„Wir hatten einfach ganz große Lust darauf“

Dietzenbacher Musiktage - Ein Interview mit „Best of Trio“ über die Freude an Kammermusik und Brahms

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„Best of Trio“: Ulrich Horn (von links), Nami Ejiri und Stefano Succi spielen bei den Musiktagen Werke von Clara Schumann und Johannes Brahms.

Sie sind Teil des HR-Sinfonieorchesters und haben schon auf den großen Bühnen der Welt gestanden: die Pianistin und Lokalmatadorin Nami Ejiri, der Cellist Ulrich Horn und der Geiger Stefano Succi. Wir haben mit ihnen gesprochen. 

Dietzenbach - Die drei Musiker präsentieren als „Best of Trio“ am Samstag, 14. September, 20 Uhr, Clara Schumanns Klaviertrio in g-moll, op. 17 und das Klaviertrio Nr. 1 in H-Dur, op. 8 von Johannes Brahms in der Christuskirche (Darmstädter Straße). Wir haben die drei Berufsmusiker auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks in Frankfurt besucht und sie für ein Interview beim Proben für die Musiktage unterbrochen.

Wie hat es sich ergeben, dass sie als Trio bei den Dietzenbacher Musiktagen auftreten?

Ulrich Horn: Die Anfrage kam von Nami Ejiri. Wir haben schon oft zusammengearbeitet, aber immer in anderen Besetzungen. Diese schien uns die Interessanteste. Wir hatten einfach ganz große Lust darauf.

Das ist also die Premiere als Trio?

Ulrich Horn: Sozusagen. Da haben wir lange drauf gewartet.

Bleibt es bei dem einen Auftritt als Trio?

Nami Ejiri: Wir spielen an Silvester auch zusammen in Bad Homburg. Welches Konzert als erstes geplant war, weiß ich nicht mehr. Stefano Succi: Wir spielen am 31. Dezember das Tripelkonzert von Beethoven. Wir freuen uns auf das Beethoven-Jahr 2020. Eigentlich wollten wir auch in Dietzenbach ein Beethoven-Stück aufführen, dann hat sich aber herausgestellt, dass auch der 200. Geburtstag von Clara Schumann ist. Nami hat uns vorgeschlagen, ein Stück von Clara Schumann zu spielen und dazu passend eines von Johannes Brahms. Die beiden hatten ja eine enge künstlerische Beziehung, das hat uns motiviert. 

Die Ausnahmepianistin war lange als Komponistin unterschätzt.

Stefano Succi: Clara Schumann war aber eine bedeutende Person für ihren Mann Robert und auch für Brahms. Sie hat fast alle von Brahms fürs Klavier komponierten Stücke aufgeführt. In dieser künstlerischen Familie hat er sich gut entwickelt. Man hört vor allem in Brahms frühen Stücken, wie er von diesem Umfeld geprägt wurde.

Clara Schumann sagte über Brahms: Der kommt wie von Gott gesandt. Was fasziniert Sie an seiner Musik?

Stefano Succi: Für mich ist er der absolute Gott der Musik. Wenn man die drei Bs betrachtet.

Sie meinen Bach, Beethoven, Brahms?

Stefano Succi: Genau. Besonders in der Kammermusik ist Brahms einfach unglaublich. Bei ihm ist alles dabei.

Sie spielen normal im großen Orchester. Ist Kammermusik da für Sie eine willkommene Abwechslung?

Stefano Succi: Das ist eine gute Abwechslung. Jeder Orchestermusiker sollte Kammermusik machen. Das gehört einfach dazu.

Herr Horn, Sie spielen ein Cello von Giovanni Gagliano aus der Zeit um 1800. Was ist das Besondere an dem Instrument? Und fällt es Ihnen schwer, das Cello aus den Augen zu lassen?

Ulrich Horn: Ich habe das Cello immer um mich herum. Von dem Geigenbauer existieren noch zehn, 15 Instrumente. Insofern ist es eine Rarität und hat auch schon viel erlebt, bestimmt ganz tolle Cellisten. Deswegen werden die Instrumente meistens auch so gut, das Holz ist perfekt eingeschwungen. Das ist was Tolles.

Frau Ejiri, Sie sind bislang bei allen Dietzenbacher Musiktagen dabei gewesen. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein?

Nami Ejiri: Die Musiktage sind ein schöner Austausch. Es ist kein Riesenfestival, dafür sehr intim. Und dann noch in dem Ort, wo ich wohne. Jeden Tag werde ich auf der Straße angesprochen. Über die Musiktage spricht man. Das ist eine tolle Sache.

Also kann man davon ausgehen, dass Sie nächstes Jahr wieder dabei sind?

Nami Ejiri: Ich glaube schon (lacht).

Das Gespräch führte Ronny Paul.

Verlosung

Wir verlosen zweimal zwei Karten für den Auftritt vom „Best of Trio“ bei den Dietzenbacher Musiktagen am 14. September in der Christuskirche. Wer gewinnen möchte, schreibt bis Dienstag, 10. September, 15 Uhr, eine Mail mit den Stichworten „Best of“ an gewinn_dietzenbach@op-online.de. Wer nicht gewinnt, bekommt Tickets online auf dietzenbacher-musiktage.de.

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