Vom Pfadfinder zum Löwen

Ein Freund von Diskussionen: Lions-Präsident Stefan Georg will Taten sprechen lassen

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Für den neuen „Ober-Löwen“ Stefan Georg (rechts) hat die Amtszeit vor Kurzem begonnen. 

Der Lions-Club steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen für den 14. Dietzenbacher Stadtlauf. Den Überblick behält dabei Stefan Georg. 

Dietzenbach – Bald können die Laufschuhe ausgepackt werden, wenn die „Löwen“ die Bürger wieder durch die Stadt jagen. Der Lions-Club steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen zum 14. Dietzenbacher Stadtlauf, der am 22. September getreu dem Motto „laufend helfen“ stattfinden wird. Den Überblick über die Organisation dieser und weiterer Aktivitäten behält Stefan Georg, der vor Kurzem das einjährige Amt des Präsidenten angetreten hat.

Als Nachfolger von Thomas Simon, der nun Past-Präsident ist, steht ihm ein ereignisreiches Jahr bevor. Neben dem Stadtlauf gibt es noch weitere feste Termine, die der Lions-Club für den guten Zweck veranstaltet. Wie dieser Zweck aussieht, liegt wiederum im Ermessen des Ober-Löwen. „Das Amt bedeutet viel Verantwortung“, sagt Georg, der sich jedoch gerne dazu entschlossen hat. Mit dem Eintritt in den Club muss demjenigen klar sein, dass er einmal das Amt des Präsidenten übernehmen muss. „Damit jeder einmal sieht, wie viel Arbeit dahintersteckt“, sagt der 41-Jährige weiter. Er ist seit vier Jahren Mitglied bei den Lions und die übliche „Karriereleiter“ hinaufgestiegen. Bevor man Präsident wird, bekleidet man zunächst die Ämter des ersten und zweiten Vizes. Sein Nachfolger steht auch schon fest.

Mit Georg hat der Club nun einen Präsidenten an der Spitze, der kein Freund von hohlen Phrasen ist. Er will Taten sprechen lassen. Sich für andere Menschen einzusetzen, ist für ihn selbstverständlich, auch wenn er dabei sich selbst gerne vergisst. Diese Charaktereigenschaft drückt auch das Motto aus, das sich der Präsident für seine Amtszeit auf die Fahne geschrieben hat: „Man kann erst viel erreichen, wenn man anfängt, etwas für andere zu tun.“ Sich selbst in den Vordergrund zu stellen, geht gegen seine Natur. Er überlässt seinem Gegenüber das Wort und hört sich an, was Menschen zu sagen haben. „Mir wurde auch schon einmal vorgeworfen, dass ich so wenig von mir erzählen würde“, verrät er, „doch meine Geschichte kenne ich ja schon, ich möchte die der anderen hören.“

Mit dieser Eigenschaft wird Georg auch die Geschicke des Clubs leiten. Als Freund von konstruktiven Diskussionen handelt er nach dem Prinzip „leader speaks last – der Anführer spricht zuletzt. „Wenn man sich vor 32 Alphatiere stellt und mit aller Gewalt seine Meinung durchbringen möchte, ist das zum Scheitern verurteilt“, meint Georg. So gingen viele Argumente verloren, die man selbst vielleicht gar nicht bedenkt. Zählt man das Alter der Lions-Mitglieder zusammen, ergibt das stolze 2000 Jahre Lebenserfahrung. „Klar, dass man da nicht immer einer Meinung ist“, sagt er. Doch zusammen bewegt man viel – dies lernte der 41-Jährige schon zu Pfadfinderzeiten. Diese Leitgedanken hat Georg verinnerlicht. „Viel stimmt mit den Werten der Lions überein und darin liegt meine Motivation“, beschreibt er.

Georg, der bei dem Druckdienstleister Bertelsmann arbeitet, will sich während seiner Amtszeit auf die bestehenden Aktivitäten des Clubs konzentrieren. „Viel mehr Platz für große Events haben wir nicht“, sagt er. Kleinere Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Konzerte, deren Erlöse sozialen Organisationen zugutekommen, könne er sich jedoch gut vorstellen. „Wir wollen mehr Spenden generieren, um mehr helfen zu können“, sagt er. Die Hilfe, so sagt er weiter, fließe dann dort hin, wo sie am meisten benötigt wird.

VON LISA SCHMEDEMANN

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