Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Gewerbevereinsvorsitzender Kaupat über die Folgen der Corona-Krise

Guido Kaupat Vorsitzender des Gewerbevereins

Ein normales Leben war in den vergangenen Wochen für niemanden möglich. Doch das Coronavirus belastet nicht nur Privatleute, sondern auch die Wirtschaft schwer.

Dietzenbach – Guido Kaupat, Vorsitzender des Gewerbevereins (GVD), erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, wie er und die Dietzenbacher Gewerbetreibenden die aktuelle Situation erleben.

Herr Kaupat, wie schwer waren die vergangenen Wochen für den Gewerbeverein und seine Mitglieder?

Unsere Mitglieder sind in vielfältiger Weise betroffen. Der Einzelhändler, der erst jetzt unter Auflagen sein Geschäft wieder öffnen durfte, oder der Gastronom, der sich mit Hol- und Bringdiensten über Wasser hält, aber nicht weiß, wann es wieder normal weiter geht. Aber auch unsere Handwerksbetriebe hatten Probleme, dass Kunden ihre Termine abgesagt haben, weil sie Angst vor einer Ansteckung hatten. Somit lautet die Antwort: Schwierig, wie überall im Land. Dennoch bin ich stolz auf unsere Gewerbetreibenden und Mitglieder, die in dieser Zeit mit klugen und innovativen Ideen versucht haben, das Beste aus der Situation zu machen. Aber genauso stolz bin ich auf die Einwohner Dietzenbachs, die in dieser schwierigen Zeit zu ihren Gewerbetreibenden halten und diese unterstützen, wie es ihnen möglich ist.

Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die größten Herausforderungen für die Gewerbetreibenden in der Kreisstadt?

Leider weiß niemand, wie lange die aktuellen Einschränkungen noch aufrecht erhalten bleiben. Wenn wir wieder einigermaßen in der Normalität angekommen sind, gilt es erst mal, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.

Wie kann der Gewerbeverein seinen Mitgliedern in dieser schwierigen Phase zur Seite stehen?

Gleich zu Beginn der Kontaktbeschränkungen haben wir mit vielen Gewerbetreibenden die Situation analysiert und festgestellt, dass die Zusammenführung der verschiedenen Angebote unserer Mitglieder eine erste Maßnahme sein müsste. So wurde dann von unserer Geschäftsstellenleiterein Angelika Landgraf-Krimm eine Abfrage der verschiedenen Angebote und Onlineshops unserer Mitglieder gestartet und in einer Liste zusammengefasst, die fast täglich aktualisiert wurde. Diese Information haben wir dann, auch in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Kreisstadt Dietzenbach und des Kreises Offenbach, verteilt und in den sozialen Medien kundgetan. Außerdem wurden die aktuellen Hilfsprogramme des Bundes und des Landes Hessen sowie die Unterstützungsangebote der Dietzenbacher Wirtschaftsförderung zeitnah an unsere Mitglieder weitergeleitet. Ich persönlich, aber auch unsere Geschäftsstellenleiterin Angelika Landgraf-Krimm standen und stehen in regelmäßigem Kontakt mit Herrn Krtsch und Frau Thater-Rebel von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Gibt es seitens des GVD-Vorstands Überlegungen, wie man den Ausfall von Einnahmen, mit dem sicher viele der Mitglieder in den vergangenen Wochen zu kämpfen hatten, etwa mit besonderen Aktion oder Ähnlichem kompensieren könnte?

Zusätzlich zu den oben genannten Punkten planen wir eine Marketingaktion für den Kauf der Einkaufsgutscheine des Gewerbevereins Dietzenbach, die Künden bei allen Mitgliedern einlösen können. Diese Gutscheine gibt es schon seit Jahren. Wir werden dieses Marketinginstrument aber nun nutzen, damit die Dietzenbacher ihre regionalen Geschäftsleute noch intensiver unterstützen können. Gerade jetzt, am 10. Mai, ist Muttertag und Vatertag am 21. Mai. Diese beiden Termine sind eine gute Gelegenheit, die Gutscheine des Gewerbevereins zu erstehen und bei den Dietzenbacher Händlern und Gastronomen einzulösen. Erhältlich sind die Gutscheine in allen Dietzenbacher Filialen der Sparkasse Langen-Seligenstadt und der Volksbank Dreieich.

Wie stehen Sie dazu, dass nun viele Läden wieder öffnen dürfen? Bewerten Sie das ausschließlich positiv oder gibt es auch Bedenken, vor allem bezüglich der einzuhaltenden Sicherheitsmaßnahmen?

Ich wüsste nicht, welche Bedenken ich haben sollte. Ich habe vollstes Vertrauen in das Verantwortungsbewusstsein unserer Gewerbetreibenden und ihrer Kunden. Ich würde mir wünschen, dass wir aufgrund der Bewertung der Fachleute und der Politiker schnell weitere Lockerungen haben werden.

Glauben Sie, der Gewerbeverein und die Dietzenbacher Gewerbetreibenden können sich durch die Corona-Krise auch weiterentwickeln und daraus etwas für die Zukunft mitnehmen?

Selbstverständlich. Schon seit Jahren diskutieren wir mit unseren Mitgliedern über Weiterentwicklungen des Handels und der Dienstleistungen. Viele Mitglieder haben bereits vor der Krise Schritte zur Modernisierung und Digitalisierung eingeleitet. Deshalb denke ich, dass wir die Diskussionen und Entscheidungen, die wir bereits vor der Krise eingeleitet haben, auch danach weiterführen und ausbauen werden. Hierzu arbeiten wir auch eng mit der Wirtschaftsförderung zusammen. Und ich bin guter Hoffnung, dass alle Gewerbetreibenden in Dietzenbach und Umgebung auch nach der Krise noch für ihre Kunden da sein werden. Ich persönlich werde alles, was möglich ist, dafür tun.

Das Interview führte Lena Jochum.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare