Pläne im Gewerbegebiet Süd

Feiern, übernachten und arbeiten

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Eigentümer eines Grundstücks im Gewerbegebiet Süd plant eine größere Festhalle, ein Hotel und Büroflächen. Bis vor einigen Jahren war auf dem Areal unterhalb der Geflügelzuchtanlage noch ein Garten-und Landschaftbaubetrieb beheimatet. Der neue Eigentümer des Grundstücks hat nun größere Pläne: unter anderem eine Hochzeitshalle. (Bild vergrößern)

Dietzenbach -  Hochzeit feiern im schmucken Bürgerhaus-Capitol, das ist für die eine oder andere Familie mit größerer Gästeschar eine willkommene Möglichkeit. Von Nina Beck 

Wenn aber nun nicht beispielsweise 80 oder 100, sondern 500 oder mehr Männer, Frauen und Kinder mit dem Brautpaar dessen Vermählung feiern wollen, dann fehlt dafür bislang in Dietzenbach eine passende Halle. Insbesondere von Mitbewohnern mit türkischen oder auch marokkanischen Wurzeln sei schon häufiger der Wunsch nach einem geeigneten Festgebäude an die Stadt herangetragen worden, sagte Erster Stadtrat Dietmar Kolmer (CDU) gestern auf Anfrage. Bislang wichen die meisten Feiergesellschaften auf andere Kommunen aus – von Frankfurt bis Stockstadt. Die wichtigsten Kriterien für sie sind laut Kolmer eine entsprechende Raum-Kapazität sowie die Möglichkeit, Essen und Getränke selbst mitzubringen.

Eine solche Festhalle nun möchte sich ein türkischstämmiger Dietzenbacher gerne im Gewerbegebiet südöstlich der Alfred-Nobel-Straße genehmigen lassen – ausgelegt für etwa 500 Gäste und sowohl für Vereins- und Familienfeiern als auch für kulturelle Veranstaltungen wie Theater, Konzerte oder Ausstellungen zu nutzen. Gastronomie, also eine Schank- und Speisewirtschaft, ist explizit nicht vorgesehen. Stattdessen soll hier nach den Plänen des Interessenten ein Catering-Dienst zum Tragen kommen.

Festhalle nur eines von mehreren Vorhaben

Auf dem Areal etwa 250 Meter südlich der Kreisquerverbindung stand bis vor wenigen Jahren noch ein Garten- und Landschaftsbaubetrieb (Alfred-Nobel-Straße 13 und 15) , wie aus einer Magistratsvorlage zur nächsten Parlamentssitzung hervorgeht. Dieser wurde geschlossen, die ehemaligen Gewächshäuser und eine transportable Halle abgebaut, und das Areal wechselte den Eigentümer. Jener stellte nun den Antrag, einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Grundstück aufzustellen.

Die Festhalle ist nur eines von mehreren Vorhaben auf dem Areal, die ihm vorschweben. Desweiteren sind ein Hotel für kurzfristige Aufenthalte plus eine Betriebswohnung geplant (siehe Skizze oben), ein Blumengroßhandel mit Büroräumen – hierfür würden künftig etwa ein bis zwei Lkw pro Woche das Gelände anfahren –, ein Bürogebäude für Rechtsanwalt, Steuerberater und Ingenieur, ein Büro- und Verwaltungsgebäude sowie eine Lagerhalle für einen Gartenbaubetrieb, ebenfalls mit Betriebswohnung, eine Lagerhalle für einen Textilgroßhandel sowie etwa 170 Pkw-Stellplätze.

„Begrünte Raumkante“

Bereits 2009 hatte das Parlament beschlossen, dass ein Bebauungsplan 96, „Zwischen Alfred-Nobel-Straße, Geflügelzuchtverein und Regionalparkweg“, aufgestellt werden sollte, um die Gewerbeflächen im Gewerbegebiet Süd neu zu ordnen und mit Blick auf den unmittelbar am Gebiet entlanglaufenden Regionalparkweg eine „begrünte Raumkante“ zu erstellen. Dieses noch laufende Verfahren müsste nun in einen sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan umgewandelt werden, vor allem aufgrund der neuen Art der geplanten Nutzung, heißt es in der Magistratsvorlage. Das Parlament ist nun in einem ersten Schritt gefragt, dieser Umwandlung zuzustimmen, und damit kundzutun, ob es dem Vorhaben grundsätzlich zustimmt.

Allerdings gibt es von vornherein noch eine Unbekannte: Um das Vorhaben so umsetzen zu können wie geplant, müsste erst der Regionale Flächennutzungsplan von 2010 in einem Punkt geändert werden. Das vorgesehene Areal nämlich ist derzeit nicht als Gewerbefläche ausgewiesen, was die Kreisstadt bereits beantragt hatte. Letztere werde sich um eine Klärung bemühen, sobald das Stadtparlament grundsätzlich dem Vorhaben zugestimmt hat, heißt es in der Magistratsvorlage.

Rathaus-Sanierung in Dietzenbach (2010)

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In einem späteren Schritt, beim sogenannten Aufstellungsverfahren, wäre zudem mit einer schalltechnischen Untersuchung zu prüfen, ob bestimmte Schallschutzvorkehrungen für jene Bereiche nötig sind, auf denen die Betriebswohnungen entstehen sollen. Denn im angrenzenden „Gewerbegebiet Kaupendicke“ sind auch Speditionen zugelassen.

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