„Die Vielfalt macht es aus“

Sven Reichard über seine Aufgaben und Ziele im Capitol Dietzenbach

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Sven Reichard vor seiner Wirkungsstätte: Seit Januar 2018 ist er einer von zwei verantwortlichen Abteilungsleitern im Capitol.

Hinter Sven Reichard liegt eine ereignisreiche Zeit. Fast zwei Jahre sind es nun, die er im Capitol als Abteilungsleiter für Veranstaltungstechnik, Betrieb und Vermietung arbeitet. Ereignisreich waren die vergangenen Monate jedoch auch für alle, denen die Veranstaltungsstätte am Herzen liegt.

Dietzenbach – Zum Januar 2018 trat Sven Reichard seinen Posten an, begleitete das Capitol, das damals noch Bürgerhaus hieß, durch die letzten Monate der umfassenden Sanierung, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits über mehrere Jahre hinzog. Er war dabei, als die Arbeiten abgeschlossen wurden und der Kuppelbau im Herbst vergangenen Jahres schließlich unter neuem Namen, in neuem Glanz der Öffentlichkeit präsentiert und somit eine neue Ära eingeläutet wurde.

Sven Reichard lebt mit seiner Familie in Mannheim, ursprünglich kommt er aus Frankenthal. Dort absolvierte er eine Ausbildung zum Energieelektroniker. „Über Umwege kam ich dann erst später zur Veranstaltungstechnik.“ Beim Nationaltheater Mannheim habe er gearbeitet, als er merkte, dass es das war, was er eigentlich tun wollte. Heute ist er Meister für Veranstaltungstechnik.

Sven Reichard: Das Capitol „wieder nach vorne bringen“

Mit seinem Kollegen Joachim Neumann, der ebenfalls Abteilungsleiter des Fachbereichs und zuständig für Veranstaltungs- und Kulturplanung ist, arbeitet Sven Reichard seither daran, das Capitol „wieder nach vorne zu bringen“. Die Hauptaufgabe, das sagt er auch noch heute, gut ein Jahr nachdem am Europaplatz wieder der Alltag eingekehrt ist, sei nach wie vor, das Haus zu vermarkten. Auch weil das Capitol schwarze Zahlen schreiben muss, um Vereinen zu günstigen Konditionen zur Verfügung zu stehen. „Wir haben ja einen Kulturauftrag“, erläutert Reichard. Eine drei Jahre dauernde Sanierung mit all ihren Einschränkungen gehe nicht spurlos an so einem Haus vorüber. Für ihn, der unter anderem verantwortlich ist für die Vermietung des ehemaligen Bürgerhauses, gibt es darum nach wie vor viel zu tun. In jedem seiner drei Aufgabenfelder.

Viele Veranstaltungen laufen parallel - frühe Planung notwendig

Wie er alles unter einen Hut bringt? „Das geht, allerdings nur dann, wenn man delegiert“, sagt Sven Reichard. „Wir haben zum Glück sehr fähige Leute.“ Außerdem müsse er weit im Voraus planen, vieles laufe parallel. „Weihnachtsmarkt, 800-Jahr-Feier, Weinfest, Swing & Mehr, Theateraufführungen und private Feiern“, das seien nur einige Punkte auf seiner Agenda, die nicht nur Veranstaltungen umfasst, die im Capitol selbst stattfinden, sondern auch andernorts von der Stadt ausgerichtet werden. 

„Manchmal haben wir im Capitol täglich wechselnde Events, freitags Comedy, samstags Abiball, sonntags Konzert.“ Immer wird ein anderer Aufbau, andere Technik benötigt. Der schnelle Umbau sei dann auf jeden Fall eine Herausforderung. Aber gerade die Abwechslung ist es, die Sven Reichard an seinem Job bei der Stadt schätzt. „Die Vielfalt macht es aus für mich, so viele verschiedene Menschen, so viele verschiedene Veranstaltungen“, sagt er. Das tägliche Pendeln von Mannheim nach Dietzenbach nimmt er darum gerne in Kauf. 45 Minuten, vielleicht eine Stunde, das gehe gut. Umziehen war für Sven Reichard keine Option, wegen der Familie.

Bereits Pläne für das Frühjahr 2021

Derzeit sind er und sein Team bereits mit Veranstaltungen beschäftigt, die im Frühjahr 2021 im Capitol anstehen. „Einige Comedians wie Bodo Bach und Mundstuhl muss man sehr früh buchen“, erzählt Reichard. Auch größere Feiern von Firmen oder Hochzeiten wollen zeitig organisiert sein. „Wir haben aber auch schon eine Hochzeit von heute auf morgen auf die Beine gestellt“, erinnert er sich. Damals sei einem Brautpaar kurz vor knapp der Veranstaltungsraum abgesagt worden. Innerhalb kürzester Zeit schaffte er es mit seinen Mitarbeitern, alles zu planen, die Feier der frisch Vermählten konnte steigen. In solchen Fällen sei es von Vorteil, dass im Capitol alles unter einem Dach vereint ist: eingespieltes Personal, Technik und auch die Ratsstube, die bei Bedarf das Catering stellen kann.

Image des Capitols aufpolieren als Ziel

Mit anderen Veranstaltungshäusern in der Umgebung könne das kreisstädtische auf jeden Fall mithalten, da ist sich Abteilungsleiter Reichard sicher. Er glaubt darum, dass das langfristige Ziel, das Image des Capitols aufzupolieren, damit es wieder so erfolgreich wird, wie es in der Vergangenheit war, auf jeden Fall zu erreichen ist. Mit diesem Ziel vor Augen ist für Sven Reichard klar, dass er der Kreisstadt und dem Capitol noch eine ganze Weile erhalten bleiben wird.

von Lena Jochum

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