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Vhs bietet erstmals Fotoprojekt für Jugendliche in den Ferien an

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Von: Lisa Schmedemann

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Auf der Suche nach dem Lieblingsort: Bei dem Fotoprojekt sehen sich die Jugendlichen ihre Stadt aus einem anderen Blickwinkel an. Foto: Schmedemann
Auf der Suche nach dem Lieblingsort: Bei dem Fotoprojekt sehen sich die Jugendlichen ihre Stadt aus einem anderen Blickwinkel an. © Schmedemann

Meine Plätze – meine Stadt. Mit diesem Motto startet der erste Talentcampus der Volkshochschule (Vhs) als Fotoprojekt für Jugendliche. In den beiden Ferienwochen lernen die Zwölf- bis 18-Jährigen Wissenswertes zu Fotografie und Kommunalpolitik.

Dietzenbach – Wie das zusammenhängt? „Wir nutzen die Fotografie als Medium, mit dem sich die Jugendlichen mit ihrer Stadt auseinandersetzen“, erläutert die Projektleiterin Alice Blum. Ein Treffen mit Erstem Stadtrat Dieter Lang ist für viele der Jugendlichen die erste Begegnung mit Politik. „Das war ganz anders, mal mit einem ‘echten Politiker’ zu sprechen“, findet Kaan. Zwischen der Theorie in der Schule und der Praxis liegen eben doch Welten. Auch den Sozialdezernenten Peter Amrein durften sie mit Fragen löchern. „Er hat uns erklärt, wie die Politik so abläuft“, berichtet der 14-Jährige weiter. Im Laufe der Ferienwochen erwerben die Jugendlichen den „Demokratieführerschein“, eine Initiative der Vhs. „Mitmischen in deiner Stadt“ ist hierbei der Leitsatz. „Wir führen eher in das Thema ein, Wahlen sind in dem Alter noch nicht so relevant“, meint Blum. Auch ein Besuch im Zirkus Chicana steht an. „Da lernen wir jonglieren“, erzählt die Betreuerin. Einfach mal was Neues auszuprobieren, sei auch immer gut. „Gerade in den Ferien muss es ja nicht immer ein rein pädagogischer Hintergrund sein. „Ich habe mich hier angemeldet, um daheim nicht nur rumzusitzen“, sagt Semia.

Für das Thema Fotografie ist die Gruppe Feuer und Flamme. Das Auseinandersetzen mit der Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln ist das Ziel davon. Blum erläutert: „Die Jugendlichen machen sich hörbar und sichtbar.“ Hörbar, weil sie die Möglichkeiten kennenlernen, mit denen sie jetzt schon Teil der Kommunalpolitik werden können. Sichtbar, weil sie ihre Werke ausstellen werden.

Mit einer Sofortbildkamera ausgerüstet begeben sie sich auf die Suche nach den schönen und unansehnlichen Seiten ihrer Heimatstadt. „Hässlich ist ein Platz, wenn er nicht saubergehalten wird“, meint Kaan. Manar halte sich gerne in den Eisdielen der Stadt auf. „Oder in der Talstraße auf einer Wiese, dort picknicke ich gerne mit Freunden“, sagt die 13-Jährige. Für das Projekt sollen die Jugendlichen „ihren“ Platz vor die Linse holen. Worauf man dabei achten muss, erklärt der Fotopädagoge Urs Daun. Bevor es an die analogen Filme geht, wird mit den Smartphones geübt. „Wir müssen auf mehrere Dinge achten“, berichtet Hira. So müsse man für ein scharfes Motiv den Fokus richtig setzen. „Sonst wird das Bild nichts.“ Die Aufgaben von Daun laufen also nicht auf Selfies hinaus. So sollen die Jugendlichen ein Auge fürs Detail entwickeln. „Wir warten auf den richtigen Moment, um etwas einzufangen“, erläutert Hira. Das wird umso wichtiger, wenn es dann mit den analogen Filmen losgeht. „Eigentlich habt ihr da nur einen Versuch“, meint der Fotopädagoge. Für einen guten Blick über die Kreisstadt sind die Jugendlichen auf den Turm des Wingertsbergs gestiegen. Ein Meer aus Häuserdächern dominiert den Ausblick, doch die schwarzweißen Resultate aus der Kamera zeugen von der Kreativität der Jugendlichen. Detailaufnahmen von Pflanzenknospen, die dem Betrachter erst beim zweiten Hinsehen ins Auge fallen würden, oder ein Panoramablick in den Taunus. „Wir machen uns Gedanken darüber, was wir mit dem Bild aussagen wollen“, berichtet Samia. Im Gegensatz zum Smartphone knipse man ja nicht einfach drauf los.

Für die Vernissage im Rathaus werden jeweils zwei Bilder in einem Rahmen präsentiert. „Links das farbige Porträt eines Jugendlichen, rechts die Schwarzweiß-Aufnahme aus der Stadt“, sagt der Fotopädagoge. Das gebe den Werken noch mehr Seele. Die Ausstellung wird heute um 15 Uhr im Rathaus (Europaplatz 1) eröffnet und ist bis kommenden Freitag, 3. Mai, zu den gewohnten Öffnungszeiten im Foyer zu sehen.

VON LISA SCHMEDEMANN

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