Spielemesse im Herbst 

Amigo präsentiert neue Spiele: Dieser Klassiker ist seit über 20 Jahren ein Renner 

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Christian Hildenbrand und Andrea Milke widmen sich dem Brettspiel des Klassikers „6 nimmt“, das demnächst erscheint. 

Was für den Fußballer der Saisonstart, für die Wintersportfreunde der Ski-Auftakt oder für Autoliebhaber die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt ist, steht für das Team des Spieleverlags Amigo gleich zweimal im Jahr auf dem Programm.         

Dietzenbach - Denn all die Arbeit, das Ausprobieren und Testen, das Anpassen und Entwickeln von Figuren, Karten, Steinen und Regeln hat dann ein Ende. „Bei den Spielemessen in Nürnberg Anfang des Jahres und in Essen im Oktober präsentieren wir unsere Neuheiten“, sagt Andrea Milke, Senior Managerin Kommunikation.

Einer, der den Entwicklungsprozess von Anfang bis Ende erlebt, ist Christian Hildenbrand aus der Amigo-Redaktion. „Wir arbeiten sehr eng mit den Autoren zusammen“, erläutert er. „Das geht mal schnell, kann aber auch mal Jahre dauern, bis eine Idee zu Ende gedacht und umgesetzt ist.“ Wenn die meist sieben bis neun Neuerscheinungen auf den Markt kommen, hat Hildenbrand diese nicht nur einmal gespielt. „Um ehrlich zu sein, kann ich die dann erst einmal nicht mehr sehen“, sagt er und lacht.

Amigo seit vielen Jahren in Dietzenbach 

Mit acht neuen Spielen geht der Verlag, der seit vielen Jahren sein Zuhause an der Waldstraße gefunden hat, im Herbst an den Start. „Auf die richtige Mischung kommt’s an“, verrät Redakteur Hildenbrand. Deshalb versuche man, nicht nur große Spiele auf den Markt zu bringen, sondern beispielsweise Kartenspiele, ergänzt Andrea Milke. „Dafür sind wir bei Amigo schließlich auch bekannt.“ Das im Frühjahr erschienene Kartenspiel „Lama“ hat es dafür auf die Nominiertenliste zum „Spiel des Jahres“ geschafft. „Wir sind sehr stolz, da es sich vom Prinzip her, um ein simples Spiel handelt“, sagt Hildenbrand.

Allgemein dürfe es nicht immer darum gehen, möglichst komplexe neue Ideen zu entwickeln. „Der Trend kommt meist in Schüben“. erläutert Hildenbrand. „Da kommt dann eine ganze Welle von Spielen, die sich ähneln. So wie es vor einigen Jahren die Escape-Varianten waren oder jetzt die Krimi- oder Storytelling-Varianten.“ Da den Überblick zu behalten, ist eine seiner Aufgaben. „Ich teste 300 bis 400 Spiele im Jahr. Wir haben eine gute Aufteilung mit den Kollegen, sollte gerade ein junger Autor mit einer Idee um die Ecke kommen, die es bereits gibt, können wir das relativ schnell herausfiltern.“ 

Kartenspiel Wizard immer noch sehr beliebt 

Dennoch gebe es alle paar Jahre immer wieder etwas, „bei dem man sich fragt, wieso man da noch nicht darauf gekommen ist“, sagt Milke. „Nicht immer ist dieser Mechanismus dann neu“, ergänzt Hildenbrand. „Manchmal kann er in einem anderen Spiel nur am Rand auftauchen und das macht man sich in einem neuen Spiel zunutze.“

Es geht jedoch nicht darum, das Rad neu zu erfinden. Das wissen sie bei Amigo genau. „Wir können stolz darauf sein, dass sich Spiele wie 6 nimmt oder Wizard seit vielen Jahren riesiger Beliebtheit erfreuen“, sagt Milke. Deshalb gehöre es auch dazu, mit neuen Varianten aufzuwarten. „Für 6 nimmt haben wir in der Herbstkollektion ein Brettspiel entwickelt.“

Spielemessen in Nürnberg und Essen 

Wie das angenommen wird, erwarten die Beteiligten mit Spannung. „Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich“, sagt Hildenbrand. In Deutschland gehe es – bedingt durch alte Klassiker wie Skat – oft ums Ausstechen des Gegners. „Deshalb erfreuen sich Wizard oder Lama auch großer Beliebtheit.“ In Frankreich oder den Niederlanden gehe es mehr um größere Gruppen. „Dort geht Saboteur voll durch die Decke.“ Das würde man auch bei den Turnieren merken. „In anderen Ländern spielt die Mehrzahl auf den Turnieren Saboteur, in Deutschland dann eher Wizard, das ist total faszinierend.“ 

Doch auch die anderen Märkte wie Südamerika oder Asien sind im Kommen. „Ich finde das echt cool, wo es die Spiele überall gibt“, sagt Hildenbrand.

Die Halbwertszeit eines Spiels betrage mittlerweile nur noch zwei bis drei Jahre. „80 bis 90 Prozent sind schnell wieder verschwunden“, betont der Redakteur. Alles sei in den vergangenen Jahren professioneller geworden. „Deshalb ist viel schwieriger sich am Markt zu behaupten“, sagt Milke. Doch bei Amigo ist man zufrieden. Schließlich steht im kommenden Jahr das 40-jährige Bestehen an. „Wir sind auch schon an der Planung für 2020 und 2021“, verrät Christian Hildenbrand und grinst.   Von Patrick Eickhoff

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