Zum Frühstück eine gute Tat

Nach drei Jahren: Kreis Offenbach erhält Fairtrade-Zertifizierung 

Niels und Marius von der Kreuzburgschule in Hainburg zeigen, dass Fairtrade eng mit Nachhaltigkeit und Klimawandel verknüpft ist. Foto: Schmedemann
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Niels und Marius von der Kreuzburgschule in Hainburg zeigen, dass Fairtrade eng mit Nachhaltigkeit und Klimawandel verknüpft ist.

Vor drei Jahren hat der Kreistag beschlossen, sich als „Fairtrade-Kreis“ zu bewerben. Jetzt darf er sich offiziell so nennen.

  • Kreis Offenbach wird offiziell „Fairtrade-Kreis“
  • „Transfair“ unterstützt Vereine und Kommunen bei Nachaltigkeit
  • Fairtrade Gedanke auf vielen Ebenen

Dietzenbach - Eine gute Tasse Kaffee ist für die meisten beim Frühstück nicht wegzudenken. Gleichzeitig peppt vielleicht eine Banane das Müsli auf. Was daran besonders ist? Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für fair gehandelte Lebensmittel und beginnen ihren Tag durch eine bewusste Kaufentscheidung bereits mit einer guten Tat. Produkte mit einem Fairtrade-Logo gewährleisten in den Produktionsländern Arbeitsumstände, die das tägliche Frühstück auch auf den Tischen der Kaffee- oder Bananenbauern garantieren – eben faire Bedingungen.

Der Verein „Transfair“ setzt sich dafür ein, diese Umstände den Konsumenten ins Bewusstsein zu rufen und entsprechend zu handeln. Die Aktiven informieren und unterstützen solche, die sich der Bewegung anschließen wollen – seien es Vereine, Gaststätten oder auch Kommunen. Für Letztere läuft seit einiger Zeit die Aktion „Fairtrade Town“, an der im Kreis Offenbach bereits Langen, Neu-Isenburg und Hainburg teilnehmen. Vor drei Jahren hat der Kreistag beschlossen, sich als „Fairtrade-Kreis“ zu bewerben, nun darf er sich offiziell so nennen.

Dietzenbach: Ein Zeichen für fairen Handel, Löhne und Produktionsbedingungen

Auf einer Zertifizierungsfeier im Kreishaus nahm Landrat Oliver Quilling die entsprechende Urkunde vom Transfair-Vorsitzenden Manfred Holz entgegen. „Der Kreis Offenbach ist damit der fünfte in Hessen – also nehmen wir fast eine Vorreiterrolle ein“, berichtet der Landrat. Man habe sich bewusst dazu entschieden, in einer national geprägten Region ein Zeichen für fairen Handel, faire Löhne und faire Produktionsbedingungen zu setzen.

„Der Titel ist an Kriterien gebunden, deren Einhaltung alle zwei Jahre neu geprüft wird“, erläutert die Fairtrade-Beauftragte Sibylle Möller. Im Landkreis beteiligen sich bereits 23 Gastronomiebetriebe daran, nachhaltige Lebensmittel zu verwenden, in rund 100 Einzelhandelsunternehmen können fair gehandelte Produkte gekauft werden. „Wir bringen Fairtrade aber auch dorthin, wo viele Menschen zusammenkommen“, erzählt Quilling weiter. So etwa zu Sport- und Schulveranstaltungen oder Kursen der Volkshochschule. Möller, die die Veranstaltung moderiert, bittet schließlich verschiedene Vertreter zu sich, die von den unterschiedlichen Möglichkeiten erzählen, wie Fairtrade Einzug in den Alltag halten kann.

Dietzenbach: Fairtrade in der Region

Um das Thema buchstäblich greifbar zu machen, warten nach der Feier verschiedene Stände mit Infomaterial auf interessierte Besucher. Bei einer Tasse fair gehandeltem Kaffee oder einem zertifizierten Schokoriegel kommen die Menschen ins Gespräch. Niels und Marius von der Kreuzburgschule in Hainburg zeigen, dass das Thema eng mit Nachhaltigkeit und Klimawandel verknüpft ist. Horst Winter vom Förderverein der Schule erläutert: „Die Schüler fragen ganz gezielt danach, woher ihre Lebensmittel kommen.“

Quilling fasst zusammen: „Der Fairtrade-Gedanke spielt sich auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene ab.“

von Lisa Schmedemann

Begehrte Auszeichnung für die Max-Eyth-Schule: Eineoffizielle Fair-Trade-Schule. Berit Schurse, Referentin für Transfair in Deutschland, überreichte Schulleiter Wolf Dieter Gäbert beim Tag der offenen Tür das Siegel.

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