„Langwieriger Prozess“

Dietzenbach: Start der fahrradfreundlichen Umgestaltung der L3001

Noch in diesem Jahr sollen die ersten beiden Abschnitte der L3001 in Dietzenbach für den Radverkehr umgestaltet werden. Zur Mitte des Jahres soll es losgehen.
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Noch in diesem Jahr sollen die ersten beiden Abschnitte der L3001 in Dietzenbach für den Radverkehr umgestaltet werden. Zur Mitte des Jahres soll es losgehen.

Seit Jahren ist die radverkehrsfreundliche Umgestaltung der Landstraße 3001, die in Dietzenbach vom Ortsteingang in Steinberg bis zum Waldschwimmbad reicht, Thema. Ausgiebig haben Politik und Bürger die Situation auf einer der Hauptverkehrsadern der Kreisstadt analysiert und diskutiert, dabei verschiedene Varianten besprochen, die fünf Kilometer lange Strecke sicherer und attraktiver für Radfahrer zu gestalten.

Dietzenbach – Zwar steht mittlerweile fest, was auf jedem der drei Planungsabschnitte passieren soll. Größtenteils sind Markierungen auf der Fahrbahn und eine entsprechende Beschilderung vorgesehen, lediglich auf dem südlichen Teil der fraglichen Strecke wird der bereits bestehende straßenbegleitende Radweg zwischen Kreisquerverbindung und Forststraße verlängert bis zum Waldschwimmbad, aktuell plant man mit Gesamtkosten in Höhe von etwa einer halben Million Euro. Dennoch: Die konkrete Planung und Umsetzung des Vorhabens kosten viel Zeit.

Nachdem der Beginn der Arbeiten auf dem ersten von drei Abschnitten eigentlich bereits für Mitte 2020 geplant war, soll es nun in diesem Jahr soweit sein. Sandra Homberg, Leiterin des Fachbereichs Bau- und Immobilienmanagement, rechnet aktuell damit, dass es im späten Frühjahr losgehen wird. Vorgesehen sei dann, 2021 sowohl den Abschnitt Nord, der sich vom Ortseingang – der Kreuzung Haupt-, Tannen- und Waldstraße – bis zum Rathauskreisel erstreckt, als auch den Abschnitt Mitte vom Rathaus- bis zum Wappenkreisel für den Radverkehr umzugestalten.

Dass der Startschuss nicht wie vorgesehen fallen konnte, begründen Sandra Homberg und ihre Kollegin Inga Windolf von der Stadtplanung unter anderem damit, dass die Planung und Abstimmung, etwa mit dem Arbeitskreis Radverkehr, Zeit gekostet habe. Insbesondere den Abschnitt Mitte habe man außerdem erneut tiefergehend planen müssen, erläutert Inga Windolf. Dort wird die L3001 südlich der Kreuzung mit der Vélizystraße zugunsten eines Radfahrstreifens von vier auf zwei Spuren verschmälert, an der Kreuzung Rodgaustraße, wo derzeit noch eine Ampelanlage den Verkehr regelt, wird ein provisorischer Kreisverkehr eingerichtet. Auf einen weiteren Kreisel, der ursprünglich am Knoten Heppenheimer Allee vorgesehen war, wird nun aus Kostengründen vorerst verzichtet.

Zudem habe es Sinn gemacht, die Arbeiten auf den Abschnitten Nord und Mitte zusammenzulegen und damit zu warten, bis der ebenfalls anstehende barrierefreie Umbau der Bushaltestellen ansteht, berichtet Sandra Homberg. So können nun die notwendigen Markierungsarbeiten für Haltestellen und Streifen für Fahrradfahrer unmittelbar aufeinanderfolgend durchgeführt werden, was auch die Einschränkungen für den Verkehr möglichst gering hält. Der barrierefreie Umbau der Haltestellen beginnt, wie berichtet, am kommenden Montag. Sobald der abgeschlossen ist, geht es dann an die Markierungen. Abgesehen von der Kreuzung Rodgaustraße sei es in den Abschnitten Nord und Süd überwiegend deren Aufbringen auf die Straße sowie eine entsprechende Beschilderung, die anfallen, erläutert Sandra Homberg.

Aufwendiger wird es dann auf dem Abschnitt Süd zwischen Wappenkreisel und Waldschwimmbad. „Da haben wir die Besonderheit, dass es einen Teilabschnitt gibt, für den die Stadt nicht Straßenbaulastträger ist“, sagt Inga Windolf. Die liegt für die Kreisquerverbindung und die restliche Strecke bis zum Waldschwimmbad bei Hessen Mobil, was eine enge Abstimmung mit der Behörde notwendig macht. Ebenso ist die Kreisverkehrsbehörde involviert.

Für die Verlängerung des straßenbegleitenden Radweges von der Forststraße bis zum Waldschwimmbad hat Hessen Mobil die Kreisstadt in ein Sanierungsprogramm für Landstraßen aufgenommen, weshalb die Stadt gegen die weitgehende Erstattung der Planungskosten sämtliche Aufgaben im Zusammenhang mit der Planung übernimmt. „Das ist ein sehr gutes Angebot“, sagt Inga Windolf.

Im Oktober hatte die Stadtverordnetenversammlung die vertiefende Weiterbearbeitung des dritten Planungsabschnitts beschlossen. „Die Planung ist nun für dieses Jahr terminiert“, sagt Inga Windolf. Vor allem die Umsetzung des südlichten Teils werde aber noch Jahre in Anspruch nehmen, betont Sandra Homberg. Denn insbesondere der letzte Streckenabschnitt bis zum Waldschwimmbad sei eine Herausforderung in Bezug auf die Absprachen mit allen Beteiligten. „Der straßenbegleitende Radweg wird dort am Wald entlang führen, dazu werden Gutachten benötigt, die Untere Naturschutzbehörde und der Forst müssen miteinbezogen werden“, erläutert Sandra Homberg. Inga Windolf betont, eine solche Planung sei ein sehr langwieriger Prozess. Dennoch sind sich die beiden Hauptverantwortlichen sicher, dass das Vorhaben letztlich ein großer Gewinn für Dietzenbach, aber auch für den gesamten Kreis sein wird. (Von Lena Jochum)

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