Verdichtung südlich der Grenzstraße

Hainäcker: Stadtverordnete stimmen über Pläne der MB-Massiv-Bau GmbH ab

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55 Wohneinheiten sollen südlich der Grenzstraße entstehen. Geplant sind Mehrfamilien- und Einzelhäuser. Der Ausschnitt zeigt den Blick von der Schillerstraße. 

Die Stadtverordneten in Dietzenbach stimmen über die Pläne der MB-Massiv-Bau GmbH für das Wohngebiet Hainäcker ab. Dieses soll südlich der Grenzstraße entstehen.

Dietzenbach – Nur auf Zustimmung ist es nicht gestoßen, dass die zur Werkmann-Gruppe gehörende MB-Massiv-Bau GmbH auf rund 1,16 Hektar südlich der Grenzstraße bauen möchte. 

Bedenken, sagte eine Bürgerin in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung, habe man in der Anwohnerschaft etwa wegen der Geschosshöhe: „Wenn da Balkone gebaut werden, könnte man ja direkt bei uns ins Wohnzimmer schauen. “ Und auch wegen der „eh schon belasteten Verkehrssituation“, einer Gefährdung der Tierwelt und dem Brandschutz sorge man sich, speziell was die Erreichbarkeit der Felder angehe. Außerdem sei es in „keinem anderen Gebiet der Altstadt so dicht bebaut“.

Dietzenbach: Abstimmung über Pläne der MB-Massiv-Bau-GmbH

Harald Nalbach (WIR-BfD) verwies darauf, dass es zu diesen Themen eine ausführliche Diskussion im Ausschuss für Städtebau, Verkehr und Umwelt gegeben habe. Dass die Bürgerin der Ansicht war, in selbigem keine Fragen stellen zu können, müsse Resultat eines Missverständnisses sein: „Sie hätten Rederecht beantragen können.“ Stephan Gieseler (CDU) fügte an: „Alle Dinge liegen im Bereich der rechtlichen Norm.“ Einen eigenen Änderungsantrag, in dem man nur 45 statt der geplanten 55 Wohneinheiten und mindestens 120 Quadratmeter je Doppelhaushälfte und Reihenhaus festlegen lassen wollte, habe man zurückgezogen. Die Diskussion habe die Sorge um die qualitativen Ansprüche positiv beeinflusst, begründete das Gieseler.

Ein Antrag der Grünen, nach dem die Nutzung von Solarenergie zur Storm- und Wärmegewinnung in den vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit aufgenommen hätte werden sollen, wurde von den Parlamentariern abgelehnt. Uwe Werkmann, Geschäftsführer der Werkmann-Gruppe, hatte im Ausschuss zuvor noch argumentiert, die Beheizung des Gebiets werde zwar nach der Energiesparverordnung geplant, Solarpanele stünden aber mit dem Vorhaben, die Dächer zu begrünen, nicht im Einklang. Im Parlament widersprach dem Johanna Wenninger-Muhr aus der Grünen-Fraktion. Wie dem Bundesbaublatt, einer Fachzeitschrift für Immobilien- und Wohnungswirtschaft, zu entnehmen sei, ergänzten sich Solar- und Gründach vielmehr. „Ein Verzicht muss nicht sein.“

Dietzenbach: Areal heißt: "Südlich der Grenzstraße - Die Hainäcker"

Mit großer Mehrheit beschlossen wurde letztlich, mit dem Hinweis auf das Protokoll aus dem Ausschuss, der Antrag des Magistrats. Bei der Abstimmung über die zuvor auch in Einzelpunkten bestätigte Vorlage enthielten sich die Grünen, die AfD votierte dagegen. Demnach wird ein Verfahren für einen vorhabenenbezogenen Bebauungsplan eingeleitet, es handelt sich um ein beschleunigtes Verfahren. Der Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss für den Plan wird ortsüblich bekannt gemacht. Das Areal erhält die Bezeichnung „Südlich der Grenzstraße – Die Hainäcker“.

Geplant sind die Wohneinheiten gemäß Werkmanns Ausführungen wie folgt: In Mehrfamilienhäusern sind 22 Einheiten zwischen 60 und 75 Quadratmetern und sieben zwischen 80 und 100 Quadratmetern vorgesehen. 26 zusätzliche Einheiten sind als Einzelhäuser geplant, mit einer Durchschnittsgröße von 140 bis 150 Quadratmeter. Man habe sich an der Bebauung der Grenzstraße orientiert, sodass die Höhe der Häuser bei 9,20 Meter liege. Philipp Eckert (AfD) monierte im Nachgang der Sitzung der Stadtverordneten, dass die geplante Bebauung schon optisch nicht zur bestehenden passe.

Wie erwartet geschoben wurde der Antrag zur radverkehrsfreundlichen Umgestaltung der L  3001. Bevor über den Abschnitt zwischen dem Wappenkreisel und dem Kreisverkehr am Rathaus abgestimmt wird, will man zuerst die Bürgerversammlung abwarten, die für Mittwoch, 20. November, um 19 Uhr im Rathaus angesetzt ist.

Fest steht indes, wer stellvertretende Schiedsperson der Kreisstadt wird. Dazu wurde, nachdem sie sich wie ihre Konkurrenten bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt hatte, mit 26 Stimmen und damit einer deutlichen Mehrheit Kornelia Butterweck gewählt.

VON CHRISTIAN WACHTER

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