestoff jetzt an den Mann oder die Frau zu kriegen, hat die Buchhandlung einen Lieferdienst eingerichtet. Ab einem Bestellwert von rund 20 Euro liefert „Bücher bei Frau Schmitt“ die bestellten Exemplare frei Haus. Das übernimmt entweder die Inhaberin selbst oder ihre Mitarbeiterin, die nun wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt ist. Eine Bestellung kann dabei per E-Mail oder Telefon abgegeben werden. Auch eine fachgerechte Beratung gibt es weiterhin, in diesen Zeiten aber nur per Telefon. Der Kunde muss also selbst aktuell auf kaum etwas verzichten.

Doch nicht nur bei der Buchhandlung schwenkt das Geschäftstreiben von Ladenbetrieb auf Lieferdienst um. Viele inhabergeführte Geschäfte bieten ihren Kunden diesen Service an. Auch die „Spielzeugkiste“, die „Parfümerie am Stadtbrunnen“, „Tischlein deck dich“ oder der „Korkenzieher“ kommen jetzt zum Kunden.

Bei Daniela Rogge vom Spielwarenladen „Spielzeugkiste“ kann über den Online-Shop und per Telefon bestellt werden. Die Kunden bekommen die Ware dann in Dietzenbach und der Region nach Hause geliefert. Die Bestellung kann auch direkt am Geschäft zu einem vereinbarten Termin aus einer Kiste abgeholt werden, ohne dadurch in Kontakt mit anderen Menschen zu kommen. „Begehrt ist aktuell vor allem Spielzeug, mit dem Kinder sich lange beschäftigen können, wie Bügelperlen oder allerlei Bastelsachen“, erzählt Rogge mit einem Schmunzeln.

Auch bei Irmgard Weber in der „Parfümerie am Stadtbrunnen“ zeigt sich die Solidarität der Dietzenbacher. „Viele haben mir gesagt: Ich bestell jetzt lieber bei dir als im Internet“, berichtet die Inhaberin stolz. Bei ihr sind jetzt vor allem Cremes gefragt. Weber: „Bei der aktuellen Lage ist es ja verständlich, dass sich viele auch was Gutes tun wollen.“ Auch sie kann der Situation durchaus etwas Positives abgewinnen. So sei nun endlich auch mal Zeit, das Lager richtig aufzuräumen und eine Inventur zu machen.

Jutta Schmitt hat an die Kundschaft noch eine eindringliche Bitte: „Auch nach der Corona-Krise wird es vielen Geschäften schwerfallen, nach der langen Schließung wieder Fuß zu fassen. Deshalb sind die inhabergeführten Läden auch dann noch auf die Unterstützung angewiesen. Nur so kann die Altstadt auch in Zukunft belebt belieben.“

VON LUKAS REUS

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