Kreativer Naturschutz

Bei der Waldwoche der Arbeiterwohlfahrt tobt sich der Nachwuchs aus

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Arbeiten für den Thron: Die Jungs widmen sich einem morschen Baum. Gemeinsam haben sie daraus einen Hochsitz geschaffen.

Ein Thron mit integriertem Hochsitz, eine Burg und kreative Holzkonstruktionen – bei der Waldwoche der Arbeiterwohlfahrt ist einiges los. „Die Kinder lassen ihrer Kreativität freien Lauf“, sagt Betreuer Dietmar Tinat. Und die Ergebnisse sind beachtlich.

Dietzenbach – „Sie hatten die Ideen und setzen das um, was ihnen Spaß macht. Die Hauptsache es ist etwas, was der Natur guttut. “ Tinat erläutert, dass deshalb auch klare Regeln abgesteckt wurden. „Wir haben ein begrenztes Gebiet, denn wir müssen ja auch alle im Blick haben“, sagt er. „Außerdem sollen sie altes Holz nehmen und keine Bäume kaputtmachen.“ Während viele der insgesamt 29 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren gemeinsam große Äste und Rinde von A nach B tragen, hat Frederick ein Insektenhotel gebaut. „Ganz alleine“, wie er stolz berichtet. Die kleinen Äste, die oben herausragen, hat er dafür mit einzelnen Gräsern zusammengebunden. „Das hast du echt gut gemacht“, sagt Tinat. Es soll nicht das einzige Lob an diesem Vormittag bleiben.

An einem morschen Baum arbeiten sich auch gerade Max, Fabian und Paul ab. „Wir haben uns gedacht, dass man das gut als Sitzfläche benutzen kann“, sagt Max. Einzig der Bau des Daches beschäftigt sie noch. „Das haben wir noch nicht geklärt“, betont Fabian und grinst. Ein Teil der Konstruktion sei vom Wind in der Nacht etwas beschädigt worden. „Deshalb müssen wir uns genau überlegen, wie wir das bauen.“ Doch mit etwas Geschick finden sie eine Lösung.

Dass es nicht nur darum geht, sich an der frischen Luft auszutoben, macht Betreuer Tinat deutlich. „Sie sollen die Natur kennenlernen“, sagt er. „Wir haben gestern auch ein Quiz veranstaltet.“ Und der Gedanke an die Nachhaltigkeit kommt an. Müll oder andere Plastikreste werden gesammelt und nicht einfach weggeworfen. Dass die Kinder mit Spaß dabei sind, zeigt sich auch daran, dass sie auch in ihrer Freizeit weiter an den Bauwerken arbeiten. „Nils und ich waren gestern Nachmittag nochmal kurz da und haben an der Grube gearbeitet“, erläutert Jonas. Lob gibt’s dafür vom Betreuer. „Na das ist auf jeden Fall besser, als den ganzen Tag am Smartphone zu hängen“, sagt Tinat. Doch wer sich die tobenden Kinder und Jugendlichen anschaut, merkt schnell, dass es nicht um aktuelle Apps und Computer-Spiele dreht. Vielmehr wird intensiv darüber diskutiert, mit welcher Stütze das zweite Dach an die eigene Höhle gebaut werden kann. Bei Tom und seinen Freunden ist es gleich eine ganze Burg geworden. „Nur die Bank im Hof ist vielleicht etwas klein“, sagt er lachend und deutet auf ein Stück Holz, das die Sitzgelegenheit darstellt.

Dann wird es kurz laut. Clara und Mathea, die gerade dabei sind, Fredericks Insektenhotel zu inspizieren, rennen schreiend durch den Wald. „Da ist eine Hornisse“, sagt Clara. Die hatte sich versteckt, versichern die Mädchen. Tinat greift ein, erläutert dem aufmerksamen Nachwuchs, weshalb das Tier den Unterschlupf gewählt hat.

Und als das Insekt davonfliegt, widmen sich auch die beiden Mädels wieder ihren Aufgaben. „Schön zu sehen ist, wie die Kinder mit der Zeit immer mehr auftauen und auch zusammenwachsen“, sagt Tinat. „Als es sehr kalt war, haben sie einen Hindernisparcours gebaut und sind gegeneinander Wettrennen gelaufen“, erläutert der Betreuer und verrät: „Die Gewinnerzeit lag so in etwa bei acht Sekunden.“

VON PATRICK EICKHOFF

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