Unterwegs mit Mitgliedern und Freunden

Dietzenbacher Grüne fahren mit dem Rad zu wichtigen Orten für die zukünftige Stadtpolitik

Von der Altstadt ging es für die Tourteilnehmer ins Innenohr. Dort diskutierten sie das aktuelle Bauvorhaben für das Areal.
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Von der Altstadt ging es für die Tourteilnehmer ins Innenohr. Dort diskutierten sie das aktuelle Bauvorhaben für das Areal.

Rauf auf die Räder und raus auf Dietzenbachs Straßen. Die Partei die Grünen hatte Mitglieder und Freunde zu einer Fahrradtour zu Orten eingeladen, die künftig für die Stadtpolitik von Bedeutung sind.

Dietzenbach – Als Erstes steuerten die insgesamt 23 Teilnehmer die Kreuzung Dreieichstraße/Heppenheimer Allee an. Ein Knotenpunkt, der sich auf der Landstraße 3001 befindet und zurzeit heiß diskutiert wird. Die Straße erstreckt sich vom Ortseingang in Steinberg bis zum Waldschwimmbad und soll fahrradfreundlich umgestaltet werden (wir berichteten). „Wir befinden uns auf dem Abschnitt Mitte. Dieser geht vom Rathaus bis zum Wappenkreisel in der Altstadt“, erläuterte Parteimitglied Heiko Hausmann. Dort solle die Offenbacher Straße in den kommenden sechs Monaten für den Autoverkehr einspurig zurückgebaut werden. Die beiden übrig gebliebenen Spuren seien künftig dem Radverkehr vorbehalten. „Dann kann jeder in seinem Tempo fahren“, so Hausmann. Er sei davon überzeugt, dass mit zunehmender Sicherheit der Wege mehr Dietzenbacher das Auto stehen lassen. Ein Argument, das auch viele Tour-Teilnehmer teilten. Denn bereits bevor es zum ersten Etappenziel ging, fürchtete der ein oder andere Radler, dass er von den Autofahrern übersehen werden könnte.

So ging es für einige mit einem ähnlich mulmigen Gefühl von der Kreuzung weiter in die Altstadt. Denn nach Vorhaben der Grünen soll auf dem Teilstück zwischen der Bahnhofsstraße und der Schäfergasse eine Spielstraße entstehen. „Dann können sich alle Verkehrsteilnehmer sicher bewegen“, sagte Stadtverordnete und Grünen-Vorstandssprecherin Monique Begall. Derzeit hätten die schwächeren Verkehrsteilnehmer aufgrund der Enge der Straße und des Gegenverkehrs das Nachsehen.

Ganz andere Probleme beschäftigten die Gruppe etwas später im sogenannten Innenohr. Nach dem aktuellen Bebauungsplan soll die verwilderte Grünfläche, die die Mehrfamilienhäuser am Brückenwiesenweg von den fünf Hochhäusern des östlichen Spessartviertels trennt, bebaut werden. „Das wollen wir verhindern“, sagte Grünen-Vorstandsmitglied Johanna Wenninger-Muhr, die die Partei im Bauausschuss vertritt. Denn, so ergänzte Begall, weitere Gebäude seien der Frischluftzufuhr in dem bereits eng bebauten Gebiet nicht zuträglich. „Außerdem kann es nicht im Interesse der Anwohner sein, dass hier Häuser hinzukommen“, war sich Begall sicher. Bereits jetzt gebe es kaum Möglichkeiten, sich ins Grüne zu setzen.

Von der verwilderten Wiese radelte die Gruppe zur Mobilitätszentrale in der Dietzenbacher Mitte. Auch dort ist das Thema Luft ein Anliegen. „Die Grünachse zwischen Mobilitätszentrale und Rathaus bildet eine wichtige Frischluftschneise“, stellte Heiko Hausmann fest. Allerdings solle die jetzige grüne Wiese zwischen der Zentrale und dem Kreishaus ebenfalls bebaut werden. Das würde für eine Unterbrechung der Achse sorgen, was wegen der stetig heißer werdenden Sommer fatal sei. Nachdem auch über Möglichkeiten diskutiert wurde, wie der Schotterplatz vor der Mobilitätszentrale naturfreundlicher gestaltet werden könnte, machten sich die Radler auf den Weg in den Theodor-Heuss-Ring. Vor der Regenbogenschule ergriff Monique Begall das Wort. „Viele fahren hier viel zu schnell und halten sich nicht an das Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde“, sagte sie. Das sei für Radfahrer sehr gefährlich. Autofahrer, denen es nicht schnell genug ginge, setzten häufig zu abenteuerlichen Überholmanövern an. Zudem sei die Situation für die Schüler der Regenbogenschule brenzlich. „Die Pkw-Fahrer erkennen nicht, dass hier eine Schule ist und sie langsam fahren müssen“, berichtete die Grünen-Politikerin. Deshalb fordere der Ortsverband eine Umwandlung des Theodor-Heuss-Rings in eine Fahrradstraße. „Dann dürfen nur noch Anwohner und Busse durch die Straße fahren.“

Zum Schluss forderte Grünen-Mitglied Roger Raeder die Dietzenbacher noch zur Beteiligung auf. Die Weiterentwicklung des Radverkehrs fordere Unterstützung. Nur gemeinsam ließe sich genügend Aufmerksamkeit für das Thema schaffen. (Von Anna Scholze)

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