Interessensgemeinschaft Energie und EVD setzen Gespräche fort

Fernwärme: Verhärtete Fronten weichen auf

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Symbolbild

Dietzenbach - Die Interessensgemeinschaft (IG) Energie und die Energieversorgung Dietzenbach (EVD) haben sich unter Moderation von Erstem Stadtrat Dieter Lang getroffen. Die Gespräche in Sachen Fernwärme „verlaufen in angenehmer Atmosphäre“, heißt es.

Anfang des Jahres gab es ein Gespräch zwischen IG und EVD aufgrund der Einführung des neuen Preissystems für Fernwärme zum Oktober 2015. Trotz Beantwortung der Einsprüche vonseiten der EVD und Beratung vor Ort, blieben weitere Fragen offen. Beide Parteien waren sich, wie berichtet, letztendlich nicht einig. In einer gemeinsamen Mitteilung berichten IG und EVD, dass auf Initiative der IG und unter Moderation von Erstem Stadtrat Dieter Lang zwei weitere Gesprächstermine stattfanden – für Januar sei ein drittes geplant. Beide Seiten vermelden, der Austausch verlaufe in „angenehmer Atmosphäre“: inhaltlich, sachlich, konstruktiv und offen. Gesprächsbedarf bestand etwa bei der Preisänderungsklausel. Auch ein Preisvergleich von Fernwärme mit Gas und Strom an konkreten Beispielen in der Kreisstadt kam zur Sprache. EVD-Geschäftsleitung und IG-Vertreter diskutierten ebenfalls über Ursachen der Preissteigerungen und das Format aktueller Abrechnungen.

IG-Vertreter legten der EVD Fernwärmelieferverträge vor, die teilweise bereits in den 80er Jahren abgeschlossen worden sind. In der festgelegten Preisänderungsregelung in den bestehenden Verträgen sieht die IG die Bindung beider Vertragspartner. Die EVD will die nun vorliegenden Verträge bis zum nächsten Termin prüfen, heißt es. Zusätzlich werde innerhalb gesetzlicher Vorgaben ein neues Format für die Abrechnungen erarbeitet, um die Transparenz für den Verbraucher zu verbessern.

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Zur im September vergangenen Jahres eingeführten Preisänderungsklausel erläutert die EVD, „dass alle Kostenbestandteile für den Netzbetrieb und die Lieferung von Wärme für die Endkunden abgebildet werden, dabei werden Indexwerte des statistischen Bundesamtes verwendet und zusätzlich wird auf aktuelle Börsendaten zurückgegriffen“. Die IG vertritt den Standpunkt, dass die Änderung der Klausel einseitig und nicht vertragskonform sei. Daher verlangen die IG-Vertreter die Rückkehr zur vertraglich vereinbarten Preisänderungsregelung. Darin soll auch der Schwerpunkt für die kommenden Gespräche liegen. Die EVD erläutert, so werden Kostensteigerungen und –senkungen innerhalb eines Jahres über die Preisänderungsklausel an die Kunden weitergegeben, um Preisstabilität über zwölf Monate zu gewährleisten.

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Die EVD erläutert, dass neben individuellem Verbrauchsverhalten spiele die Anschlussleistung des Hauses eine wesentliche Rolle für die Höhe der Jahresendabrechnung. Die Veränderung des Anschlusswertes durch Änderung der Durchflussmenge bietet die EVD kostenfrei an. (ron)

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