Melina Löffler singt bei „Catchy Tunes“

Humor als Requisite

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Lieutenant Cioffi (Jan Schneider) klärt mit seiner Assistentin Detective O’Farrell (Melina Löffler) einen Mord auf.

Dietzenbach -  Detective O’Farrell ist die helfende Hand, das wachsame Auge, die Notizenschreiberin von Lieutenant Cioffi. Und der wiederum hat einen Mord aufzuklären, der sich an einem Bostoner Theater ereignet hat. Das Opfer: Diva Jessica Cranshaw. Von Nina Beck 

Ohne seine Assistentin wäre Lieutenant Cioffi indes ziemlich aufgeschmissen. Und auch der nunmehr 20. Musical-Großproduktion im „Theater im P1“ der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität würde ohne sie etwas fehlen: Die 26-jährige Dietzenbacherin Melina Löffler verkörpert Detective O’Farrell in der aktuellen Produktion „Curtains – Vorhang auf für Mord“, die mit insgesamt 50 Musicaldarstellern, Tänzern und Musikern am 30. Mai Premiere feiern wird.

Es ist bereits die vierte Musical-Produktion an der Mainzer Uni, an der die ehemalige Heinrich-Mann-Schülerin, vielen Dietzenbachern auch als Mitglied des A-cappella-Ensembles „Catchy Tunes“ bekannt, teilnimmt – nach „Rent“ (2010), „Pinkelstadt“ (2011) und „Frühlings Erwachen“ (2012). „Wir sind wahnsinnig froh, dass Melina in diesem Jahr wieder dabei ist“, sagt Mareike Hachemer, Vorstandsvorsitzende des veranstaltenden Vereins „Musical Inc.“ Diesen bereichere Melina „schon seit Jahren mit ihrer Kreativität, Zuverlässigkeit, ihrer umwerfenden Stimme und ihrem komödiantischen Talent“, lobt Hachemer. Melina Löffler in einer Rolle oder im Ensemble zuzusehen sei „eine wahre Freude“, und auch deren Arbeit an der Requisite verdiene große Anerkennung.

Ein tolles Gemeinschaftsgefühl

Gesungen hat Melina schon immer gerne. Nachdem 2003 der Kinderchor der TGS aufgelöst werden musste, gehörte sie denn auch zum harten Kern, der nach Anfrage der Germania-Frohsinn gemeinsam mit der damaligen Chorleiterin Gundi Berck ein Vokalensemble gründete. Zunächst nannte sich das Sextett „Sound of Young Voices“, später dann firmierten die jungen Damen unter dem Namen „Catchy Tunes“, also „Ohrwürmer“. Und über eine Freundin aus eben diesem Ensemble, Lisa Richter, ist Melina denn auch zum Musical gekommen. „Sie hatte so einen Flyer dabei“, erinnert sich Melina Löffler, die in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Germanistik und Anglistik auf Lehramt sowie Deutsch als Fremdsprache studiert. Es ging um ein Casting zum Musical ,Rent’, und das ist zufällig eines meiner Lieblingsmusicals.“

Melina Löffler

Die Studentin meldete sich für die Auswahl an, die ein vom Vereinsvorstand gewähltes Kreativteam jeweils im November veranstaltet – und wurde genommen. An den Produktionen gefällt ihr besonders das Gemeinschaftsgefühl, wie Melina sagt. „Das sind ja alles Laien, aber jeder bringt sich sehr stark ein, wir machen alles selbst“, erzählt sie. Das Kreativteam ist schon im Vorfeld mit Stückauswahl und Casting, Regie und jeder Menge Arbeiten beschäftigt, aber auch die Darsteller selbst übernehmen kleinere Aufgaben in der Organisation, seien es der Kartenverkauf oder das Schmücken des Foyers, das Design der Programmhefte, Werbung oder Requisite. Dazu kommen der Aufbau im Vorlesungssaal und die vielen Proben. „Etwa eine Woche vor der Premiere kommt man dann kaum noch zum Schlafen“, sagt Melina. „Da steckt schon jeder viel Zeit und Herz rein.“ Insgesamt rund 4000 Zuschauer erwarten die Organisatoren zu den zwölf Aufführungen Ende Mai und im Juni.

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Jedes Musical, an dem sie bisher mitwirken durfte, hat ihr großen Spaß gemacht, erzählt die Sängerin. Und so sei es auch jetzt „wieder eine große Ehre, als Teil dieser Produktion in Mainz dabei zu sein“. Die meiste Rückmeldung ihrer Familie habe sie bei der Produktion „Pinkelstadt“ bekommen. „Das hat auch am meisten meinem Humor entsprochen“, sagt die 26-Jährige. Musik zu studieren, das wäre für sie aber nicht in Frage gekommen. „Ich kann kein Klavier spielen“, sagt sie. „Also bleibt das mein Hobby.“ Und das wird sie auch bei den „Catchy Tunes“ weiterpflegen. Nachdem vor zwei Jahren Leiterin Gundi Berck verstorben war, hatte das Ensemble erstmal eine Weile pausiert. „Jetzt fangen wir so langsam aber wieder an zu proben“, sagt Melina Löffler. Auf jeden Fall noch für dieses Jahr sei ein Auftritt geplant – möglicherweise im Theater Schöne Aussichten in der Altstadt.

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