Debatte um Areal im Haupt- und Finanzausschuss / Bürgermeister spricht über Sturmschäden

Verkauf des Forsthauses wird konkreter

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Sieben prüfbare Angebote gingen im vergangenen Jahr für das Forsthaus ein. 

Der Tagesordnungspunkt „Berichte und Mitteilungen des Magistrats“ ist bei Sitzungen im Rathaus oft relativ schnell abgehakt. Anders sollte das bei der jüngsten Ausgabe des Haupt- und Finanzausschusses sein. 

Dietzenbach – So sprach Bürgermeister Jürgen Rogg noch einmal über die Folgen des Sturms – auch und gerade aus finanzieller Hinsicht. Die 150 000 Euro, die man nach Analysen der Baumgutachter dieses Jahr für Maßnahmen eingeplant hatte, seien Makulatur. So gebe es rund 200 Bäume im Stadtgebiet, die man nun nicht so stehen lassen könne. „Sie sind aus dem Gleichgewicht gebracht. “.

Ebenfalls wenig erfreut zeigte sich der Rathauschef, dass die Preise auch durch den Sommer 2018 auf dem Holzmarkt derzeit ohnehin schon niedrig seien. Nun müsse man fast schon draufzahlen, damit jemand das Holz abholt. „Der Forst trifft uns stark.“ Habe man im Wald- und Wirtschaftsplan zuletzt noch ein leichtes Plus erzielen können, müsse man nun ein bis zwei Jahre ohne Erlöse auskommen. „Hinzu kommen die Belastungen für die Verkehrssicherungspflicht, das sind keine freiwilligen Leistungen, es geht um eine ganze Menge Geld.“

„Da sind wir im siebenstelligen Bereich unterwegs.“

Ebenfalls schwer betroffen sei er von den Schäden an den Vereinsgeländen. Rogg nannte exemplarisch die TG, den Hundeverein, den Pferdehof Akita oder den Angelsportverein. Derzeit sammle man die Schäden im Fachbereich 60. Er habe einen Brief an den Ministerpräsidenten Volker Bouffier geschrieben, mit der Bitte, den Vereinen über das Innenministerium unbürokratisch zu helfen. Ebenso habe er darauf hingewiesen, dass die durch den Sturm entstandenen Belastungen für eine Schutzschirmkommune kaum zu schaffen seien. „Da sind wir im siebenstelligen Bereich unterwegs.“ Bis auf weiteres geschlossen bleiben müsse der Friedhof. Es habe auch Schäden an Gräbern gegeben. So sei etwa eine 100 Jahre alte Buche auf ein Gräberfeld gefallen. Noch habe man kein Unternehmen gefunden, das sich, einschließlich der Haftung, dort heran wagt. Was den Versicherungsschutz angeht, so prüfe man das derzeit in der Rechtsabteilung. Rogg betonte auch: „Wir können die Bürger bei den Kosten nicht im Regen stehen lassen, selbst wenn etwas nicht versichert ist.“

Sieben prüfbare Kaufangebote

Positiver stimmte die Ausschussmitglieder ein anderer Punkt. So ist man beim Verkauf des ehemaligen Forsthauses an der Offenthaler Straße auf einem guten Weg. Vom 4. Oktober bis zum 10. Dezember des vergangenen Jahres hatten Interessenten Gelegenheit, Angebote abzugeben. Am Ende lagen sieben prüfbare Kaufangebote vor. Nach deren Abwägung und städtebaulicher Bewertung schlugen die Fachbereiche 10 und 60 vor, das ehemalige Forsthaus für 1. 021. 000 Euro an die Werner Wohnbau GmbH und Co. KG aus Niedereschach zu verkaufen. In deren Bewerbung sind sechs Reihenhäuser und zwölf Stellplätze sowie je 136 Quadratmeter Wohnfläche bei einer Hausbreite von knapp fünf Metern ausgewiesen. Sollte der Vertrag nicht zustande kommen, wird im Antrag des Magistrats die Procon Projektgesellschaft mbh präferiert. Diese ist bereit, 980 000 Euro zu zahlen. Die Firma aus Nidderau hat vier Zwei-, acht Drei- und vier Vierzimmerwohnungen in einem Mehrfamilienhaus geplant. Es soll eine Tiefgarage mit 24 Plätzen, zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss mit Flachdach geben. Eben für dieses zweite Konzept sprach sich die DL/FW-UDS-Fraktion in ihrem Änderungsantrag aus und fand dafür breite Zustimmung.

„Städtebaulicher Hingucker“

Als Begründung wird unter anderem genannt, dass das Projekt ein „städtebaulicher Hingucker sei“, den geringsten Befreiungsbedarf erfordere und einen guten Schallschutz liefere. Das Defizit von rund 40 000 Euro sei nur ein vermeintliches, das „unter Einbeziehung des einkommenssteuerlichen Effekte mehr als kompensiert wird“. Die Unwetterschäden gefährden den Verkauf laut Bürgermeister Jürgen Rogg nicht. Grünen-Chefin Andrea-Wacker-Hempel betonte, man könne froh sein, wenn das Objekt „endlich verkauft wird“. Immer wieder habe es Angebote von Investoren gegeben, die zurückgezogen wurden, auch der fehlende Kanalanschluss habe das Ganze nicht einfacher gemacht.

VON CHRISTIAN WACHTER

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