Begegnungsstätte

Freundeskreis Göpfert-Haus steht „auf gesunden Füßen“

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Sukzessive Verschönerungen: Freundeskreis-Vorsitzender Friedrich Jüde steht vor der Terrasse des Göpfert-Hauses, die aktuell neu gestaltet wird 

Das Freundeskreis Göpfert-Haus hat die Begegnungsstätte im Westend mit neuem Leben gefüllt.

Dietzenbach – Es gab nicht wenige Zweifler, die für das Unterfangen ein finanzielles Himmelfahrtskommando vorausgesagt haben. Eine in die Jahre gekommene Immobilie im Westend mithilfe eines Trägervereins selbst verwalten? Das ist dem Freundeskreis Göpfert-Haus gelungen.

Er hat es zum einen geschafft, vor etwas mehr als zwei Jahren das drohende Ende der 1976 eröffneten und zwischenzeitlich vom Kreis Offenbach als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umfunktionierte Begegnungsstätte abzuwenden. Und zum anderen Dietzenbacher Bürgern und Vereinen eine vielfältige Domizilalternative zu bieten. Man habe mittlerweile eine hervorragende Auslastung von Dietzenbacher Vereinen, berichtet Friedrich Jüde. Der Vorsitzende des Freundeskreises sagt das nicht ohne Stolz: „Das ist eine gesunde Grundlage, um die Vorgaben des Vertrages mit der Stadt zu erfüllen. “.

Zur Erinnerung: Die Stadtverordneten hatten im März 2017 grünes Licht für Vertragsverhandlungen zwischen der Verwaltung und dem als Mieter des Reinhard-Göpfert-Hauses fungierenden Freundeskreis gegeben. Zum Juni 2017 dann hat der Verein die Begegnungsstätte zunächst für fünf Jahre mit Option auf Verlängerung um zweimal zwei Jahre von der Stadt übernommen.

Die erste Betriebskostenabrechnung habe gezeigt: „Wir stehen mit unserer Kalkulation auf gesunden Füßen.“ Mit rund 20 000 Euro pro Jahr war für den Unterhalt der Immobilie kalkuliert worden, erläutert Jüde. Einen großen Posten nehmen die Reinigungskosten ein. „Alle Nutzer wünschen, dass die Räume in Schuss sind, wenn sie kommen, da wird großer Wert drauf gelegt.“

Zu den permanenten Mietern zählen der Bridge-Club, der AGV, der TGS-Chor, die Seniorenhilfe Dietzenbach und mittlerweile auch der Marokkanische Förder- und Kulturverein, der eine „große Nutzungsfrequenz hat“ und das Göpfert-Haus vier bis fünf Tage für Kinderbetreuung über Fortbildungen bis hin zur Erwachsenenbildung nutzt, informiert der Freundeskreis-Vorsitzende. Aber auch die Vhs, der Verein „Zusammenleben der Kulturen“ und der Mieterverein Dreieich gehören zu den regelmäßigen Nutzern. Zudem bringen viele private Veranstaltungen von der Taufe bis zum 90. Geburtstag, von der Verlobung bis zur Hochzeit, dem Verein Mieteinnahmen.

Doch auch die Begegnungsstätte selbst lebt: „Wir haben begonnen, das ganze Haus zu verschönern“, berichtet Jüde und lobt die „fleißige und hervorragende“ Zusammenarbeit im Vorstand. Das Haus hat einen neuen weißen Anstrich bekommen, der Garten werde permanent gepflegt. Aktuell wird die ehemals mit „Stolperfallen“ übersäte Terrasse neu gemacht und die vor allem für ältere Menschen schwer zu bedienenden Rollläden sollen durch elektrische ausgetauscht werden. Möglich machen das verschiedene Spenden, vor allem zwei große Zuwendungen. Zum einen vom Benefiz-Tanz in den Mai im vergangenen Jahr und von einer von der Volksbank Dreieich initiierte Crowdfunding-Aktion, deren Einnahmen vor allem in die Neugestaltung der Terrasse fließen.

Die Probleme mit den Nachbarn an Abenden und an Wochenenden wegen zu hoher Lautstärke seien Vergangenheit. Seitdem man sich im Vorstand darauf geeinigt habe, dass samstags und sonntags nur noch in Ausnahmefällen bis 20 Uhr Veranstaltungen stattfinden dürfen, habe es keinerlei Beanstandungen mehr gegeben, berichtet Jüde. „Wir wollen die Ruhe in diesem reinen Wohngebiet garantieren.“ In dem Zusammenhang lobt der Vorsitzende den Ersten Stadtrat Dieter Lang und die Stadtverwaltung, die den Verein stets unterstützt haben. „Sie standen immer mit Rat und Tat zur Verfügung, das Verhältnis könnte gar nicht besser sein.“

Um die ganzen Fortschritte zu dokumentieren lädt der Freundeskreis zum Sommerfest für Samstag, 7. September, ab 15 Uhr ein. Es haben sich auch schon viele Nachbarn angemeldet, „das zeigt die Akzeptanz“, findet Jüde. Ebenso sollen sich Gespräche entwickeln, wünscht er sich. Interessierte sind zum Plaudern in der Weiherstraße 24 willkommen. Essen und Getränke spendiert der Verein, der wiederum eine große Spendenbox aufstellen wird und natürlich hofft, dass diese sich auch füllt.

Kontakt

Infos zum Freundeskreis Göpfert-Haus und zu Vermietungen hat Friedrich Jüde unterz 06074 814525 oder per Mail an f.juede@t-online.de.

VON RONNY PAUL

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