Die Ruhe nach dem Sturm

HOF AKITA - Während Unwetterschäden repariert werden, genießen Kinder den Ferienkurs

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Guter Dinge trotz erheblicher Schäden: Karina Ressel, die gemeinsam mit ihrer Mutter den Hof Akita führt, ist froh, dass beim Sturm im August weder ihren Mitarbeitern noch den Pferden etwas passiert ist.

Justina und Vitano drehen in der Reithalle ihre Runden. Seit sechs Jahren schon reitet die Elfjährige, nimmt Unterricht auf dem Pferdehof Akita.

Dietzenbach –Weil ihr der Umgang mit den Pferden so großen Spaß macht, verbringt sie auch in den Herbstferien viel Zeit auf dem Hof, nimmt am Ferienkurs teil. Angeboten werden die Kurse in den Oster-, Sommer- und Herbstferien, mitmachen dürfen alle, unabhängig von individuellen Vorkenntnissen. „Es sind einige dabei, die bisher wenig oder kaum Kontakt zu Pferden hatten, aber auch Kinder, die öfter reiten“, sagt Karina Ressel, die den Hof gemeinsam mit ihrer Mutter Uschi Weidenbusch-Baist leitet.

Die Kinder, die in der Reithalle trainieren, gehören zu denen, die schon Erfahrung mitbringen im Umgang mit Pferden, mit ihnen müssen die insgesamt drei Betreuer nicht ganz vorne anfangen. Justina etwa sei eine der fortgeschritteneren Reiterinnen, erzählt Karina Ressel. „Sie nutzt die Zeit in den Ferien dazu, intensiver an sich zu arbeiten.“ Reitlehrerin Julia Gröbel betreut die Gruppe, pickt sich immer wieder einen heraus, der dann Einzelübungen absolvieren muss. Mit der elfjährigen Justina etwa arbeite die Betreuerin daran, das Pferd zu lenken, erläutert Karina Ressel vom Rand aus. Die Reitschülerin habe die ganze Zeit versucht, über das Ziehen an den Zügeln zu lenken. „Es funktioniert aber nur über Gewichtsverlagerung.“ Auch wenn es bedeutet, dass sie an sich arbeiten muss, Justina genießt es, die Zeit auf dem Hof Akita zu verbringen. „Es ist immer so schön hier“, sagt sie und grinst.

Justina bekommt nicht genug vom Reiten, darum verbringt sie auch ihre Ferien auf dem Pferdehof.

Karina Ressel freut sich, wenn es dem Reiternachwuchs gefällt, und auch über ihre Mitarbeiter ist sie sehr glücklich, kann sich auf sie verlassen, weiß, dass Pferde und Reitschüler bei ihnen in guten Händen sind. „Als Chefin fällt eben viel an, da kann ich leider nicht immer nur auf dem Pferd sitzen.“ Vor allem in den vergangenen Wochen fiel einiges an auf dem Hof. Das Unwetter Ende August verursachte an mehreren Gebäuden schwere Schäden, der Sturm deckte Dächer ab, riss Wände ein. „Es sah schlimm aus hier“, erzählt Karina Ressel. Sie deutet auf die Liegehalle, der Schlafplatz für einige Pferde. Sie befindet sich schräg gegenüber der Reithalle, in der die Ferienkurs-Teilnehmer an ihrem Sitz im Sattel arbeiten, galoppieren und traben. Eine Wand an der Kopfseite der Liegehalle brach durch den Sturm ein. „Die beiden Pferde darin, sind natürlich in Panik ausgebrochen“, sagt die Hof-Leiterin. Glücklicherweise habe der Wind aber auch die Tür aufgerissen, sodass die Tiere aus dem Gebäude fliehen konnten. Glücklicherweise sei weder Menschen noch Tieren etwas passiert. „Alles andere kann man schließlich reparieren.“ Noch sei nicht abschließen geklärt, welche Kosten die Versicherung übernimmt. „Aber nach unserem Spendenaufruf haben wir unglaublich viel Unterstützung erhalten, wofür ich sehr dankbar bin“, sagt Karina Ressel. Noch ist einiges zu tun auf dem Pferdehof, bevor es kalt und nass wird. Zunächst aber stehen die Ferienkurse, einer diese und einer in der kommenden Woche, auf dem Plan.

In der Reithalle sind die Kinder mittlerweile von den Pferden abgestiegen, bringen die Tiere in den Stall, um sie zu versorgen. „Dann steht Theorie an.“ Seit Anfang des Jahres, erläutert Karina Ressel, machen die Kinder in den Ferienkursen auch einen sogenannten Expertenschein. Der bestätigt, dass der Nachwuchs mit allen wichtigen Grundlagen rund ums Pferd vertraut ist. Später dann essen alle gemeinsam zu Mittag. Neben Training und Theorie kommen auch Spiel und Spaß nicht zu kurz. „Wir spielen zum Beispiel Fußball mit den Pferden oder machen einen Staffellauf“, erzählt Karina Ressel. Alles ganz entspannt und ruhig, schließlich sind ja Ferien.
von Lena Jochum

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