Neubau der Kita Brunnenstraße soll U3-Bereich entlasten

Warteliste für Kinder unter drei Jahren

Eine große Herausforderung wird es wohl auch künftig sein, die Nachfrage für U3-Plätze in den Kitas zu decken.
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Eine große Herausforderung wird es wohl auch künftig sein, die Nachfrage für U3-Plätze in den Kitas zu decken.

Die Betreuung in den Kita-Einrichtungen sei in Dietzenbach gut aufgestellt – so lautet ein Resümee des von der Stadt veröffentlichten Kita-Bedarfsplans. Dieser bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. August dieses Jahres bis zum 31. Juli 2021.

Dietzenbach – Dass er damit zwei und nicht wie sonst drei Jahre umfasst, habe etwa mit angekündigten gesetzlichen Veränderungen zu tun. Peter Amrein, Leiter im Fachbereich Soziale Dienste, nennt dabei etwa das Gute-Kita-Gesetz. Aber auch die Bauvorhaben, maßgeblich die Kita II, seien ein Grund Nachdem die Einrichtung an der Brunnenstraße abgerissen ist, entsteht an derselben Stelle ein Neubau (wir berichteten). Die Fertigstellung ist für Ende 2020 oder Anfang 2021 geplant, die Kapazität steigt dann auf 30 U3- und 125 Ü3-Plätze.

Während man bei Letzteren in Dietzenbach generell auf einen Versorgungsgrad von 100 Prozent komme, sind derzeit laut dem Bericht 78 Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste: „Aufgrund des Mangels an U3-Plätzen ist dem weiteren Ausbau dieser Kapazitäten erste Priorität einzuräumen. Ein Krippen-Anbau im Zuge der Sanierungsarbeiten der katholischen Kita VIII (Talstraße) geht aktuell in die Planungsphase.“

Die Pläne, die Kita VI (Weiherstraße) in eine Ganztageseinrichtung umzuwandeln, seien aus finanziellen Gründen noch nicht umgesetzt worden, jedoch habe man mithilfe von Mitteln aus dem Kommunalinvestitionsprogramm die WC-Anlagen sanieren können. „Kräftig investiert“ habe man wiederum in die Kita III (Martinstraße): Das Ü3-Gebäude wurde abgerissen und komplett neu gebaut, das Hortgebäude ebenfalls niedergelegt und das Außengelände erweitert.

Ein Stand von 210 U3-Betreuungsplätzen bedeutet laut dem Plan keine substanzielle Änderung. Peter Amrein betont: „Die Situation ist immer noch verbesserungswürdig, im U3-Bereich gelingt es uns noch nicht, den Bedarf zeitnah zu decken.“ Allerdings werde es nach der Fertigstellung der Kita II auf einen Schlag 30 neue Plätze geben. Im Vergleich zu anderen Kommunen habe es bislang auch noch kein Klageverfahren gegeben und man sei immer bemüht, Wartezeiten im Rahmen zu halten.

Auch wenn man wegen Personalmangels noch keine Gruppe habe schließen müssen, sei die Stellenakquise nach wie vor eine permanente Aufgabe. „Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem die Erzieher gerne arbeiten“, sagt Amrein. Dass indes jüngst eine leichte Erhöhung der Kitagebühren beschlossen wurde, habe noch zu keinen größeren Unmutsbekundungen geführt. „Es ist ja auch kein Systemwechsel, sondern nur eine Anpassung. Generell sind die Kitas der dynamischste Bereich im Sozialen, wir sind da noch lange nicht am Ende unserer Arbeit und müssen uns weiterhin Mühe geben.“

Erster Stadtrat Dieter Lang betont: „Es gibt in Dietzenbach wirklich nichts zu mäkeln.“ Seit 2016 habe man jedes Jahr die Kapazitäten ausgebaut. Er verweist dabei auf die Inbetriebnahmen der Kita III (Martinstraße) und der Kita „Unterm Regenbogen“ des evangelischen Dekanates. Im U3-Bereich gebe es zwar noch eine Warteliste, allerdings habe die Stadt bisher immer den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Kitaplatz erfüllen können. Mit der Kita II habe man außerdem auch schon die neuen Baugebiete (Bonava und Büchner, gegenüber vom Rathaus beziehungsweise Rathaus-Center) eingeplant. Das Konzept, sagt Lang auch mit Bezug auf den Kita-Masterplan, sei es, an bestehenden Standorten auszubauen und zu erweitern. Insgesamt werden die hinzukommenden Einwohner in dem Bedarfsplan bis 2022 auf 929 geschätzt. Demnach rechnet man für diesen Zeitraum mit 84 neu hinzukommenden Kindern unter sechs Jahren.

VON CHRISTIAN WACHTER

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