Das Hotel „Sonnenhof“ trotzt mit angepasstem Angebot erfolgreich der Corona-Krise

Hotel „Sonnenhof“ reagiert kreativ auf die Corona-Krise

Cornelia Mainardy (links) und ihre Söhne Max und Tom (rechts) haben weiterhin alle Hände voll zu tun. Foto: LIz

Ein Hotel in Dietzenbach reagiert kreativ auf die Corona-Krise und macht für Berufstätige ein interessantes Angebot.

  • Hotel Sonnenhof bietet Büros an
  • Corona-Krise kreativ nutzen
  • Die Betreiber haben damit großen Erfolg

Dietzenbach – Das Wort „Unternehmen“ nimmt Cornelia Mainardy wörtlich. Die Geschäftsführerin des Hotels Sonnenhof will nicht einfach auf bessere Zeiten nach der Corona-Pandemie warten.

Corona-Krise in Dietzenbach: Hotel hat einzigartiges Angebot  

Sondern auch jetzt aktiv bleiben und etwas „unternehmen“ – dafür wurde sie kreativ und erschuf ein „Hotel-Office“ Konzept. Mit großem Erfolg.

Eigentlich ist die aktuelle Situation für die meisten Hoteliers eine reine Katastrophe. Abgesagte Konzerte und Messen, keine Tagungen oder Touristen. Die Situation bringt so manchen an den Rand seiner Existenz, viele werden ihren Betrieb wegen dem finanziellen Schaden aufgeben müssen. Deshalb schließen viele Unternehmer ihre Hotels, um den finanziellen Schaden wenigstens zu begrenzen.

Hotel „Sonnenhof“ bietet spezielles „Corona-Angebot“

Doch Cornelia Mainardy entschied sich gegen das Schließen und vermietet ihre Hotelzimmer nun als Büros an Firmen. „Manche haben zuhause keinen geeigneten, ruhigen Arbeitsplatz“, so die Geschäftsführerin über die dahinterstehende Idee, „und in die Büros kann auch noch niemand wirklich, das Ansteckungsrisiko ist einfach noch zu groß.“

Das Konzept hinter dem Hotel-Office ist, dass Firmen für ihre Mitarbeiter ein Hotelzimmer im Sonnenhof buchen. Dies kann für einen Zeitraum von einer Woche oder sogar mehreren Monaten geschehen. Der Mitarbeiter hat dann die Möglichkeit, zum Beispiel tagsüber in das Hotelzimmer zu kommen und von dort aus zu arbeiten. Die Vorteile sind auch in der besseren Ausstattung des Hotels zu sehen: Viele haben zu Hause keine ausreichende Internetbandbreite für reibungslose Internettelefonie. Das Hotel Sonnenhof hat besitz eine schnelle Verbindung und kann so gewährleisten, dass die Gäste störungsfrei mit Arbeitskollegen kommunizieren können.

Dietzenbach: Hotel „Sonnenhof“ bietet Büroräume an

„Als eine Art Startpaket gibt es von uns Handschuhe und Atemmasken, auch eine Anleitung, wie die Sicherheit für alle im Hotel gewahrt wird, liegt dabei“, verrät Cornelia Mainardy.

Um die Sicherheit für alle zu gewährleisten, arbeiten beispielsweise alle Servicekräfte in der Zubereitung und bei der Übergabe des Essens mit Mundschutz. Bestellt ein Gast Essen aufs Zimmer, wird ein Servicewagen zum abgesprochenen Zeitpunkt vor die Tür gestellt. Der Gast kann diesen dann hereinholen und ihn nach dem Essen wieder vor die Tür stellen. Mitarbeiter, die regelmäßig die Gänge ablaufen, nehmen dann den Wagen wieder mit, desinfizieren und bereiten ihn für den nächsten Gast vor. Das Konzept zeigt sich erfolgreich, einige Firmen aus Dietzenbach und dem Kreis Offenbach nehmen das Angebot bereits in Anspruch. Auch sonst wurde im Sonnenhof vieles daran gesetzt, dass alle Mitarbeiter in Beschäftigung bleiben. „Wir haben schon vor den Beschränkungen daran gearbeitet einen Lieferdienst einzurichten und haben ihn über verschiedene Kanäle beworben“, berichtet Mainardy stolz. „Wir mussten zwar ebenfalls Kurzarbeit beantragen, aber alle können weiterhin beschäftigt bleiben.“ Mittlerweile sechs Mitarbeiter sind allein mit der Auslieferung von Essen beschäftigt.

Corona-Krise in Dietzenbach: Hotel liefert Gerichte in Dosen

Ein weiteres Zusatzangebot ist die Lieferung von Gerichten in Dosen, die Firmen etwa als Bonus ihren Mitarbeitern nach Hause liefern lassen können, die sonst bei der Tagung im Hotel verköstigt worden wären oder die das Angebot des Hotel-Office nicht in Anspruch nehmen.

Die Kosten für ein Einzelzimmer als vorübergehende Arbeitsstelle belaufen sich auf 300 Euro wöchentlich beziehungsweise 980 Euro monatlich. „Wir können auch viel Material zur Verfügung stellen, wie Pinnwände oder Flipcharts, da unsere Konferenzräume jetzt nicht genutzt werden“, berichtet Cornelia Mainardy. Die neue Herausforderung motiviert die Hotelchefin, „Ich liebe es, für jedes Problem eine Lösung zu finden.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare