Durchsuchungen und Festnahmen

Angriffe auf Einsatzkräfte in Dietzenbach: Zwei Beschuldigte in U-Haft

Nach den Angriffen auf Einsatzkräfte in Dietzenbach (Kreis Offenbach) hat die Polizei nun bei einer Großrazzia sieben Verdächtige festgenommen. Zwei kamen in Untersuchungshaft.

  • In Dietzenbach (Kreis Offenbach) gab es am Mittwoch (09.09.2020) eine Großrazzia der Polizei.
  • Hintergrund waren die massiven Angriffe auf Feuerwehr und Polizei im Mai 2020.
  • Mehrere Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen – Zwei sitzen in Untersuchungshaft.

Update vom Freitag, 11.09.2020, 11.38 Uhr: Nach der Großrazzia in Dietzenbach sitzen ein 17- und ein 19-Jähriger in Untersuchungshaft. Sie stehen laut Polizei unter dem Verdacht, an den massiven Angriffen auf Polizei und Feuerwehr Ende Mai beteiligt gewesen zu sein. In der Nacht auf Freitag, 29.05.2020, waren die Einsatzkräfte im Spessartviertel in einen Hinterhalt gelockt und mit Steinen beworfen worden.

Damals ging die Polizei von 50 möglichen Tätern aus. Gestern wurden bei Durchsuchungen in Dietzenbach sieben Verdächtige vorläufig festgenommen. Gegen insgesamt acht Beschuldigte laufen Ermittlungen, unter ihnen die 17- und der 19-jährigen Dietzenbacher. Sie kamen nach der richterlichen Vorführung in eine Justizvollzugsanstalt. Die weiteren Verdächtigen wurden von der Polizei entlassen.

Nach Angriffen im Spessartviertel: Zwei Verdächtige aus Dietzenbach in Untersuchungshaft

Den mutmaßlichen Angreifern wird unter anderem Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Mit den Festnahmen ist sind die Ermittlungen der Polizei zu den Vorfällen in Dietzenbach längst nicht abgeschlossen: „Unsere Arbeit, insbesondere das Identifizieren weiterer Beteiligter, ist noch nicht beendet. Nun gilt es die sichergestellten Mobiltelefone auszuwerten. Möglicherweise stoßen wir hierbei auf weitere Hinweise“, hieß es von den Verantwortlichen. Sie hatten bei der Razzia auch einen „hohen fünfstelligen Geldbetrag" gefunden, der konfisziert wurde, um seine Herkunft zu klären.

Die Polizei sowie die Ermittlungsgruppe "Wurf" bitten Zeugen um weitere Hinweise zu den Angriffen auf Polizei und Feuerwehr in der Nacht zum 29. Mai. Ein Online-Hinweisportal, auf dem Fotos oder Videos hochgeladen werden könne, steht zur Verfügung. Unter der Rufnummer 069 8098-1234 kann man Hinweise kann die Kriminalpolizei weitergeben.

Großrazzia bei Verdächtigen nach Angriff auf Polizei und Feuerwehr in Dietzenbach

Erstmeldung vom Mittwoch, 09.09.2020, 14.36 Uhr: Dietzenbach – Nach den Angriffen auf Polizei und Feuerwehr Ende Mai sind in Dietzenbach am Mittwoch (09.09.2020) sieben Verdächtige vorläufig festgenommen worden. Bei einer Großrazzia durchsuchten mehr als 100 Polizeibeamte am frühen Morgen Gebäude und Wohnungen in der Kreisstadt des Landkreises Offenbach. Der Einsatz lief unter der Federführung der Ermittlungsgruppe „Wurf“, die nach den Vorkommnissen vor dreieinhalb Monaten eigens gegründet worden war.

Überreste eines Brands Ende Mai in Dietzenbach: Polizisten und Feuerwehrleute wurden bei ihrem Eintreffen mit Steinen beworfen.

Attacken auf Einsatzkräfte in Dietzenbach: Rund 50 mögliche Täter

In der Nacht auf Freitag, 29. Mai 2020, hatten Randalierer Einsatzkräfte im Dietzenbacher Spessartviertel in einen Hinterhalt gelockt und mit Steinen beworfen. Die Polizei geht von rund 50 möglichen Tätern aus, die gezielt vorgingen. Minuten vor den Angriffen hatten sie mehrere Brände gelegt, um Feuerwehrleute und Polizeibeamte anzulocken. Steinhaufen lagen da schon bereit.

Die massiven Attacken sorgten damals deutschlandweit für Entsetzen. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) verurteilte die Ausschreitungen scharf und forderte harte Strafen für die Verantwortlichen. Drei damals festgenommene Personen kamen nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß. Zu ihnen ist bis heute genauso wenig bekannt wie zum Motiv der Angreifer.

Dietzenbach: Besonderes Augenmerk auf Sicherheitslage im Spessartviertel

Die Behörden und die politischen Akteure legen seit den Angriffen ein besonderes Augenmerk auf die Sicherheitslage im Spessartviertel in Dietzenbach*, das vielen schon länger als Brennpunkt gilt. In den Tagen vor der Straßenschlacht hatte die Polizei dort Drogen sowie Waffen gefunden und sichergestellt.

Die derzeitigen Ermittlungen richten sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft gegen acht Beschuldigte im Alter zwischen 14 bis 29 Jahren, die alle in Dietzenbach wohnen. Sieben Personen wurden vorläufig festgenommen. Den Verdächtigen wurden die Mobiltelefone abgenommen. Weitere Details zu den Vorwürfen und Hintergründen der Razzia machten die Ermittler zunächst nicht. (ag/kke)*op-online ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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