Kinder bei Ausstellungseröffnung zu Gast / Wimmelbilder in Buchform auch für Kitas

Kinder bei Ausstellungseröffnung zu Gast : Wimmelbilder in Buchform auch für Kitas

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Auf den Blick fürs Detail kommt es bei den Wimmelbildern an. Neben den Kita-Kindern überzeugt sich auch Bürgermeister Jürgen Rogg davon.

Das gibt’s auch nicht alle Tage: Nachdem die oft als Initialzündung interpretierten Wörter „Das Büffet ist eröffnet“ erklungen sind, strömen die Besucher der Vernissage in die entgegengesetzte Richtung.

Dietzenbach – Ganz offensichtlich sind die großen bunten Bilder fürs Erste begehrter als Apfelschorle aus bunten Bechern. Aber ist ja auch kein Wunder eigentlich, schließlich sind die Besucher Kinder aus den Kitas II sowie XI und auch so etwas wie Co-Autoren. Dass die Stadt zusammen mit dem Förderverein der Stadtbücherei und der Künstlerin Uschi Heusel für gestern zur Eröffnung der Ausstellung „Dietzenbacher Wimmelbilder“ einladen konnte, liegt nämlich nicht zuletzt auch an den Ideen des Nachwuchses. Zwar wird der mit Formulierungen wie „partizipativer Ansatz“ noch reichlich wenig anfangen können, mitgemacht haben sie selbstredend trotzdem, als in Workshops rund 150 Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren befragt wurden, was ihnen in Dietzenbach am besten gefällt und wo sie sich am liebsten aufhalten.

Dietzenbach: Wimmelbilder geben Teilhabemöglichkeiten

Fast alle Impulse hat die Künstlerin Uschi Heusel aufgegriffen und sich an die Arbeit gemacht. Wie viel es zu tun gibt, das habe sie erst mit der Zeit gemerkt. „Ich bin aber immer noch begeistert von der Idee, ich kenne ja alle Ecken in Dietzenbach, und dann so ein Projekt umzusetzen – wer darf das schon als Illustratorin.“ Zu Beginn hat Heusel die Landschaften gezeichnet, von der Schwimmbadszenerie bis hin zum Feuerwehrmuseum mit dem Aussichtsturm im Vordergrund, um sie danach mit unzähligen kleinen Figürchen zu füllen. Und das nach ihrem bewährten Prozedere: erst Bleistift, dann Tusche. Jedem Wunsch, den die Kinder artikuliert hatten, wollte sie dann aber doch nicht nachkommen. Der offenkundig auch schon bei den ganz Jungen bekannte Rapper Capital Bra wird sich auch bei ganz eifriger Suche auf keinem der Wimmelbilder finden lassen. Immer erspähen kann man hingegen die beiden Hauptfiguren Mayla und Anton.

Bei den Wimmelbildern soll es auch darum gehen, Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben kindgerecht zu präsentieren und die Sprachentwicklung zu unterstützen.

Bürgermeister Jürgen Rogg dankt im Rathaus den Kindern, dem PR-Referenten in der städtischen Pressestelle Tim Kath – dem Impulsgeber kam die Idee bei der Lektüre mit dem eigenen Nachwuchs –, Uschi Heusel und dem Förderverein der Bücherei. Froh zeigt sich der Rathauschef auch über die Unterstützung von „Demokratie leben“. Die Wimmelbilder sind eines der Abschlussprojekte des Bundesförderprogramms, das in den vergangenen Jahren insgesamt rund 500 000 Euro einbrachte. Erster Stadtrat Dieter Lang betont, dass „so tolle Bilder“ sonst eigentlich nicht im Rathaus zu finden seien und motiviert den Nachwuchs, mit Familie und Freunden wiederzukommen.

Dietzenbach: Keine Einigung auf Lieblignsmotiv

Minimum zwei bis drei Exemplare in Buchform sollen die Kitas in der Stadt erhalten, ob nun städtisch oder nicht, erläutert Kath. Das Ganze natürlich kitagerecht mit widerstandsfähiger Pappe. Auch kleine Bücher soll es geben, ob diese den Weg in den Buchhandel finden, ist noch offen. Das müsste vom Förderprojekt losgelöst geschehen.

Auf ein Lieblingsmotiv können sich die Kinder im Rathaus nicht einigen. Daniel zeigt bei der Frage auf ein Flugzeug, Dina auf ein Baumhaus, Aaron auf das Sternenzelt und Mohammed auf einen Schneemann, der sich irgendwie ins Freibad verirrt haben muss.

Die Ausstellung im Rathaus-Foyer (Europaplatz 1) ist noch bis Mitte November geöffnet. Zu sehen gibt es die Bilder auch auf dietzenbach.de/wimmelbilder.

VON CHRISTIAN WACHTER

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