Prozess

Dietzenbacher soll damals Minderjährige vergewaltigt haben - Freispruch

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Symbolbild: Das Gericht hat einen ehemaligen Dietzenbacher von dem Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. 

Zweimal soll ein ehemaliger Dietzenbacher seine damals 17-jährige Ex-Freundin vergewaltigt haben, sie beschuldigt ihn schwer. Am zweiten Prozesstag hat das Gericht den Mann freigesprochen.

Dietzenbach – Mit dem zweiten Verhandlungstag ist der Prozess wegen Vergewaltigung gegen einen früheren Dietzenbacher mit einem Freispruch geendet. Das Schöffengericht in Offenbach konnte nicht mit „absoluter Sicherheit“ ausschließen, dass die Nebenklägerin den 25-Jährigen zu Unrecht beschuldigt hat.

Zweimal vergewaltigt? Gericht hat Zweifel

Der Pflichtverteidiger Karl Kühne-Geiling stellt den Antrag, einen früheren Trainer der Nebenklägerin als Zeugen zu hören. Die mutmaßlich Geschädigte habe es in ihrem Kampfsport zu Meriten gebracht. Er könne sich deshalb nicht vorstellen, dass die heute 20-Jährige sich nicht habe wehren wollen, als ihr damaliger Freund sie vermeintlich zweimal vergewaltigt und einmal körperlich malträtiert habe. Richter Manfred Beck und die beiden Schöffen lehnen den Beweisantrag ab, „eine Ladung brächte nichts und verschleppte nur den Prozess“.

Auch die Mutter der Nebenklägerin bestätigt, was fast alle Zeugen ausgesagt haben: Anfangs sei die Beziehung harmonisch verlaufen. Dann habe der Angeklagte auch ihr gegenüber „einen Machtton“ angestimmt, sei ständig unangemeldet aufgetaucht. Von ihrer Tochter habe er verlangt, das Handy laut zu stellen, wenn sie telefoniere, damit er mithören könne. Gewaltsituationen habe sie aber nie beobachtet, auch nicht bei der Feier zum 18. Geburtstag der Tochter, als der Angeklagte die Nebenklägerin geschlagen und gewürgt haben soll.

Missbrauch soll auch in einem Hotel stattgefunden haben

Die Mutter spricht auch über die Situation, die zur vermeintlichen Vergewaltigung in einem Hotel geführt haben soll. Sie habe an dem Abend Streit mit dem Angeklagten gehabt. Der habe daraufhin zusammen mit ihrer Tochter die Wohnung verlassen. Später habe sie weder die Tochter, noch deren Freund telefonisch erreicht, weshalb sie sich an die Polizei gewandt habe. Damals stand der Angeklagte noch unter Bewährung. Wegen Freiheitsentzug und sexueller Nötigung hatte ihn das Jugendgericht zu 15 Monate Haft verurteilt.

Laut der Nebenklägerin und dem Angeklagten verbrachten die beiden die Nacht Anfang August 2016 in einem Hotel. Ende Mai 2017 erstattete die Nebenklägerin Anzeige. Ihr Ex-Freund habe sie damals im Hotel eingeschlossen und vergewaltigt. In der Nacht hatten sowohl die Mutter, als auch die Polizei wegen der Vermisstenanzeige bei der Nebenklägerin auf die Mailbox gesprochen. Am Morgen erschienen die gerade noch minderjährige Nebenklägerin und der Angeklagte bei der Polizei, um die Abwesenheit zu erklären.

Opfer habe Angst - Täter habe sich entschuldigt

Dass die damals 17-Jährige auch einer Beamtin unter vier Augen nichts von einer Vergewaltigung sagte, erklärt die Nebenklagevertreterin Karin Weber genauso mit Angst, wie den Umstand, dass sich ihre Mandantin nach dem Ende der Beziehung noch einmal mit dem Angeklagten traf, wobei es zu einer weiteren Vergewaltigung in einem Auto gekommen sein soll. Weber schließt sich der Forderung von Staatsanwältin Isabelle Schad an. Die wundert sich über Aussage der Schwester des Angeklagten, ihr Bruder verhalte sich nie gewalttätig, „sie weiß doch von seinen Vorstrafen“. Die Staatsanwältin kann keinen Belastungseifer erkennen, „sie sagte sogar, der Angeklagte habe sich nach den Vergewaltigungen entschuldigt“.

Verteidiger Kühne-Geiling betont, von dem Urteil wegen sexueller Nötigung und Freiheitsberaubung habe auch die Nebenklägerin gewusst, die sich jedoch erst entschlossen habe, die angeblichen Vergewaltigungen anzuzeigen, als sie von der neuen Freundin seines Mandanten erfuhr, „das Wissen um die Vorstrafe nutzte sie zur Rache“. Das Hotel sei hellhörig, „ein Ruf hätte genügt, um Alarm zu schlagen“.

Das erwähnt auch Richter Beck in seiner Urteilsbegründung, der den Freispruch als „Ergebnis einer Pattsituation“ bezeichnet. Es könnte so gewesen sein, wie von der Nebenklägerin geschildert. Es es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sie den Angeklagten aus Eifersucht habe anschwärzen wollen. Insbesondere die ungenutzte Chance nach der Hotelnacht, sich der Polizei anzuvertrauen, bedinge zu viele Zweifel, als dass es für eine Verurteilung reiche.

Von Stefan Mangold

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