Kinder- und Jugendbeteiligung

In Dietzenbach etwas bewegen: Leitungs-Trio des Jugendbeirates sieht großen Handlungsbedarf

Sie setzen sich für Jugendliche ein: Die Vorsitzende Jamila Ettahri (von links) und ihre Stellvertreterinnen Carmela Meziani und Dana Rückert.
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Sie setzen sich für Jugendliche ein: Die Vorsitzende Jamila Ettahri (von links) und ihre Stellvertreterinnen Carmela Meziani und Dana Rückert.

Es ist das Gefühl der Ohnmacht, das sie antreibt. Die Vorsitzende Jamila Ettahri sowie ihre Stellvertreterinnen Carmela Meziani und Dana Rückert leiten den im September gegründeten Jugendbeirat. Eines ihrer Ziele ist es, den Bedürfnissen von Jugendlichen in Dietzenbach mehr Raum zu geben. Denn: „Alle Angebote, die es bisher gab, wurden von Erwachsenen ins Leben gerufen“, sagt Carmela Meziani.

Dietzenbach –Sie selbst seien bei der Entscheidung über Projekte nie miteinbezogen worden. Dabei sei die Perspektive von Ältern eine ganz andere als die von jungen Menschen, macht Jamila Ettahri weiter deutlich. Schließlich habe sich viel verändert, seitdem die Erwachsenen selbst einmal in ihrem Alter gewesen seien. Das habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass bestimmte Themen bisher keine Beachtung gefunden haben. „Es scheint sich bisher niemand die Frage gestellt zu haben, wo wir unsere Freizeit verbringen sollen“, sagt die Beiratsvorsitzenden. Denn in der Kreisstadt gebe es keinen Ort, an dem man sich völlig ungezwungen mit Freunden verabreden könne. „Überall, wo sich Jugendliche treffen können muss man sich anmelden“, so Ettahri. Somit werde es zu einer unattraktiven Verpflichtung.

Zudem kritisieren die drei jungen Frauen, dass es in Dietzenbach insgesamt zu wenige Angebote für ihre Altersgruppe gibt. „Und, wenn es einmal etwas für uns gegeben hat, habe ich davon nie etwas gewusst“, erzählt Dana Rückert. Denn es werde viel zu wenig Werbung für die Projekte gemacht, pflichten ihr Meziani und Ettahri bei. „Die Schulen hängen die Plakate meist in der hintersten Ecke auf, sodass sie den Schülern überhaupt nicht auffallen“, fährt die Beirats-Chefin fort. Auch das müsse sich unbedingt ändern.

Doch bei aller Kritik bekommen Rückert, Meziani und Ettahri durch ihr Engagement im Jugendbeirat gleichzeitig ein Gefühl dafür, wie aufwendig und langwierig die Organisation von Projekten ist. „Durch unsere Ämter haben wir einen Einblick in die Verwaltungsarbeit erhalten“, berichtet Ettahri. Dabei hätten sie feststellen müssen, dass es sehr viel zu berücksichtigen gebe, wenn man etwas auf die Beine stellen wolle. „Also braucht es von unserer Seite ein wenig Geduld“, gesteht sie ein.

Während ihrer zweijährigen Amtszeit wollen die drei Jugendlichen sowie die übrigen fünf Mitglieder des Beirates insbesondere die Themen Rassismus und Mobbing in den Fokus rücken. „Es ist wichtig, dass man bereits Kinder darauf aufmerksam macht“, betont Jamila Ettahri. Wenn sie jetzt lernten, wie viel Schmerz diese Dinge verursachen, könnten sich später als Erwachsene anderes verhalten. Doch nicht allein in diesen Punkten ist der Blick von Ettahri und ihren Mitstreitern in die Zukunft gerichtet. Denn auf ihrer Agenda steht auch das Thema Umwelt. „Wir sind zwar nur in Dietzenbach, aber auch in unserer Stadt können wir etwas bewegen“, macht Meziani deutlich. Schließlich müsse jemand vorangehen. „Und wer weiß, vielleicht werden Jugendliche aus anderen Kommunen durch unsere Aktionen inspiriert“, sagt sie hoffnungsvoll.

Doch auch der Dietzenbacher Jugendbeirat selbst ist offen für weitere Anregungen. „Wer ein Anliegen hat, kann uns immer ansprechen“, sagt Jamila Ettahri. Über den Instagram-Account „Jugendbeirat_Dietzenbach“ seien sie jederzeit erreichbar. Interessierte können darüber hinaus auch zu den Beiratssitzungen kommen, die alle drei Monate stattfinden. Genauere Infos hierzu gibt es ebenso über den Instagram-Account. (Von Anna Scholze)

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