Polizei klärt 62,6 Prozent der Fälle auf

In Dietzenbach gibt es mehr Wohnungseinbrüche

Gute Zusammenarbeit: Erster Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld (von links), Bürgermeister Jürgen Rogg und Dietzenbachs Polizeichef Klaus Hofmann tauschen sich regelmäßig aus. Foto: ron

In Dietzenbach gab es 2018 mehr Wohnungseinbrüche - das ist eine Erkenntnis der Polizeistatistik.

Dietzenbach weist wie im vergangenen Jahr auch weiterhin nach Neu-Isenburg die zweitmeisten Straftaten der 13 Kreiskommunen auf. Die Aufklärungsquote liegt mit 62,6 Prozent über dem Durchschnitt, fällt aber im Vergleich zum „Top-Wert“ 2017 (71,3 Prozent) ab. Das sei aber zu erwarten gewesen, sagt Dietzenbachs Polizeichef Klaus Hofmann. 2017 habe die Aufklärung einer Pkw-Aufbruchserie die Quote steigen lassen. Nichtsdestotrotz findet er: „Von der Tendenz her sind wir weiterhin auf einem guten Weg. “ Auch der Leiter der Ermittlungsgruppe, Erster Kriminalhauptkommissar Michael Berkefeld, findet die Bilanz von 2018 „relativ erfreulich“: „Es gibt kein Hoch und kein Tief. “.

Dietzenbachs Kriminalitätsstatistik: Diese Grafik zeigt die erfassten Fälle im Jahr 2018. Die „HZ“, die sogenannte Häufigkeitszahl, hochgerechnet auf 100 000 Einwohner, ermöglicht einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kommunen. Die Zahl der erfassten Fälle ist mit 2116 zu 2118 im Jahr 2017 nahezu gleich geblieben. grafik: Polizei

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Ordnungsamt und Polizei heben beide hervor. Berkefeld betont: „Der Austausch ist wichtig, das ist das A und O“ – vor allem in Sachen Prävention. Hofmann nennt als Beispiel eine von Bürgermeister Jürgen Rogg angestoßene Aktion, um „falschen Polizisten“ und „Enkeltrick“-Betrügern den Nährboden zu nehmen. Um die Ü70-Jährigen, die ihre Informationen nicht aus dem Internet bekommen, zu erreichen, haben das Polizeipräsidium Südosthessen und die Kreisstadt einen Info-Brief an potenzielle Betrugsopfer in der Kreisstadt geschickt. Die Aktion habe sich bewährt, resümiert Hofmann.

Polizeistatistik 2018: Ermittlungserfolg im Spessartviertel

Einen Ermittlungserfolg innerhalb von zehn Tagen hat die Polizei mit der Festnahme eines damals 19-Jährigen gefeiert, der einen Mann im Spessartviertel mit einer Schreckschusspistole bedroht hatte. Bei der Festnahme fanden die Beamten ein Handy, das aus einem Straßenraub auf zwei Fußgänger stammte. Nach weiteren Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Heranwachsende auch für den Raub auf die Shell-Tankstelle verantwortlich war. Der Dietzenbacher sitzt nun noch bis 2021 hinter Gittern.

Nach mehreren Razzien im vergangenen Jahr und dem Verbot der rockerähnlichen Gruppierung „Osmanen Germania BC“, die in Dietzenbach ihr Hauptquartier hatte, sei das Thema erledigt, sagt Berkefeld. „Seither haben wir keine Aktivitäten feststellen können“, ergänzt Hofmann.

Keine Tötungsdelikte

2017 beinhaltete die Statistik sieben „Straftaten gegen das Leben“, 2018 liegt der Wert bei Null. Das im Juni 2018 tot in ihrer Wohnung am Theodor-Heuss-Ring aufgefundene Ehepaar, das mutmaßlich von einem Dietzenbacher getötet wurde, sei noch nicht in der Statistik aufgeführt, „weil die Ermittlungen noch andauern“, erläutert Hofmann.

Gestiegen ist die Anzahl der Wohnungseinbrüche (2017: 46) auf 69. Davon blieb es aber in knapp 50 Prozent der Fälle beim Versuch, sagt Hofmann und verweist darauf, dass es 2017 entgegen dem Trend ein historisches Tief gab. Wichtig sei, Verdächtiges gleich zu melden. So wie bei einem Mann, den die Polizei nach Anruf von Nachbarn kurze Zeit nach seinem Einbruchsversuch aus einem Teich gefischt hat. Das habe gegenüber potenziellen Einbrechern Signalwirkung, nach dem Motto: „In Dietzenbach passen die Leute aufeinander auf“, sagt Hofmann.

Auf gleichem Level sind die Zahlen bei den Fahrraddiebstählen geblieben (2017: 84; 2018: 83 Fälle). Die Dietzenbacher Ermittlungsgruppe kümmert sich seit 2018 um das „Sachgebiet Fahrrad“ in Stadt und Kreis Offenbach. Stolz mache ihn die Aufklärungsquote: „Die ist im gesamten Landkreis und in der Stadt erfreulicherweise gestiegen“, sagt Berkefeld.

Gestiegen sind allerdings auch die Einbrüche in Büro- beziehungsweise Lagerräume (2017: 18; 2018: 50 Fälle) sowie Ladendiebstahldelikte (2017: 117; 2018: 154 Fälle), die meist aufs Konto von Jugendlichen gehen, aber auch auf die Mehrbeschäftigung von Ladendetektiven zurückzuführen sind. Hofmann: „Umso mehr Geschäfte eine Überwachung anstoßen, umso mehr Fälle werden auch angezeigt.“

Präventionsarbeit steht bei der Dietzenbacher Polizei weiter ganz oben auf der Agenda: Nicht nur im preisgekrönten Boxprojekt zeige sich die Vernetzung zwischen Stadt und Polizei, sondern auch beim sogenannten KOMPASS-Programm, zu dem Bürgermeister Rogg sagt: „Das wird noch einiges bringen.“

VON RONNY PAUL

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