Zukunft

Dietzenbach: IT-Unternehmen Controlware - Besuch von Minister Al Wazir

Männer und Frauen stehen mit Maske in einer Reihe
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Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir (vierter von links) informierte sich beim geschäftsführenden Gesellschafter Fabian Wörner (links) über Controlware.

Hessens Wirtschaftsminister Al Wazir besucht das Dietzenbacher Unternehmen Controlware. Bei dem Treffen geht es auch um die Auswirkungen von Corona auf die IT-Industrie.

Dietzenbach – Wie viele seiner politischen Kollegen hat sich der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al Wazir, auf den Weg gemacht, während der Sommerpause Unternehmen zu besuchen. Einen Stopp im Rahmen seiner „EinBlick-Tour“ legte er nun in der Kreisstadt ein. Bei einem Besuch im Hause Controlware mit Sitz an der Waldstraße informierte sich der Minister nicht nur über die Ausrichtung der Firma. Im Mittelpunkt der Gespräche standen auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den IT-Bereich.

Gemeinsam mit der Geschäftsführung hatte Hausherr Fabian Wörner, geschäftsführender Gesellschafter der Controlware Holding, umfassende Informationen zur aktuellen Situation zusammengetragen. Das von Helmut Wörner im Jahr 1980 gegründete Familienunternehmen gilt als führend im Bereich IT-Lösungen, von der Beratung über die Installation bis hin zum Management. Es sei ihm wichtig zu erfahren, was sich in den vergangenen Monaten verändert habe und was sich im Rahmen dieser Veränderungen auch in Zukunft ergeben werde, betonte der Minister. „Wir alle haben ganz schnell Neues erlebt, auch ich habe inzwischen Video-Tools auf meinen Arbeitsgeräten, die ich im Februar noch gar nicht kannte.“

In der noch immer durch das Virus ausgelösten Krise sei Controlware nicht so zu Schaden gekommen wie manch andere Unternehmen, teilten die Geschäftsführer Oliver Thome und Bernd Schwefing mit. Controlware beschäftigt an 16 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 840 Mitarbeiter und etwa 50 Auszubildende. Zu den Kunden gehören Firmen wie BMW, Allianz und die Deutsche Bank. „Auch die Landesregierung ist einer unserer Kunden“, betonte Thome.

Für die Verwaltung in Wiesbaden sei eine verlässliche digitale Basis gerade zurzeit unabdingbar gewesen, sagte Al Wazir. „Innerhalb von zwei Wochen haben wir ein System etabliert, das zu keinem Zeitpunkt zusammengebrochen ist und es hat besser funktioniert, als wir es uns je hätten vorstellen können.“ Allein bei der Soforthilfe seien 136 000 Einzelanträge eingegangen und trotz Homeoffice-Zeiten bestens bewältigt worden. „Das ist auch ein Schritt in Richtung Zukunft, zumal wir in einigen Jahren jede Leistung online anbieten müssen.“

Im Verlauf des Gespräches griff die Runde auch die Frage auf, wie sich in einer „Nach-Virus-Zeit“ Arbeitsplätze aufgrund der jetzigen Erfahrungen gestalten werden. Dabei prognostizieren vor allem die IT-Spezialisten, dass es keine festen Büros mehr geben wird, sondern die Möglichkeit, Homeoffice mit einem frei zu nutzenden Arbeitsplatz im Unternehmen zu verknüpfen. „Das heißt aber auch, dass die gespeicherten Datenvolumen größer werden und wir zunehmend Prozesse vereinheitlichen, analysieren und, wenn möglich, digitalisieren müssen“, sagte Thome. Einer reinen Home-Office-Zeit erteilten alle Anwesenden eine Absage. Trotz ausgereifter Technik fehle der soziale Kontakt. Auch der Wirtschaftsminister betonte: „Wir haben immer wieder erlebt, dass Mitarbeiter äußerst fröhlich und gerne aus dem Homeoffice zurückgekommen sind.“

Weiterer Schwerpunkt war schließlich der Umgang mit sicherheitsrelevanten Daten, mit Produktpiraterie und dem Klau von Forschungsergebnissen. Die deutschen Systeme seien täglich bis zu 110 000 Angriffen ausgesetzt, berichtete das Controlware-Team. „Auch die Landesregierung erlebt solche Attacken ständig, unter anderem auch bei den Soforthilfe-Anträgen“, sagte Al Wazir. Mit einem „Cyber Defense Center“ unterstützt Controlware seine Kunden im Kampf gegen derartige digitale Kriminalität. „Wir setzen dabei auf Schwachstellenmanagement, Anomalie-Erkennung und Logdaten-Analyse“, sagte der zuständige Bereichsleiter Frank Melber. (Von Barbara Scholze)

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