Ausbau der Ladeinfrastruktur geplant

Bestandsaufnahme: So sieht es in Dietzenbach in Sachen E-Mobilität aus

Leere Akkus aufladen: Die Ladestation auf dem Parkplatz an der Darmstädter Straße ist eine von acht, die es derzeit in der Kreisstadt gibt. Schon bald sollen es mehr werden
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Leere Akkus aufladen: Die Ladestation auf dem Parkplatz an der Darmstädter Straße ist eine von acht, die es derzeit in der Kreisstadt gibt. Schon bald sollen es mehr werden

Seit gut einem Jahr bietet die Maingau Energie GmbH in der Kreisstadt „E-Car-Sharing“ an (wir berichteten). Die drei gelben E-Autos im Maingau-Design stehen den Nutzern seither zur Verfügung, können per App gebucht und freigeschaltet werden.

Dietzenbach – Die Stunde kostet fünf Euro, Maingau-Kunden zahlen zwei. Aber wie sieht es darüber hinaus in Dietzenbach in Sachen E-Mobilität aus und was müssen Nutzer beachten?.

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet mittlerweile acht Ladestationen, an denen jeweils zwei Autos mit elektrischem Antrieb gleichzeitig angehängt werden können. Sie befinden sich an der Werner-Hilpert-Straße, am Dr-Heumann-Weg, an der Jungfern-Wingert-Straße, der Limes- und der Etruskerstraße und am Europaplatz. Gleich zwei Stationen sind an der Darmstädter Straße eingerichtet.

Bis November war das Laden an den Maingau-Säulen grundsätzlich kostenlos, mittlerweile nicht mehr. Je nachdem, über welchen Anbieter der Nutzer die Säulen freischaltet, fallen jetzt Gebühren an. „Nun kommt es auf den Tarif des Ladekarten-Anbieters an. Wer zum Beispiel eine Karte der Maingau nutzt, lädt ab 25 Cent pro Kilowattstunde“, berichtet Karsten Munk, Elektromobilitätsbeauftragter des Unternehmens.

Da sich alle Säulen auf öffentlichen Parkplätzen befinden, gilt die dort festgelegte maximale Parkdauer auch für diejenigen, die ihre E-Autos laden möchten. Das hatte der Maingau in jüngerer Vergangenheit Kritik eingebracht. Dass die Fahrzeuge dort nicht stehen dürfen, bis sie tatsächlich vollgeladen sind, dafür hat nicht jeder Nutzer Verständnis.

Der Maingau-E-Mobilitätsbeauftragte erläutert, warum eine solche Beschränkung notwendig ist: „Die Ladesäulen sollen allen E-Mobilisten zur Verfügung gestellt werden und sind nicht als private Ladestation gedacht – hier geht es um öffentlichen Parkraum, der unserer Meinung nach nicht dauerhaft blockiert werden soll.“ Um die Gleichheit zu wahren, sei darum auch auf den Ladeplätzen, wo keine maximale Parkdauer angegeben ist, vonseiten der Maingau eine Begrenzung eingerichtet.

Etwaigen Kritikern an dieser Regelung entgegnet er, man gehe davon aus, dass an öffentlichen Stationen in der Regel nur dann nachgeladen wird, wenn etwa Einkäufe erledigt werden. Weil die 16 kreisstädtischen Strom-Zapfsäulen sehr gut ausgelasteten seien, plant der Energieversorger auch einen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Die nächste Säule gehe bald am Masayaplatz in Betrieb, sagt Munk. Eine weitere werde an der Offenbacher Straße errichtet, außerdem bestünden Überlegungen zur Nachverdichtung, etwa in Neubaugebieten.

Auch seitens der Stadt sei man gewillt, die E-Mobilität zu fördern, heißt es aus dem Rathaus. Bei Neubauprojekten oder mit dem großflächigen Handel sei man in Gesprächen darüber, dass bei neuen Bauvorhaben – sei es im Wohnungsbau oder bei Einkaufszentren – in die elektrische Ladeinfrastruktur investiert wird. „Wir verfolgen die spannende und agile Entwicklung der Mobilität, so auch der E-Mobilität, genau und reagieren entsprechend unter Abwägung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten“, sagt Bürgermeister Jürgen Rogg. VON LENA JOCHUM

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